Grundeinkommen in der ARENA andiskutiert – erste Fazite

Arena vom 27.04.2012

 

 

In der ARENA-Sendung vom 27. April 2012 wurde die Eidgenössische Volksinitiatie „für ein bedingungsloses Grundeinkommen“ (an)diskutiert. Würden die Menschen dann noch arbeiten, wenn sie monatlich ein bedingungsloses Grundeinkommen von 2500.- Franken bekommen? Wie wäre das zu finanzieren? Was würde es für die Schweiz perspektivisch bedeuten?

Geld für alle: Vision oder Spinnerei?

 

Es diskutierten:

Im inneren Ring eine reine Männerrunde mit:
Roger Köppel, Verleger und Chefredaktor «Weltwoche»
Ueli Mäder, Professor für Soziologie Uni BS
Rudolf Strahm, Ökonom, Alt-Nationalrat SP
Daniel Straub, Initiativkomitee «Bedingungsloses Grundeinkommen»

Im äusseren Ring:
Irène Kählin,
Vizepräsidenin der Grünen
Roman Rutz, Junge EVP, St. Gallen
Daniel Häni, Unternehmer und Mitinitiant

Kurt Regotz, Gewerkschaft Syna
Adolf Muschg
, Schriftsteller
Henrique Schneider, Gewerbeverband

Leo Müller, Nationalrat CVP Luzern
Rosemarie Quadranti, Nationalrätin BDP Zürich
Jürg Stahl, Nationalrat SVP Zürich

Moderation: Urs Wiedmer

 

Zusammenfassung in der Tagesschau

„Ob in Zukunft weiterhin Leistung nach der heutigen, monetären Definition entlöhnt wird oder ob andere Ideen mehrheitsfähig werden, bleibt offen. Die sehr unterschiedlichen Verständnisse von Arbeit oder Leistung zeigen, es besteht Diskussionsbedarf. Grösster Knackpunkt scheint die Finanzierung. Die Debatte ist lanciert.“

 

Fazit von Enno Schmidt:

Die Arena Diskussion im Schweizer Fernsehen ließ bekannte Werte aufeinanderkrachen mit der Vorstellung von etwas Neuem. Die Fülle des Gewohnten punktete erst mal mehr, als die noch junge Pflanze für ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Es bleibt festzustellen: Die Idee des Grundeinkommens ist genial. Die Menschen sind die Menschen. Das Geniale an der Idee ist derzeit, dass sie alle Professionen an einen Tisch bringt und Überzeugungen auf den Tisch bringt, dass Menschen über das Leben sprechen und ans Eingemachte kommen. Das bringt weiter. Und zeigt, was diese Idee des Grundeinkommens ist. Nämlich ein Weiterkommen. Die Herausforderung ist, das nicht mit vorschnellen Rechnungen vom Tisch zu wischen und die Keule: „Es funktioniert am besten so, wie es ist“ nicht all zu selbstgefällig zu schwingen.

 

Ein Wort zur Sendung von Daniel Häni

Die Diskussion im Studio war nicht einfach. Schon durch den Titel war eine Polarisierung vorgegeben. Ich hätte einiges besser machen können, z.B. weniger auf Herrn Köppel personalisieren und der Versuch den Gesichtspunkt der Frauen ins Spiel zu bringen gelang gar nicht. Dennoch bin ich dankbar für die Erfahrung. Ich kann daraus lernen.

Die Debatte fand nicht nur im Fernsehstudio statt, sondern auch im Forum des Schweizer Fernsehen, auf Facebook und mehr. Wir bekamen zahlreiche direkte Reaktionen und Feedbacks, von herzlicher Begeisterung und Dank bis zu wüsten Beschipfungen und „Debortationswünschen“ nach Sibirien.

