Work-Life-Schizophrenie

Was tun wir, wenn wir Arbeit und Freizeit trennen?

Ein Beitrag zur Work-Life-Balance Debatte von Philip Kovce bei Deutschlandradio Kultur zum lesen und hören:

Work-Life-Schizophrenie

 

Ausschnitt:

„Wer sein Arbeiten mit seinem Leben in der Balance halten will, hält an der überholten Teilung aus dem Industriezeitalter fest. Er spaltet die Arbeit von seinem Leben und sich selbst von der Arbeit ab. Er nimmt sich vor, nicht zu viel zu arbeiten und nicht zu wenig zu leben. Die Sorge um gute Arbeit und gutes Leben führt zu Arbeitsstress und Freizeitstress.

Die Teilung von Arbeit und Leben ist zu einer Volkskrankheit geworden: der Work-Life-Schizophrenie. Wer Arbeitszeit heute nicht als Lebenszeit begreift, ist von gestern. Denn selbstverständlich schreibt sich jede Stunde, die wir mit uns selbst und anderen verbringen, in unser Lebensbuch ein. Wer das nicht bemerkt, wird krank.

Wenn wir Tätigkeiten aufnehmen, die zu tun sind, wenn wir Initiative ergreifen, die gefordert ist, leben und arbeiten wir! Work-Life-Balance macht die Arbeit kleiner, als sie ist – nämlich zum bloßen Frondienst; sie macht das Leben kleiner, als es ist – nämlich zur bloßen Freizeit; und sie macht uns kleiner, als wir sind – nämlich zu mal fleißigen, mal faulen Halbwesen.

Arbeitszeit und Freizeit sind Lebenszeit. Sie zu unterscheiden, macht die Arbeit unfrei und die Freizeit unfruchtbar. Heute wäre es möglich – beispielsweise mit einem bedingungslosen Grundeinkommen –, in Freiheit zu leben und zu arbeiten. Wer das verhindert, verspielt das Kapital der Zukunft: den freien Menschen.“

 

Deutschlandradio Kultur
Autor: Philip Kovce
Foto: Ralph Boes

Comments

  1. Pingback: Arbeit |
  2. Es geht noch einen schritt weiter. Stell dir vor, die öffentlichen verkehrsmittel würden durch steuern getragen und du müsstest nie mehr ein billett lösen. Keine herstellung mehr für papier und billettautomaten, keine billettkontrolle, kein billettschalter, kein programmierer der die software für die tarifzonen programmieren muss, keine monteure für billettautomaten, keine beamte die sich zeit nehmen müssen den tarifdschungel zu erfinden usw usw.. Ich bin überzeugt, wäre die menschheit ehrlicher und liebevoller zueinander, wir könnten mit einem 30% pensum den gleichen lohn erhalten wie heute mit 100% pensum. Es gibt abertausende von unnötigen arbeitsgängen, doppelte arbeitsgänge usw… Wird alles noch kommen, leider erst in den nächsten generationen 😉

  3. Wer sein Arbeiten mit seinem Leben in der Balance halten will, hält an der überholten Teilung aus dem Industriezeitalter fest.“

    Das klingt so modern und fortschrittlich, auch die ganze Aufmachung des Artikels. Ganz im Mainstream-Trend finde ich. Auf mich wirkt es aber manipulativ, denn, mal wieder: WEM NUTZT ES ?
    Wer könnte ein Interesse haben diesen Artikel zu erzeugen und dort zu platzieren? Was will er erreichen?

    Sehr geschickt gemacht, das gebe ich zu. Auch die Thematik bedingungsloses Grundeinkommen mal mit rein-verwurstet.

    Aber ist es nicht der Versuch den Menschen möglichst perfekt mit seiner Arbeit zu verbinden, ihm beizubringen welche Einstellung zur Arbeit er doch annehmen soll, damit die viele Arbeit garnicht als krasser Gegensatz zu selbstbestimmter Freizeit wahrgenommen wird?
    Wie war das: Die schlimmste Versklavung ist es, wenn man seine Ketten garnicht mehr wahrnimmt, oder so ähnlich..
    Wenn diese Sichtweise bzw. Einstellung um sich greift, dann werden künftig Leute die über Arbeitsbelastung und Freizeitmangel klagen zunehmend darauf hingewiesen, sie mögen doch eine andere Haltung zu ihrem Beruf einnehmen, denn so tun sie sich ja nur schwer.

