Finanzierung

ECO vom 18.04.2011



Die Frage nach der Finanzierung eines Grundeinkommens mag man für das Komplizierteste an der ganzen Sache halten. Gewaltig ist die jährliche Summe, die nötig ist, um allen in der Schweiz die Einkommen in menschenwürdiger Höhe bedingungslos zu machen.  Rund 200 Milliarden Franken sind davon berrührt. Das ist 1/3 des Bruttosozialproduktes in der Schweiz.

Aber damit ist es im Prinzip schon gesagt:  Das Grundeinkommen ist kein zusätzliches Geld. Das Grundeinkommen ist das Geld, das ein Mensch zum Leben braucht in der Schweiz. Jeder und jede und auch die Kinder haben es bereits. Aber aus verschiedenen Quellen und unter verschiedenen Bedingungen. Die Einkommenshöhe, die man ohnehin braucht bedingungslos zu machen, darum geht es.

Die Frage ist also: Wie kann man die Grundeinkommenshöhe aus den bestehenden Einkommen in die Bedingungslosigkeit überführen?

Die Antwort ist: über Steuern. Darüber besteht Konsens. Welche Steuer es sein soll, da scheiden sich die Geister und das Grundeinkommen fällt meistens dazwischen runter.

Die Grundeinkommensfrage stellt aus ihrem Kern die Steuerfrage. Was ist die richtige Steuer für die Menschen und die Gesellschaft? Da prallen Ideologien aufeinander und politische Manöver leben auf. Das finden wir interessant und haben deshalb dazu einen längeren Grundlagen-Text verfasst:

Die Finanzierbarkeit des Grundeinkommen
PDF 29 Seiten – Eine Einladung zum Mittagessen

Dieser Text ist 2010 im Seismo-Verlag in einem Sammelband von BIEN zusammen mit anderen Beiträgen zum Thema Finanzierbarkeit erschienen.
Weiter Beiträge zur Frage der Finanzierung:

SF ECO
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Die Finanzierung
2500 Franken für alle

Unternimm die Zukunft
Finanzierung
Enno Schmidt
Steuern
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Info 3
Mehrwert verstehen

 

 




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2 Comments

  • Wenn wir die Einkommensbesteuerung (Personen und Firmen) durch eine Vermögensbesteuerung (nur Personen / Firmen gehören Personen, Firmen sollen also weder Einkommens- noch Vermögenssteuer bezahlen) ersetzen, werden Firmen und Personen von der Einkommenssteuer befreit. Mit dem Wechsel von der Einkommensbesteuerung zur Vermögensbesteuerung wird dazu ermutigt freie Mittel von Firmen und Personen zu reinvestieren, nicht zu verstecken (Schwarzgeld), nicht unproduktiv herumliegen zu lassen, nicht zu Spekulationszwecken zu verwenden. Ein freiwilliges, bedingungsloses Grundeinkommen wird finanzierbar. Kannst Du in einem Jahr zB. CHF 20’000.00 auf die Seite legen, bezahlst Du gerne ca. 2.5% davon, also CHF 500.00 in Form von Vermögenssteuern, wenn keine Einkommenssteuern anfallen. Wir schätzen das gesamte Vermögen der Schweizer Bevölkerung auf ca. CHF 3’000’000’000’000.00 (3 Billionen CHF / bescheidene Schätzung / 2.5% davon sind ca. 75 Milliarden CHF) bis CHF 8’000’000’000’000.00 (8 Billionen CHF / inklusive vermutete versteckte Schwarzgelder / 2.5% davon sind ca. 200 Milliarden CHF). Arme, Schwache, der untere Mittelstand und Firmen werden entlastet, unproduktive Vermögen werden besteuert. Der soziale Friede wird wiederhergestellt, denn: “Helft den Armen – dann helft ihr den Reichen”. Die Reichen wollen natürlich kein solches Steuer-Konzept, da sie vermehrt in die Pflicht genommen werden. Doch sie werden nicht darum herumkommen ihre unproduktiven Mittel zum Wohle der gesamten Bevölkerung einzusetzen. Es ist bloss eine Frage der Zeit, bis die Einsicht auch bei den Reichen reift. Seit der Vertreibung des Blut-Adels haben sie es durch Lobbyarbeit und direkte Einflussnahme verstanden die erneute Akkumulation von Vermögen zu fördern durch die (gänzliche oder teilweise) Abschaffung der Erbschafts- und Vermögenssteuer und einen Geld-Adel von ca. 1-5% der Bevölkerung zu schaffen, der heute die Massen weltweit versklavt. Die Oekonomie des Kommunismus ist durch die Oekonomie des Kapitalismus geschlagen worden. Für wielange? Zur Zeit regiert der Turbo-Kapitalismus mit verheerenden Folgen, sollten die genannten 1-5% der Weltbevölkerung nicht zur Vernunft kommen. Das System der Mehrwertsteuer (VAT Value Added Tax) soll beibehalten werden. Wer mehr ausgibt und verbraucht, soll mehr Steuern abliefern. Auch soll der oekologische Fussabdruck jeder Person vermehrt in Betracht gezogen werden, indem Ressourcenverschleuderer bestraft und Ressourcenbewahrer belohnt werden. Steuern wir auf eine bessere Welt zu? Ich hoffe es!

  • Praktisch alle Steuern sind regressiv. Darin sind sich die Oekonomen einig. Loebliche Ausnahme: eine Steuer auf dem Wert des Bodens/Standorts und Privilegien (Patente, Monopole) ist neutral. D.h. die Steuer hat keine negativen volkswirtschaftlichen Auswirkungen. Mehr noch: eine Steuer auf dem Wert des Bodens verhindert die Bodenspekulation, kann nicht umgangen werden und bringt minimalste administrative Kosten mit sich. Die Bodenrente in der Schweiz betraegt rund 200 Mrd. Franken. Damit kann saemtliche Infrastruktur nachhaltig finanziert werden, der OeV ist gratis, so auch die Gesundheitsversorgung. Daneben reicht es sehr wohl auch noch fuer eine Buergerdividende, welcher der wirtschaftliche Lage und Entwicklung des Landes Rechnung traegt. http://www.landvaluetax.org

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