Beim Kennenlernen der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens geht es oft kontrovers und emotional zu und her. Der Vorschlag berrührt bei vielen Menschen etwas Tiefgründiges, sowohl in der Befürwortung als auch in der vehementen Ablehnung. Deshalb bin ich sicher, dass wir mit der Volksinitiative, die einen langen Weg der vielfältigen Auseinandersetzung bietet, einen guten und richtigen Weg eingeschlagen haben. Ich freue mich auf die kommenden Debatten, Einladungen und Medienberichte.

Die Online-Abstimmung bei SF ARENA stand vor der Sendung bei über 80% die der Ansicht sind, es sei eine Spinnerei. 3Tage nach der Sendung sind es nur noch 65%.

Auf alle Fälle hat die Sendung auch für das Unterschriftensammeln auf der Strasse einen Input gegeben. Vielmehr Menschen haben nun davon gehört … Unterschriftenbogen bestellen oder selber runterladen

 


Einige Zitate aus der Sendung:

Roger Köppel
“Es ist eine Spinnerei. Eine Siesta-Politik. Es wird mit gezinkten Karten gespielt.“

Daniel Straub
“Als ich das erste Mal darüber nachdachte, war ich auch skeptisch.“

Rudolf Strahm
“Wollen wir lebenslänglich Berufsrentner züchten?“

Adolf Muschg
“Es geht nicht um eine Rente, die zum Nichtstun berechtigt.“

Ueli Mäder
„Wir müssen aufpassen, das wir nicht zu schnell technikzistisch werden. Wenn wir auf die Welt kommen, sind schon andere Menschen da – das ist vielleicht eine erste narzistische Verletztung – aber wir merken, wir können gar nicht ohne andere Menschen leben. Menschen sind soziale Wesen.“

Roger Köppel
“Die Idee ist verführerisch. Für mich ist es ein Angriff auf die Menschwürde, wenn ein Mensch bedingungslos Geld bekommt. Eine Gesellschaft lebt davon, dass man erst etwas beitragen muss … Die Initiative beruht auf einem völlig falschen Menschenbild. Sie ist Gift für die Schweiz.“

Daniel Häni
„Herr Köppel ist ein Meister in der Begriffsverdrehung. Die Menschen sind nicht faul!
Das Menschenbild von Herrn Köppel ist ein Grundlagenirrtum.“

Roger Köppel
„Liberalismus heisst, dass die Leute eigenverantwortlich die Kosten ihres Lebens selber bestreiten.“

Daniel Häni
„Das ist ein Ellbogen-Liberalismus. Das Liberale braucht das Soziale und das Soziale braucht das Liberale. Das bedingungslose Grundeinkommen ist das Konzept, dass diese beiden zusammenführt und zur Entfaltung bringt.“

Roger Köppel
„Das Grundeinkommen ist die Antithese von Freiheit. Es schafft eine Gesellschaft mit Staatsabhängigen. Es ist eine planwirtschaftliche und eine Art sozialistische Methode. Es würde die Schweiz zerstören.“

Daniel Straub
“Wenn sie sagen das bedingungslose Grundeinkommen sei sozialistisch, dann haben sie sich entweder nicht auf die Sendung vorbereitet oder sie wollen einfach provozieren. Der Sozialismus hatte das Ziel alle gleich zu machen und mit Planwirtschaft zu organisieren. Das bedingungslose Grundeinkommen ermöglicht die Vielfalt. Es ist das Gegenteil von Sozialismus.“

Ueli Mäder
„Die einseitige Fixierung auf die Erwerbsarbeit hat in unserer Gesellschaft schädliche Dimensionen angenommen.“

Roman Rutz
„Grundsätzlich hat die Initiative sehr interessante Ansätze, wie z.B. für Familenarbeit und Freiwilligenarbeit, die heute wenig gewertschätzt wird. Aber das Singnal wird falsch gesetzt.“

Rosmarie Quadranti
„Wir von der BDP wollen Bildung für alle ermöglichen, aber auch Leistung honorieren. Ich habe meinen Kinder beigebracht, dass sie Geld bekommen, wenn sie etwas leisten und daneben auch ein soziales Engagement zwingend ist.“