    Die Verarschung der Menschen wird nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden können, nicht für alle Zeit!

  4. Das Wort Schizophrenie hat in diesem Zusammenhang überhaupt nichts verloren! Eine Schizophrenie ist nicht, wie immer wieder völlig falsch angenommen und verbreitet, eine Spaltung der Persönlichkeit. Ich verbitte mir, mit diesem Wort einfach so um sich zu werfen, ohne wirklich über diese schlimme Diagnose Bescheid zu wissen und was sie bedeutet!

  5. Ich musste etwas schmunzeln bei den Worten „wer Arbeitszeit heute nicht als Lebenszeit begreift, ist von gestern“. Recht gebe ich dem, aber wir von vorgestern haben unser Leben trotz wesentlich mehr körperlichen Mühen als Einheit betrachtet, was haben wir davon, nicht das, was man sich als „Lohn“ etwas erwartet hat. Ich werde bald 55, habe vier Kinder, war trotzdem fast durchgehend arbeiten. Dieses Jahr 38 Jahre und habe mir wenigstens noch 10 Jahre vorgenommen. Ich arbeite seit über 12 Jahren fast ausschließlich im Ausland, ohne Auswanderung. Ich fange jetzt notgedrungen an in dieser Work-Life Trennung zu denken, denn zu dieser Einheit von Leben und Arbeiten, mit der unsere Generation groß geworden ist gehört der Respekt und Anerkennunf der Lebensleistung. Die gibt es in Europa nicht, bzw. kaum. Wir sind also nicht mehr so dynamisch, so gesund, werden insgesamt in die Ecke gestellt, die Rente wir nicht reichen, wie in der Generation vor uns. Mit Zufriedenheit würde ich auch bis Mitte 70 arbeiten, wenn auch nicht mehr Vollzeit. Eben aus der Gewohnheit Hertas, Arbeit gibt Zufriedenheit. Diese Voraussetzung ist aber nun insgesamt, unter Berücksichtigung vieler Aspekte weggefallen. Die jüngere Generation sieht das Resultat, daher trennt sie Leben und Arbeiten, nicht nur des Spaßfaktor wegen, sie sieht wie wir als Müll aussortiert werden. Ich arbeite ehrenamtlich, zusätzlich für eine Organisation, die Menschen ab 50 in die Welt sendet in Länder, wo ihr Wissen nachgefragt und geschätzt wird. In Europa kaum…Der Lebenszyklus eines Menschen muss gesellschaftlich wieder „rund“ werden, dann werden auch zunftige Generationen gerne arbeiten und dies als Einheit annehmen.

  6. ebenfalls guten Tag Markus, wenn du nun versuchst den Gedanken der holistischen Lebenseinstellung mit einem neuen System zu denken und dich von den Strukturen verabschiedest zumindest in Gedanken, ist das Beschriebene im Grunde eine gute Alternative . Ausserdem ist ein Mensch der Freizeit und Arbeit nicht trennt keineswegs ein Faulenzer auf kosten anderer . Im Gegenteil mit allen Sinnen das zu tun was eben im Moment zu tun ist das eine hohe Form der Selbstbestimmtheit … Genießen ist nicht gleich Faulheit und Arbeit ist nicht gleich Leiden…..

  7. wenn man sinnvolle arbeit verrichten darf macht sie auch Spaß und kann auch erholsamer sein als nichts zu tuen und die zeit tod zu schlagen. leider in unserer heutigen wirtschafts orientierten welt geht es oft nur um oeglich viel geld zu gewinnen und das was daraus resultiert ist das reiche reicher und aermere aermer werden, die gesundheit und natur darunter leidet. das gold was als symbolischer gegenwert fuér geld stehen sollte hatte als nebenerscheinung die erde mit quecksilber vergiftet!
    es gibt sicherlich alternativen, grundeinkommen ist eine davon. http://chrisi.net/ernsti/dza.htm

  8. Wir können uns darauf verständigen, nicht mehr der Erwerbsarbeit nachgehen zu müssen, aber es zu dürfen, wenn wir wollen.

