«Die Arbeit von ihrem schlechten Ruf befreien»

Interview mit Daniel Häni im €URO, Magazin für Wirtschaft und Geld:

«Die Arbeit von ihrem schlechten Ruf befreien»

 

«Was soll am Ende dieses politischen Prozesses stehen? Was soll das Grundeinkommen bringen?

Die Befreiung der Arbeit! Es geht um das Menschlichste der Welt, nämlich selbst zu bestimmen, was ich tue. Wenn wir das zulassen, setzen wir Kreativität und Innovation frei. Wir können das Korsett der weisungsgebundenen
Erwerbsarbeit ablegen und damit den Rohstoff des 21. Jahrhunderts — die Kreativität — freilegen. Das Bedingungslose Grundeinkommen ist das Mittel, den Rohstoff zu fördern. Das Ziel ist mehr Freiheit in der Arbeit. Das Mittel dazu die Freiwilligkeit.

Freiheit? Ist ein Grundeinkommen nicht eher paternalistisch, nach dem Motto: Der Staat sorgt für alle seine Kinder. Entmündigt man nicht die Menschen?

Im Gegenteil. Das Grundeinkommen befähigt die Menschen, Dinge abzulehnen, die sie nicht tun wollen. Das macht sie unabhängiger, souveräner und versetzt sie in die Lage, verantwortlicher zu entscheiden. Wenn ich mich bewusst gegen gewisse Tätigkeiten und für andere entscheiden kann, habe ich auch weniger Ausreden. Ich habe mehr Verantwortung für meine Entscheidungen. Das Grundeinkommen bedeutet durch die Existenzsicherheit mehr Freiheit und durch die Freiheit mehr Verantwortung.»

euro

Comments

  1. Man muss das bedingungslose Grundeinkommen von verschiedenen Blickwinkeln anschauen…
    -Von der psychologischen Perspektive von jungen Schulabgänger ist es leicht nachvollziehbar das junge Menschen sehr viel Zeit brauchen um herauszufinden was sie für einen Arbeitsweg in der Zukunft einschlagen möchten.
    -Von der finanziellen Prspektive wäre 2’500,- monatlich eine grosse Hilfe für die schweizerische Jugend! Um so mehr wenn man sich die heutige Arbeitslosenunterstützung für die Schulabgänger anschaut! Die heutige Schulabgänger erhalten nämlich 5 Monaten wegen der Karenzzeit ZERO Franken! In der Zeit wo sie die finanzielle Unterstützung bei der Suche nach ihrer Arbeitszukunft an meistens bräuchten!!! Hauptsache das man Steueroptimierung für die reiche Unternehmungen als genial findet was den Staat Mega viel Geld kostet… Sehr traurige Entwicklung…

  2. Ich glaube, dass durch das BGE platz fuer eigenverantwortung geschaffen wird. Frei nach dem motto: was wuerden sie tun, wenn geld keine rolle spielen wuerde? Dann waere jeder in der lage, ja geradezu gezwungen darueber nachzudenken, was er/sie wirklich mit seiner zeit tun moechte. Ich denke, das viele menschen sich ohnmachtig fuehlen wenn es um die wahl der arbeit geht, da so viel vom geld abhaengig ist und einem dadurch die entscheidungsmacht ueber das was man wirklich tun moechte entzogen wird, da man nicht auf einen gesellschaftlich verankerten lebensstandard vezichten moechte. Hat man jedoch die freiheit zu entscheiden was fuer einen beruf man waehlt ohne den finanziellen zwang, so entscheidet man sich mit voller verantwortung fuer eine berufung wie zb maurer, maler, arzt oder was auch immer. Stellt sich fuer mich nur die frage, was ist mit den jobs, die niemand machen moechte, wie zb. Muellmann, kloreiniger oder fliessbandarbeiter. Es gibt viele jobs die unabdingbar sind jedoch meist nur von menschen uebernommen werden, die auf geringe finanzielle mittel zugreifen koennen und durch unterqualifizierung auf solche jobs eingehen. Mit dem stand unserer heutigen technik koennen bestimmt viele solcher arbeiten von maschinen verrichtet werden, aber sicher nicht alle…

  3. Wir freuen uns natürlich über die Grossaufnahmen von Herrn Häni in Schwarz-Weiss, was das wohl wieder gekostet hat?

    In diesem Post geht es darum, dass die Arbeit gar keinen schlechten Ruf hat, zumindest bei der „normalen“ Bevölkerung nicht. Arbeit ist etwas total Gutes, und Sie reden die Arbeit schlecht. Die Arbeit wird von Ihrer Seite schlecht gemacht, und ich finde, das ist nicht hinzunehmen.

    Ich arbeite gerne und liebe meine Arbeit, deshalb brauche ich auch kein Grundeinkommen. Ich fühle mich weder unter Druck, noch in prekärer Lage noch ausgenutzt noch sonst irgendwas von diesem sozialistischen Gerede.

    Ein Maurer auf dem Bau kann gar nicht an der Sinnvolligkeit seiner Arbeit zweifeln: er macht einfach seinen Job und verlangt dabei kein Grundeinkommen. Auch die Gewerkschaften sind gegen ein Grundeinkommen, bis auf Herrn Regotz, der als Walliser auch sonst eine Ausnahme darstellt, die man getrost übergehen kann.

    Seien wir mal ehrlich: Ich würde auch ein BGE vom Staat nehmen, wenn ich das könnte. Ich kenne keinen, der es nicht nehmen würde, aber es ist nicht sinnvoll.

    Arbeit ist, und da sind sich Adam Smith und Karl Marx einig, etwas Total Gutes, und man muss das Image der Arbeit gar nicht aufpolieren, den Arbeit ist Trumpf!

    • Oh, Herr Fenner, da haben Sie sich wahrscheinlich lediglich vertippt. Sicherlich wollten Sie sagen:“ Ein Maurer auf dem Bau HAT gar NICHT an der Sinnvolligkeit seiner Arbeit zu zweifeln….Der Mauer freut sich sicherlich, dass Sie für Ihn mitdenken. Setzen, …sechs.

    • und warum gibt es nicht genug Erwerbsarbeit für ALLE, Herr Fenner? Warum wird immer so getan als hätte es genügend Erwerbsplätze?

  4. Die Arbeit von ihrem schlechten Ruf befreien bedeutet auch das Menschenleben von ihrem schlechten (d.h. entfremdeten) Form befreien. It means re-humanizing de-humanized labor and life! Wohlan!

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