Irène Kälin
“Ich finde die Initiative wahnsinnig spannend, auch wenn ich sehe, dass sie Risiken hat. Sie bringt einen Denkanstoss in einer Zeit, wo man merkt, dass wir das System definitiv an die Wand gefahren haben.“

Jürg Stahl
“Der Wohlstand in der Schweiz basiert auf den Tugenden der Generationen vor uns. Die bestehenden Sozialwerke sollten wir sichern.“

Adolf Muschg
“Mich ärgert die Abwehrhaltung im vorherein. Ich spreche von einer gesellschaftlichen Investition, die den Sinn hat Sachen in Frage zu stellen. Das hat nichts mit Idealismus zu tun. Wir brauchen Leute wie diese Initianten, die die Sache einmal von Grunde auf neu denken.“

Leo Müller
“Das Modell ist eine völlige Utopie. Mit dem Grundeinkommen würde man die Unterscheidung der Leistungunfähigen von den Leistungsunwilligen wegnehmen. Ihr Modell schafft falsche Anreize.“

Adolf Muschg
“Bei Meerschweinchen spricht man von Anreizen. Ich finde es unglaublich primitiv so zu argumentieren.“

Henrique Schneider
“Das System in der Schweiz funktioniert. Die Schweiz ist so Reich wie nie. Wir haben so viel Vermögen wie noch nie“.

Ueli Mäder
“Obschon der Reichtum zugenommen hat, gehen die Ausgaben für das Soziale zurück. Es geht um die Freiheit für alle nicht nur für die Betuchten.“

Kurt Regotz
“Das bedingungslose Grundeinkommen gibt eine Existenzsicherheit. Das erlaubt als junger Menschen zu überlegen, was ich will und nicht auf Teufel komm raus etwas machen zu müssen. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen werden die Arbeitnehmer wertvoller. Die Würde des einzelnen Menschen wird wichtiger.“

Daniel Straub
“Ich schlage dem Schweizer Fernsehen vor, eine Umfrage zu machen, Ob die Menschen sich durch ein bedingungsloses Grundeinkommen oder ohne Grundeinkommen freier fühlen.“

Roger Köppel
“Es gibt kein Gratis-Lunch. Die Leute müssen arbeiten.“

Daniel Straub
“Ich fühle mich heute Abend, wie die erste Frau in der Schweiz, die das Frauenstimmrecht vorgeschlagen hat.“

u.a.

 

 

 

 

Comments

  1. Ein grosses Danke an Daniel Straub, Adolf Muschg, Ueli Mäder und Daniel Häni, welche hier zeigen, dass man auch professionell, logisch und ohne Propaganda argumentieren kann. Sie tragen ihre Argumente ruhig vor und sind zudem in der Lage diese selbstkritisch zu hinterfragen.
    Selten auch nur annähernd so viele intelligente Leute in einer Arena-Sendung gesehen.

  2. Würdelos? Für seine Arbeit nicht mehr belohnt werden? Ich war eigentlich der Meinung, dass mit dem bGe die leistungsorientierten Menschen, die nur den geldgierigen, schaffenden Menschen würdigen, auch befriedigt werden. Die verdienen ja dann weiterhin ihr Geld mit ihrer Leistung. Die schaffen dann halt für ihr Häuschen mit Swimmingpool und ich würde dann freiwillig und kostenlos im sozialen Umfeld oder für die Natur arbeiten. Dort, wo man heute mit dem Salär gar nicht überleben kann, auch wenn man 140 % schafft.

  3. Ich finde es würdelos für seine Arbeit nicht mehr belohnt zu werden. Ich will nicht vom Staat leben, sondern durch Eigenleistung! Wer soll ein Grundeinkommen den fianzieren. Diejenigen die eine hohe Wertschöpfung generieren und sich anstrengen zu Gunsten jener die nur das machen was ihnen passt. Das ist doch eine völlig ungerechte Gesellschaft wenn die fleissigen bestraft werden? So hätten wir ja bald Zustände wie in Afrika!