    Ehrenamtliche und unbezahlte Arbeit wird von unserer Volkswirtschaft (meist Frauen) in einem Ausmaß geleistet, das nicht bezahlbar wäre. Geld ist somit nicht die treibende Kraft zu arbeiten.

    Wer also glaubt, wenn der Imperativ der Erwerbsarbeit wegfällt, dass gleichzeitig auch das sinnstiftende Element der Arbeit verloren geht, der irrt. Wir können, dürfen, müssen aber nicht arbeiten, haben wenn wir der (bezahlten) Arbeit nachgehen Anspruch auf Selbst- und Mitbestimmung. Wir sind den Marktkräften nicht mehr erbarmungslos ausgeliefert. Das macht einen riesengroßen Unterschied aus und bestimmt darüber, wie wir unser Verhältnis zur Arbeit gestalten.

    Grundeinkommen für Jede und Jeden, und zwar bedingungslos!

  9. zeit frisstet leben.. zwang frisst ..frisstet.. nimmt..raubt.. fraiheit..

    leben ist arbeit..in balance so man am leben arbeitet..
    zeit ist fehler wo leben fehlt.. welcher leben vernichtet..so man zeitlich lebt oder arbeitet..

    denkfehler sind logische fehler..pathologische abgruende klaffen da..

    also..

  10. Warum soll Arbeit unangenehm sein? Das ist genau der Punkt wo sich die Geister scheiden, Markus.
    Man sollte die Arbeit machen, die einem Spaß macht und die erfüllt. Das führt dahin dass man Berufe erst einmal nicht einteilt in minderwertige Arbeit und angesehen Arbeit, denn alle Dienste sind notwendig, um die Wirtschaft am Laufen zu halten. Da wäre also ein Umdenken nötig, wo alles nur am Einkommen gemessen wird obwohl manche Arbeiten einfach überbezahlt (Manager) sind und andere die zwingend erforderlich sind (Alten- und Krankenpflege) unterbezahlt sind.

    Des Deutschen liebstes Argument ist die Einteilung in Faulenzer und Fleissige und das der Leistungsgesellschaft. Wo der Mensch zum modernen Sklaven wird, wer das nicht akzeptiert, oder sich sein Leben ander vorstellt hat verloren. Wie auch in deinem Post, Markus. Ich wollte ich würde einmal etwas erfrischendes und neues lesen können, als das traditionelle Denken, das gerade hier die Wirklichkeit total außer Acht lässt.
    Da die Freizeit, was die Zeit betrifft, von der Arbeitszeit weit übertroffen wird, ist was dein Post angeht, der größte Teil eines Lebens beschissen.
    In Wirklichkeit sind es die Rollen die man einfüllt, freiwillig und weil man meint es geht nicht anders? Es geht sehr wohl anders, wil jeder Mensch Anerkennung möchte und das in den meisten Fällen zum gesunden Funktionieren braucht, sollte vor allem die Hierarchie abgebaut werden. Ich persönlich habe im Projektmanagement gearbeitet, nach dem Motto: „Niemand über mir und niemand unter mir.“ Hat hervorragend funktioniert, mein Team war das Einzige, das innerhalb des „time und budgets“ erfolgreich war. Denn wie du zu deinem „Vorgesetzten“ referierst erfüllt mich mit Grausen, o bleibt die Motivation und das Vertrauen?

  11. Guten Tag

    Ja, ich verstehe es durchaus: Es ist unagenehm zu arbeiten. Es wäre natürlich schöner im Park zu liegen und ein Buch zu lesen (während alle anderen arbeiten). Leider ist diese Einstellung zumindest asozial, da davon ausgegangen wird, da alle anderen, oder die meisten anderen, für mich während dieser Zeit im Park produktiv tätig sind.

