Die Utopie vom selbstbestimmten Leben

BADISCHE ZEITUNG:

«In der Schweiz wird über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens abgestimmt / Wer geht dann noch arbeiten? Ziemlich viele, sagen die Befürworter.»

Die Utopie vom selbstbestimmten Leben

 

«“Innenstädte sind ganz auf Konsum ausgerichtet, der Besucher ist in erster Linie Konsument. Unsere Ansprache ist die des Gastgebers, bei dem man nicht konsumieren muss.“ Häni zeigt auf die quadratische Fläche in der Mitte des riesigen Saals, den ehemaligen Schalterraum der Bank unter der prächtigen Lichtkuppel. Wer sich hier niederlässt, kann sitzen, lesen, reden, sich ausruhen, Wasser trinken und bei Bedarf auch die Toilette benutzen. Wer hier ist, darf bedingungslos sein. Der zentrale Bereich in der Mitte ist „das öffentliche Wohnzimmer der Stadt“.

„So wie man hier an diesem Ort einfach Mensch sein kann, so soll man auch leben können in unserer Gesellschaft. Darum geht es“, sagt Häni. So viel Geld, wie man „unbedingt“ braucht, um zu überleben, so viel soll jeder Bürger auch bedingungslos bekommen. Auch in Deutschland gibt es Ansätze, ein Grundeinkommen einzuführen. Aber in der Schweiz geht es nicht mehr um ein Gedankenspiel, es wird konkret. In die Verfassung soll die Bestimmung aufgenommen werden, dass jedem Schweizer, jeder Schweizerin ein Grundeinkommen zusteht. Häni sagt, ihm sei die Zeit davor wichtig, dass die Bürger über die Idee diskutieren und damit auch darüber, wie sie sich Gesellschaft und Zukunft vorstellen.

Häni schätzt die Chancen der Initiative realistisch ein, will sich deshalb im Vorfeld nicht in Details der Finanzierungsfrage verlieren. Das Handy klingelt, das Fernsehen will sich mit ihm verabreden für den Abstimmungssonntag. Wann er für eine Stellungnahme zur Verfügung stehe, man habe bestimmte Sendetermine im Visier? Häni legt auf und sagt: „Wenn es 15 bis 20 werden, wäre das bereits ein Erfolg und das Thema auf dem Tisch.“ Warum so bescheiden? Darf man nicht träumen? Sein Traum reiche eben weit über den 5. Juni hinaus, sagt er. Das bedingungslose Grundeinkommen sei der Weg, nicht das Ziel. Sein Ziel ist es, dass die Menschen frei und selbstbestimmt – ohne Bedingung eben – über ihr Leben bestimmen und entscheiden. Dass sie arbeiten, weil sie es wollen, nicht weil sie müssen. Dass sie schöpferisch arbeiten und sich nicht nur beschäftigen.»

 

 

 

 

Comments

  1. Grundeinkommen ist die einzige Lösung, sonst werden wir irgendwann von Robotern und Maschinen gesteuert, so wie es in Sci-Fi-Romanen schon oft vorkommt. Also entweder wir haben das Geld um uns selbst zu bestimmen und unser Potential zu nutzen oder der Mensch verkümmert und der Roboter wird die Kontrolle übernehmen. Es gibt genügend Filme wo genau das passiert und das sind keine Fantasy-Filme, sondern Science-Fiction, ziemlich exakte Wissenschaft und ich spreche jetzt nicht von Star Trek, das ist experimentelle Physik.

  2. Markus Fenner ist einfach nur Anal Krank. Es besteht die Hoffnung das er ein bezahlter Netz Troll ist und uns alle an der Nase herumführt. Da fragt man sich schon, ob die Zensur eines solchen Menschenhasser hilfreich wäre oder gerade dadurch der liebe Genosse mit Helebarde bald auf der Strasse steht und im Teufelskostüm Passanten niedermelzelt…..

  3. Dass das selbstbestimmte Leben dahinter steckt, hinter der Idee findet auch Rudolf Strahm ein mächtiger Gegner der Idee. Ich sage aber, dass die vermeintliche Selbstbestimmung schnell durch Fernseh- und Chips- und Bier-Konsum wettgemacht wird. Die Menschen begeben sich dann auf das Niveau eines Süchtigen, eines Süchtigen nach Fernsehen/Unterhaltung, und Bier/Alkohol.

    Das BGE hat zudem eine andere Auswirkung, welche die Selbstbestimmung wettmachen würde: Der Staat müsste so stark über seine Einnahmen aus Steuern wachen, dass wir ein Volk von Überprüften und Fichierten werden würden, wie man das in der ehemaligen DDR mit der Stasi sehr gut gesehen hat. Nehmen wir mal an, die Mehrwertsteuer steige auf einen Satz von 65%: Die Händler und Konsumenten hätten einen Riesen-Anreiz die Steuer zu umgehen und einfach schwarz zu handeln, denn davon profitieren beide, der Händler und der Konsument. Ein Brot würde dann statt 5 CHF nur noch 3 CHF kosten, ein Ferrari würde statt 150’000 CHF nur noch rund 90’000 CHF kosten: ein RIESEN-Anreiz diese Steuer zu umgehen. Damit immer noch genügend Geld in die Grundeinkommenskasse gespült wird muss der Staat überall Spitzel, Polizisten und bewaffnete „Durchsetzer“ einsetzen welche sicherstellen, dass die Steuer gezahlt wird. Vielleicht wird man ein Exempel statuieren müssen und jemanden öffentlich hinrichten, damit es die anderen genügend abschreckt die Steuer wirklich zu zahlen. Die Schweiz würde zum Gefängniss, denn der Staat hätte dann einen Anreiz seina zahlkräftigen Bürger im Land zu halten und würde vielleicht Ausreiseverbote verhängen, wie das ebenfalls in der ehemaligen DDR der Fall war.

    Auf alle Fälle würde sich die vermeintliche Selbstständigkeit von Herrn Häni in eine Steuersklaverei pervetieren. Dies wäre eine klare Absage an Freiheit und Selbstbestimmung und der Staat müsste mit einer Staatspolizei durchsetzen, dass jeder noch ein BGE bekommt, wie es praktisch so in der DDR auch der Fall war. Vielleicht oder wahrscheinlich wird das System aber früher kippen als in der DDR, da genügend viele Bürger in der Schweiz über Totalitarismus aufgeklärt sind.

    Warum sollen wir also diesen Unsinn einführen, nur damit wir ihn dann doch wieder wegschaffen müssen mit grossen Kosten and Franken und Menschenleben?

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