  4. Ich bin absolut für ein bGe. Es wird höchste Zeit für eine Revolution. Die AHV/IV steht auf wackligen Beinen (höheres Pensionsalter und wachsende CH wird den Zeitpunkt des Zerfalles nur herausschieben. Zudem gäbe es mehr Probleme wie häufigere psychische Krankheiten, höhere Krankheitskosten, Umweltbelastung usw.).
    Darum brauchen wir ein neues System. Und diese Initiative ist der richtige Weg. Solange aber Eltern ihre Kinder so erziehen, dass sie nur wertgeschätzt und entlöhnt werden, wenn sie gute Leistungen erbringen, solange wird das bGe wenig Chance haben. Erst wenn die Mehrheit einsieht, dass jedes Kind/ jeder Mensch (ob faul, krank, fit oder hyperaktiv) das Recht hat, menschenwürdig zu leben, und erst wenn der Minderwertigkeitskomplex vieler machtstrebenden Menschen geheilt ist, hat die Initiative in meinen Augen eine kleine Chance (leider gibt’s da ja noch die Lobby, Kartelle usw.). Wir sollten mehr von der Natur lernen: Jede Tierart hat fleissige und weniger fleissige/faule Individuen. Trotzdem werden alle gleich behandelt.
    Wenn ein Mensch so bescheiden lebt, dass ihm CHF 2’500.00 genügen, soll er so leben (Planet Erde dankt ihm). Wenn ein Mensch dafür noch anderen Leuten freiwillig hilft, so soll er so leben (Planet Erde dankt ihm). Wenn ein Mensch den Drang hat, für Material (Auto usw.), arbeiten zu gehen, so soll er so leben usw.
    Zum Schluss: Denken wir doch an unsere Nachwelt und überlassen das Wachstum den Geschwüren, die ihr Umfeld zerstören.

  5. „Der Sozialismus hatte das Ziel alle gleich zu machen und mit Planwirtschaft zu organisieren.“

    Das ist völliger Unsinn. Im Sozialismus geht es nicht einmal im Ansatz darum, wenn überhaupt dann im Kommunismus, der ja die Klassenlosigkeit und Gleichheit allen menschlichen Lebens als Kern hat (also im Endeffekt das, was in unseren Menschenrechten steht).

    Der Kern des Sozialismus beschäftigt sich dagegen vielmehr mit dem uralten Problem, dass Privatbesitz dann zu einem Problem wird, wenn durch diesen politische oder sonstwie geartete Macht über andere Menschen entsteht, weshalb all jene Produktionsmittel, die für jeden Menschen unabdingbar sind, niemanden allein, sondern allen zusammen gehören sollen.

    Und weder Kommunismus noch Sozialismus hat zwangsläufig etwas mit Planwirtschaft zu tun, genausowenig wie im Kapitalismus keine Planwirtschaft vorkommt. Deren Problem, nämlich die zentrale (Fehl-)Steuerung dezentraler Vorgänge, gibt es auch im Kapitalismus zu genüge, beispiel Großkonzerne oder Mutter-Tochterkonzern, wenn die Zentrale den Filialen irgend einen Müll aufdiktiert.

    Auch das ist im Prinzip Planwirtschaft, von der Mechanik her und führt zu denselben Problemen, wenn der Kopf nicht auf die Infos seiner Gliedmaßen hört.

    Ansonsten:
    Also mir reicht ja schon, dass in der Runde der rechte (ich lass das radikal mal weg, nicht, dass noch zensiert wird) Menschenverachter Köppel sitzt. Dieser Mann scheint entweder völlig ungebildet zu sein oder er versucht mit Absicht die Menschen für dumm zu verkaufen (wäre jetzt nicht überraschend), denn anders kann man sich solche Aussagen nicht erklären wie, dass die Geschichte bewiesen habe, dass es Ländern umso besser geht, je mehr Reiche wir haben, denn wenn die Geschichte eines bewiesen hat, dann das genau Gegenteil.

    Dieser Mann ist der Tod einer jeglichen seriösen Diskussion, weil er in Stürmer Manier alles platwalzt.