    Wer denkt, dass keine Trennung zwischen Arbeits- und Freizeit besteht, muss erklären, warum immer noch so viele Menschen am Morgen auf dem Weg zur Arbeit sind, und am Abend auf dem Weg von der Arbeit. Dies hat gute Gründe: Der Vorgesetzte gibt einem nicht einfach ein Home Office gratis, und erwartet dann nicht, meine Arbeit kontrollieren zu können. Natürlich muss ich bei der Arbeit jederzeit dem Chef verfügbar sein und flexibel neue Aufträge ausführen können. Der Vorgesetzte kann so auch viel besser kontrollieren, ob ich tatsächlich arbeite, oder ob ich im Internet surfe den ganzen Tag (Moral Hazard). Wenn ich jetzt anfangen wollte zu Hause zu arbeiten, dann gibt der Chef diese Kontrolle auf. Ich kann dann schwänzen und trotzdem den Lohn beziehen, jedenfalls für kurze Zeit, bis der Schwindel auffliegt.

    Wie an anderer Stelle im Detail erläutert, arbeite ich schlicht nicht, wenn ich persönlich für mich Bilder male, Bücher lese, oder Psychotherapie oder „Traumarbeit“ betreibe. Es gibt keine Märkte für diese Tätigkeiten, ausser für die Bilder, wenn ich ein Genie bin.

    Die meisten Arbeiten werden zudem immer noch nach der Stundenanzahl bezahlt. Mehr Arbeit, mehr Lohn (oder Ferienzeit bei Überzeit). Wenn ich jetzt anfangen würde alle Arbeitszeit als Überzeit zu definieren, die irgendwie entsteht nur weil ich aus reiner Freude am Morgen aufstehe, mich in die überfüllte S-Bahn quetsche, und am Abend totmüde nach Hause komme, dann würde das den Zusammensturz der Leistungsgesellschaft sein.

    Zusammenfassend kann gesagt werden: Die Arbeitszeit ist nicht Freizeit, da ich dann nicht frei bin, im Internet zu surfen, Bücher zu lesen oder Bier zu trinken. Die Freizeit ist im Gegenzug nicht Arbeitszeit, da es keine Märkte für die Faulenzerei, das Ausschlafen, amateurhaft Gitarre spielen oder in Kaffehäusern herumzuhängen gibt. Die terminologische Unterscheidung von Freizeit und Arbeitszeit macht also durchaus Sinn. Wer sie dekonstruieren will, muss einen Anreiz dazu haben. Der Anreiz ist, Begriffsverwirrung zu stiften, um eine Rente zu erhalten. Nur Faulenzer profitieren davon. Alle anderen zahlen es.

    Wir können uns entweder alle darauf einigen nicht mehr zu arbeiten und unterzugehen, oder wir legen fest, dass alle arbeiten müssen und wir Prosperität, Frieden und Glück geniessen können in der Freizeit!

    • Lieber Markus Fenner,

      Ich denke man kann das Thema auch anders betrachten. Und zwar denke ich nicht, dass auf einmal jeder im Park sitzt, nur weil er nicht um sein Überleben fürchten muss. Das ist ja schließlich einer der Grundgedanken des bedingungslosen Grundeinkommens – frei über die Arbeit entscheiden zu können und gute Arbeit zu verrichten, anstatt sich zu etwas zu quälen, dessen Sinn man überhaupt nicht sieht, weil es eben so sein muss.

      Sicherlich ist es schwierig von heute auf morgen alle Bürger diesen Paradigmenwechsel verständlich zu machen. Die Konsequenz wäre meines erachtens viel mehr bessere Arbeit – Arbeitnehmer können selbstbewusster auftreten und man hat viel mehr Ruhe für gute und sinnvolle Projekte an denen man arbeiten kann, die unserer Gesellschaft dienen – „langweilige oder anstrengende“ Arbeit müsste eben viel besser bezahlt werden, damit Personen sie verrichten wollen. Das ändert auch das Machtverhältnis von Chef und Arbeitnehmer, man muss nicht mehr alles mit sich machen lassen. Das könnte zu besseren Arbeitsbedingungen und zu besserer Bezahlung für die Jobs führen, die jetzt keiner machen möchte und die meistens auch ein niedriges Ansehen haben (z.B. putzen).