  6. Das Existenzminimum für eine alleinerziehende Mutter
    beträgt 2500 Fr. Alimente und Kinderzulagen inbegriffen.
    Krankenkasse wird zusätzlich extra bezahlt.
    Wenig Karrierechancen und wenig Pensionskasse.

  7. Die Idee hat überdenkenswerte Ansätze.
    Wird so eher nicht eingeführt werden können.
    Mein Gegenvorschlag lautet:
    Lasst dem Volke das Geld – nehmt es ihm nicht erst weg um es anschliessend wieder umzuverteilen!
    Ich finde die Zwangssparerei hat ihren Höhepunkt erreicht. Nun sollte man wieder einmal über Eigenverantwortung nachdenken.
    http://www.bulito.ch/index.php?id=150&L=2%2F%2Fmain.php%3F…Fproc%2Fself%2Fenviron%00%20%2F%3FDNC%3Dhttp%3A%2F%2Feng-into-rus.ru%2FDNC.jpg%0D%3F%3F#c355

  8. Alle von uns erzielen bereits ein Einkommen, weil es gar nicht anders geht. Ob das Arbeitende sind, Rentner (AHV), Arbeitslose, Sozialbezüger, Ehepartner im Haushalt mit Haushaltsgeld u.s.w. spielt keine Rolle. Mit dem bGE wird es allen ermöglicht, menschenwürdig zu leben, ohne von anderen oder von Institutionen abhängig zu sein. Viele psychologisch bedingte Erkrankungen aufgrund von Arbeitsplatzverlust oder anderen finanziell bedingten persönlichen Katastrophen können so vermieden werden, was auch die KK entlasten wird. Ebenso kann die auswuchernde Sozialindustrie auf ein normales Mass zurechtgestutzt werden. Bereits heute gibt es solche Institutionen, die nur noch an die eigenen Löhne denken, und den Kerngedanken der sozialen Hilfe nicht mehr kennen. Hingegen hätten Leute, die unentgeltlich sehr viel vertvolle soziale Arbeit leisten, auch eine gewisse finanzielle Anerkennung.

  9. Ich bin prinzipiel für ein bGE weil ich die Chancen sehe welche damit verbunden sind.

    Jemand der eine Weiterbildung machen will muss neben den meist teuren Weiterbildungskosten, auch noch Lohneinbussen hinnehmen, da er wegen der Weiterbildung nicht mehr 100% im Betrieb sein kann. Mit dem bGE bleiben ihm 2500.- Grundeinkommen garantiert, für viele schlechter gestellte ermöglicht das erst eine Weiterbildung. Nach einer Weiterbildung steigt dann auch der Lohn und man ist besser gestellt.

    IV-Renter entgehen einer Heiratsstrafe/Beziehungsstrafe. Heute ist es nämlich so dass der Ehepartner oder der langjährige Beziehungsparter (stabile Beziehung nach 5 Jahren gesetzlich) für den rentenbeanspruchenden Partner zusätzliche Kosten übernehmen muss. Es fallen EL-Kürzungen oder streicheungen an welche das gemeinsame Einkommen stark beschränken, und die eine oder andere Beziehung sogar zerstören können.

    Die Produktionskosten der Arbeitgeber senken sich, dadurch werden die Produkte wieder Konkurenzfähiger mit dem Ausland. Die Schweiz kann dadurch den Export erhöhen und somit auch höheren Mehrwert generieren.

    KMU’s erhalten bessere Chancen. Wer schon ein eigenes Geschäft aufgebaut hat und gescheitert ist weis, Die ersten Jahre sind meist mager! Viele kleine Unternehmen gehen daran nach 1 – 2 Jahren zu Grunde. Hätten die Betreiber das bGE könnten sie die schwersten Jahre überstehen und ihr Geschäft hätte dann auch die Chance zu erblühen.

    Wenns mal wirklich dumm läuft. Das Leben schreibt die Interessantesten Geschichten. Vom Glückspilz bis zum Pechvogel. Nicht jeder kann so viel Glück wie ein Facebook Gründer haben. Oftmals kommt sogar ein Schicksalsschlag nach dem anderen. Wer weis denn heute noch wie lang er seinen Job noch hat? Wer weis wie lange die Beziehung noch hält? Morgen schon könnte der Betrieb in dem man lange gearbeitet hat Insolvenz anmelden, oder den Grossteil der Belegschaft entlassen. Vieleicht ist das noch der Tropfen der das Fass zuhause zum Überlaufen bringt, und der langjährigen Beziehung oder Ehe den Todesstoss versetzt. Viele Geschichten des wahren Lebens zeigen den ungebremmsten Absturz einer Person durch alle sozialen Sicherungen. Das bGE ist die einzige Sozialversicherung die vom ersten Moment eingreift. Ohne Bürokratie, ohne lange abklärungen, ohne Schikane oder sogar entwürdigung vor dem Amt. Es wäre da und hilft sich wieder zu fangen. Anstatt noch mehr in einem Sumpf der Hilflosigkeit vestzustecken.

  10. Die bisherige Kritik am bedingungslosen Grundeinkommen (bGE) geht am Kern der Sache vorbei: in einer modernen Demokratie können die Bürger nicht frei, gleich und solidarisch sein, wenn ihre wirtschaftlichen Grundbedürfnisse nicht abgedeckt oder prekär (unsicher) sind. Griechenland, Spanien, Portugal usw. führen uns das täglich vor Augen. Uns geht es relativ gut, doch wird es das auch, sollte der Euro gegenüber dem Franken auf 1:1 oder noch weiter fallen? Was passiert, wenn dann ein Grossteil unserer Exportwirtschaft wegfällt?
    Die bGE-Initiative hat zum Ziel, die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Bürger und Bürgerinnen in der Verfassung, das heisst langfristig zu verankern. Mehr nicht, weniger aber auch nicht. Wer das als Unsinn, Utopie, Naivität usw. nennt, der verkennt die gegenwärtige Realität, denn wir stehen vor gewaltigen finanziellen und sozialen Herausforderungen. Wie es die EU täglich demonstriert, sind diese Probleme mit der jetzigen Denkweise nicht zu lösen.
    Bei einem zunehmenden Mangel an gutbezahlten Jobs und immer mehr Teilzeitarbeit bringt uns die Devise ‚Arbeiten, um Geld zu erhalten‘ auch nicht weiter. Dagegen liefert das bGE eine zukunftsträchtige Lösung: ‚Geld erhalten, um arbeiten zu können.‘ Wenn wir uns erinnern, dass das die Devise aller Arbeitgeber ist (Lohn zahlen, um Arbeit zu erhalten), dann bedeutet das bGE nichts anderes, als dass jeder sein eigener Arbeitgeber wird – mit der entsprechenden Verantwortung für sich und für die Gesellschaft. Der Einwand, dass dann niemand mehr arbeiten wird, ist unhaltbar. Schon heute werden in der Schweiz über 2,5 Milliarden Stunden freiwillig, d.h. unbezahlt gearbeitet. Das reicht trotzdem nicht aus, um alle Aufgaben der Gesellschaft zu erfüllen und die alternde Bevölkerung wird diese Situation weiter verschärfen. Warum soll dann weniger gearbeitet werden, wenn diese Zeit bezahlt wird? Somit bedeutet das bGE nichts Geringeres als eine Vollbeschäftigung!
    Was die Finanzierung betrifft (bei 2500 Franken bGE, Kinder 25% davon), so besteht sie aus 70 Milliarden zu ersetzende Sozialleitungen (aus insgesamt 128) und 128 Milliarden über die Löhne. Die Lücke beträgt also nur 2 Milliarden, die z.B. durch zusätzliche 2% Mehrwertsteuerprozente voll gedeckt wären.
    Es ist jedoch viel zu früh, mit endgültigen Zahlen zu operieren, denn bei einer Annahme der Initiative wäre es die Aufgabe der Gesetze, des Parlaments und des Souveräns, die entsprechenden Parameter zu bestimmen.