      Ich denke außerdem, dass Menschen, nur weil sie eine Grundversorgung haben, trotzdem mehr haben wollen, heute arbeiten auch viele Leute mehr als sie müssten um Nahrungsmittel und Miete zahlen zu können z.B. weil sie sich mehr leisten wollen, weil sie ihre Arbeit lieben, weil sie Anerkennung im Job suchen usw. – es gibt viele Gründe.

      Einen weiteren Punkt, den man dabei beachten muss, ist dass in in letzter Zeit immer weniger „klassische“ 40 Stunden Festanstellungen gegeben hat und in Zukunft auch immer weniger geben wird. Momentan führt das dazu dass die 1-€-Jobs (in Dtl.), geringfügigen Jobs boomen. Es ist also sowieso so, dass ein Teil der Bevölkerung auf „Staatskosten“ lebt, weil es einfach nicht anders geht. Wenn man sich Statistiken anschaut, sieht man dass man immer weniger Personen braucht für immer mehr Produktivität durch den technischen Fortschritt. WIr brauchen also einfach weniger Personal für die gleiche Produktionsleistung.

      Außerdem muss man sich fragen, ob es in Zukunft immer so weiter gehen soll wie bisher, dass man immer mehr produziert, kauft, geld scheffelt usw. oder ob ich nicht sowieso ein Umdenken in Zukunft gefragt ist.

      Ideen und Erfindergeist sind möglicherweise viel mehr die „Währung“, die „Arbeit“ von morgen als simple Arbeiten, die man immer stärker maschinell verrichten kann.
      Wir müssen uns ohnehin von dieser alten Vorstellung von Arbeit verabschieden und uns überlegen, wie wir in Zukunft damit umgehen wollen. Die Idee vom bedingungslosen Grundeinkommen ist auf jeden Fall eine, die genau diesen Diskurs anregt, der notwendig ist und vielleicht ein Schritt in die richtige Richtung.

    • @Markus Fenner:

      Du argumentierst innerhalb eines anderen Arbeitsbegriffes als der Autor. Das Arbeitsparadigma, das du voraussetzt schließt tatsächlich die im Beitrag beschriebene Perspektive aus, denn die Teilung von Arbeit und Leben ist Grundlage unseres auf Existenzarbeit basierenden Wirtschaftssystems. Wenn du aber aus dieser vorausgesetzten Logik ausbrichst, in eine andere Wertlogik, ist die Teilung von Arbeit und Leben tatsächlich nicht sinnvoll.

      Was ist Arbeit? Was ist produktive Arbeit?
      Du argumentierst in einer Marktlogik: Arbeit ist, was Geld einbringt. Arbeit ist, was ein Produkt schafft, Wert schafft.

      Wenn ein Fisch im Meer schwimmt, ist er wertlos. Sobald jemand ihn herauszieht, ist er ein Wert. Wenn eine Mutter ihr Kind erzieht, ist das wertlos. Wenn sie jemanden dafür bezahlt, es an ihrer Stelle zu erziehen, ist das eine Dienstleistung. (KrasseresBeispiel: Mit seinen Nachbarn in einem Chor singen ist wertlos. Stattdessen eine Kinokarte kaufen ist ein wertvoller Beitrag für die Gesellschaft)
      Es wird also alles erst wertvoll (u.a. auch Glück, Gesundheit etc.), sobald es einen Markt dafür gibt.

      Der Autor setzt eine andere Logik voraus: Stell dir vor, jeder Mensch ist produktiv in allem was er tut. Stell dir vor, die kostenlosen Ökosystemdienstleistungen der Umwelt würden in eine Wertlogik einbezogen.