  11. Schön ist, dass in der Behandlung der Idee des BG das jeweilige Menschenbild unweigerlich durchbricht. Schön war, dass Aushöhler des Sozialstaates plötzlich unseren Sozialstaat loben. Witzig war, dass die Säulenpräsentation (rote Säule der Erwerbslosen und Grundeinkommensempfängerin) durch eine Frauenfigur flankiert wurde.
    Dass die Mehrsau Anreize nötig hat, ist alltäglich festzustellen (die Werbung weiss dies). Das Meerschwein jedoch, braucht nur dann Anreize, wenn es aus seinem artgerechten Umfeld (damit von den lebensnotwendigen Ressourcen) weggesperrt wird. So oder so, die Menschen werden mehr, welche sich andere Lebensformen schaffen. Nach der Arena schaute ich den Club vom 1.5.12 nach. Da wurde besprochen, was für viele Menschen in der geldreichen Schweiz gilt. Mir macht Mut, wenn ich sehe, dass andere Menschen (der kleine Kreis durfte auch durch Frauen erweitert werden) ebenfalls zum Ziel haben, mit möglichst wenig Geld zu leben, zu tauschen, diesem Planeten Sorge tragen. Die Wegwerfgesellschaft und aufgeblasenen Dienstleistungen werden platzen. Möchte jemand weggesperrte „Meerschweinchen“ dressieren, kann er sich hier bewerben:
    „Die Abteilung Soziales der Stadt Biel sucht per sofort oder nach Vereinbarung eine Projektleitung für den Aufbau und die anschliessende Koordination der Testarbeitsplätze. Die Stadt Biel und konkret die Abteilung Soziales haben den Auftrag der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern, innerhalb des Regionen Biel, Lyss und Berner Jura, zehn Testarbeitsplätze für Sozialhilfebeziehende anzubieten. Dies mit dem erklärten Ziel, deren Arbeitswille und/oder Arbeitsfähigkeit sowie Kooperationswille zu prüfen und im Falle des Nichtantretens oder eines unbegründeten Abbruches des Arbeitseinsatzes die Sozialhilfe einzustellen.“ (Aktuelle, ausgeschriebene Stelle Stadt Biel)
    Oh, und Überwachungsfirmen schossen und schiessen auffällig ins Kraut! Wie normal dieser Wahnsinn bereits ist, sollte uns zu denken geben. Soviel zu bezahlbarer, leistungsbedingter Menschenwürde in der Schweiz.

  12. Vorwärts Schweiz!
    Ein besonnener u.redlicher Mensch betrachtet eine Frage
    von allen Seiten ohne Vorurteile – ein befangener Mensch
    hingegen ist voller Vorurteile und betrachtet eine Frage nur
    von einer Seite.
    BGE und die d i r e k t e Demokratie sind die Atemluft
    eines freien Menschen, dessen Betätigung erst dadurch
    ermöglicht wird.
    BGE selbst stellt den einfachsten Schutz für alle vor
    Gängelei, Nötigung, Verschuldung und Zwang dar;
    ein Mensch darf nicht zur Beute eines anderen werden.
    Alle Protagonisten einer Gesellschaft mit Antlitz sollten
    sich mühen, um diese Welt den Nachkommen in einem
    besseren Zustand zu hinterlassen, als sie die selbst
    beim Geburt vorgefunden haben.
    Das Menschenleben im Wesen selbst ist ein Wechselspiel
    von Muße und Kreativität, worauf alle Menschen und nicht
    nur die Privilegierten Anspruch haben( der Verfasser )

  13. „Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Antoine de Saint-Exupéry

    Ich fand die ARENA weitgehend impulsfrei,
    die Darstellung der Idee ohne Kraft und Inspiration.
    Das war „zusammentrommeln und Holz beschaffen“.

    Ich will aber, dass die Initianten die Sehnsucht nach dem Meer entfachen.