      Es geht dabei um eine ganz andere Organisationsform von Volkwirtschaft auf Basis völlig anderer Prinzipien. Der „pragmatische“ Vergleich, den du anstellst, ist im Grunde keiner, da die Grundsätze der konventionellen Marktlogik eben durch diese Sichtweise aufgebrochen werden sollen.

      Liebe Grüße

      Lesetipps:
      Adelheid Biesecker und Sabine Hofmeister: Die Neuerfindung des Ökonomischen. Ein (re)produktionstheoretischer Beitrag zur Sozial-ökologischen Forschung. Ergebnisse Sozial-ökologischer Forschung Band 2. oekom – Verlag, München 2006.

      Adelheid Biesecker und Sabine Hofmeister: (Re)Produktivität. Nachhaltige Natur- und Geschlechterverhältnisse. In: Widerspruch. Nr. 54, 28. Jahrgang 2008, S. 111–126

      Silke Helfrich und die Heinrich-Böll-Stiftung: Commons – Für eine neue Politik jenseits von Markt und Staat, Bielefeld (Transcript Verlag)

    • „Natürlich muss ich bei der Arbeit jederzeit dem Chef verfügbar sein und flexibel neue Aufträge ausführen können. Der Vorgesetzte kann so auch viel besser kontrollieren, ob ich tatsächlich arbeite, oder ob ich im Internet surfe den ganzen Tag.“

      Du setzt also Gehorsamkeit als Natürlich gegeben vorraus, was ich ganz milde gesagt für schwachsinn halte. Jemand der immer verfügbar ist, ist eine Nutte. Natürlich stellt auch ein Arbeiter seine Arbeitskraft zu Verfügung und gibt dafür oft auch seine Freizeit, bewusst oder unbewusst auf, um eben gewisse Ziele zu verfolgen.
      Kontrolle ist eine weitere Kenngröße der Irrglaubens dem du anhängst, denn eben diese Kontrolle macht dich zu einem Arbeitenden Sklaven, der ohne freien willen Gehorsam alle Aufträge erledigen muss. Das ist Sklavenhaltertum, das hatten wir alles schon und ist wie ich sehe, nur auf ein neues Niveau gehoben worden, nämlich durch verstrickte und verschachtelte Gesetzestexte.

      Du sprichst auch von Märkten, obwohl du sicher nicht den blassesten schimmer hast was Märkte überhaupt sind.

      „Wir können uns entweder alle darauf einigen nicht mehr zu arbeiten und unterzugehen“

      Was für ein absoluter Trottel du bist, entschuldige, aber das ist eben so.

      ALLE uns bekannten Hochkulturen waren sehr Erfolgreich, bis zu dem Punkt, an dem sie das Leben als solches aufgegeben haben und dachten, alle Ressourcen seien unendlich und ein Untergang ist diesem Stadium der Entwicklung nicht mehr möglich. DAS ist Wahnsinn und einer der grössten Irrtümer der Menschheitsgeschichte. Siehe Osterinseln, wo sich eine ganze Kultur selbst ausgelöscht hat, weil sie gar nicht wussten was sie da machen.

      Solche Menschen wie dich lieber Markus, nenne ich gerne gezüchtete Zahnrädchen in einem Uhrwerk, dass zwar perfekt zu funktionieren scheint, aber es doch nicht tut.
      Du musst noch so soo viel mehr Lernen über deine Umwelt.

      Fang mal bei deiner bescheuerten Markttheorie an du Opfer. In Afrika brauchen die Menschen Nahrung und das ist die Nachfrage. Aber du Hirntoter willst mir jetzt erzählen, dass Angebot und Nachfrage wie durch Zauberhand zusammen finden.
      Warum also gibt es in Afrika kein Angebot für Lebensmittel? Genau, weil es keine Zauberhand gibt und Menschen wie du sind Opfer und Täter zugleich.

      Naja, cooler Artikel Philip.

      Mfg Cashpunker

  12. Schizophrenie ist hier zwar mal wieder der völlig falsche Begriff – so was nennt die Psychiatrie Dissoziation – aber ansonsten völlig richtig.

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