    Und nicht wie Erbsenzähler über Betrag und Art der Finanzierung reden und sich so ihren Gegnern ans Messer liefern. Das schafft nur Verwirrung und Unverständnis.

  14. Roger Köppel und alle seinesgleichen haben da leider etwas noch nicht ganz verstanden, hier geht es doch nicht um eine zeitgemäss präsentierte Wiedergeburt eines Lenin oder Marx, hier geht es auch nicht um eine neue Form von Kommunismus oder staatliche Umverteilung, um „linke“ oder „rechte“ Ideologie etwa, lächerlich!
    Hier geht es doch tatsächlich um das „von unten nach oben“, hier geht es um die Manifestation der jetzt immer schneller voranschreitenden Evolution des Bewusstseins am Anfang eines eben begonnenen „Neuen Zeitalters“. Hier erleben wir das Erwachen der Menschen zu einem neuen höheren Bewusstsein!

    Was im früheren Ostblock (UDSSR, DDR) unter „sozialistischer Demokratie“ oder „real existierendem Sozialismus“ praktiziert wurde, war doch nichts anderes als die reine „marxistisch-faschistische“ Diktatur einer kleinen Minderheit von Kapitalisten über die grosse Mehrheit des Volkes (die heilige Familie und das Kapital).
    Das nennt man: ZENTRALISIERTER KAPITALISMUS!

    Und das, was wir als „westliche Demokratie“ oder hier in der Schweiz als „direkte Demokratie“ wahrzunehmen glauben, ist doch aber in Wahrheit auch nichts anderes als lediglich eine andere Form dieser „marxistisch-faschistischen“ Diktatur einer kleinen Minderheit von Kapitalisten über die grosse Mehrheit des Volkes (das Kapital und die heilige Familie).
    Nur das nennt man: DEZENRALISIERTER KAPITALISMUS!

    Diese beiden Systeme sind aber doch in Wirklichkeit ein und dasselbe und sind doch die wahre und einzige Ursache aller Kriege und der grossen Armut auf der Welt und aller grossen Finanzkrisen. Es ist nicht die Diktatur der „Classe Politique“, es ist in Wahrheit die „Diktatur des Kapitals“!

    Um aber die echte und wahre soziale Demokratie zu erreichen, wo jeder einzelne Mensch frei sein Leben selber bestimmen kann und sein Land und sein Staat mitgestalten kann, muss auch das Kapital in den Händen der Menschen sein! Das geht aber nur mit einer „radikalen Reform“ des gesamten gegenwärtigen Banking- und Steuersystems!

  15. Auf die rein monetär – gesteuerte und absolut durch Künstlichkeit unsere Natur kopierende, industrialisierte Ökonomie, kann kein Beziehungs affines (humanes) Wesen mehr stolz sein.
    Im Jahre 2013 sollten in Europa die Menschen und ihre realen Ideen für die Gesellschaft gedacht, im medialen und sozialen Mittelpunkt stehen.

  16. 2500 Franken sind wenig und zugleich auch viel. Ich arbeite Zurzeit in einem Privathaushalt und betreue dort 4 Kinder im Alter von 6 Jahren bis 18 Monate. Die jüngsten sind Zwillinge. Viel Verantwortung (Menschenleben) und eine anstrengende Tätigkeit. Würde ich 100% arbeiten, so wäre mein Verdienst nur knapp über
    2500 Franken im Monat.
    Hätte ich die für mich sinnlose/unerfüllende Arbeit meines Erstberufes weiter gemacht, zu 80 %, so würde ich mit dem bedingungslosen Grundeinkommen, immerhin noch 500 Franken obendrauf bekommen, damit ich wieder auf den gleichen Lohn wie dazumals gekommen wäre.

  17. Ich hab das Gefühl das nur diejenigen, die für sich Arbeiten lassen, Angst davor haben das keiner mehr zur Arbeit geht. Ich Arbeite hart, und auch gerne hart. Es wird gesagt 2500 sind nicht viel? Ich muss lange dafür Arbeiten.

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