«Arbeit ist mehr als eine lästige Pflicht»

(Foto © Christine Rabus)

Ganze Seite zur Grundeinkommen in den Schaffhauser Nachrichten:

Von «bedingungslos» bis «besinnungslos»

 

Mit einem lesenwerten Beitrag von Enno Schmidt:

«Arbeit ist mehr als eine lästige Pflicht»

«Das bedingungslose Grundeinkommen lässt den Glaubensatz wanken, dass jeder etwas für Geld zu leisten hat, damit er oder sie leben kann. Der Einkommensbetrag, den jeder zum Leben braucht – in bescheidener Höhe –, wäre mit dem Grundeinkommen frei gegeben aus demokratischer Übereinstimmung. Die Frage, ob dann die Gesellschaft zusammenbricht, liegt bei jedem selbst. Und damit auch die Frage, was wir voneinander halten und von uns selbst. Ein bedingungsloses Grundeinkommen gäbe die Möglichkeit zu mehr eigener Entscheidung, Initiative, Beweglichkeit und Sicherheit. Damit sind nicht die Arbeitseinkommen abgeschafft, nicht, dass Leistung sich lohnt, auch nicht Sozialleistungen, die aufgrund von besonderem Bedarf höher als ein Grundeinkommen sein müssen. Aber die Einkommenshöhe, die jeder sowieso und unbedingt zum Leben braucht, wäre bedingungslos. Das wäre ein Schritt weiter zu einer Solidarität, die jedem ein Mehr an Freiheit gewährt und das damit verbundene Mehr an Eigenverantwortung zuspricht. Es nimmt etwas von der materiellen Existenzangst. Die ist bei der heutigen Überproduktion an materiellen Gütern faktisch nicht mehr nötig. Viel nötiger ist, den
individuellen Lebenswegen und der Vielfalt der Tätigkeiten mehr Raum zu geben und der Aufmerksamkeit für die Dinge, die heute anstehen.

Für ein Einkommen muss gesorgt sein, dann kann man sich auf die Arbeit konzentrieren. Das bedingungslose Grundeinkommen bringt Leben und Arbeit näher zusammen und betont den Wert der Arbeit aus eigenem Antrieb und zum
Guten für andere. Die Bedingungslosigkeit ist eine Herausforderung. Doch das Bedingungslose bestimmt nicht, dass etwas anders sein müsste. Es ermöglicht nur, wo Bedarf ist. Es ist ein Schutz der Privatsphäre, eine Möglichkeit zu einer Auszeit, einem Neuanfang, oder auch, das Gleiche wie bisher zu machen – vielleicht besser. Im Laufe der nächsten 20 Jahre wird laut Studien die Hälfte der heutigen Arbeitsplätze durch die Digitalisierung überflüssig werden. Auch wenn es weniger sein werden: Für viele ändert sich, was Arbeit ist. Personenbezogene Dienstleistungen, kulturelle Arbeit, Arbeit, die Empathie, kreative Lösungen, neue Begriffe und Geistesgegenwart braucht, hat Zukunft. Das sind Arbeiten, zu denen niemand per Existenznot zu zwingen ist. Geben wir die träge Vorstellung auf, Arbeit sei nur eine lästige Pflicht, die viele nicht erfüllen würden, könnten sie auch ohne sie auf bescheidenem Niveau leben. Arbeit ist mehr.

Überprüfen Sie die Sache bei sich selbst, und trauen Sie das auch anderen zu. Warum nicht?

Enno Schmidt ist Mitbegründer der Initiative Grundeinkommen.»

Comments

  1. ich habe gerade gelesen:“…sientistic and cultural breakthroughs were often made by people who don’t work or don’t have work for a while“,and „don’t allow people to fall“, „increase innovation“…sam altman
    ich habe mich gefragt, warum das argument, dass dann die meisten faul werden oder niedere arbeit liegen lassen, in der schweiz und auch in deutschland so verbreitet ist? wenn ich anderen nicht vertraue,wie steht es dann mit vertrauen in mich selbst? ich kann nur dinge in frage stellen, die ich an mir selbst erfahren habe, oder selbst jemand anderem zugefügt habe. jemand, der nie drei monate auszeit (selbstgegeben oder gezwungenermassen macht hier einen kleinen unterschied) hatte, kann nicht beurteilen, was es mit uns macht. ich persönlich weiss, dass 3 monate „nichts tun“ ( in „“)eine gewaltige welle an emotionen und innerem umbruch bewirkt, wenn es nicht durch aktivismus erstickt wird. erholung, frust, erleichterung, perspektivenwechsel und danach wird wieder etwas aktiviert, etwas schöpferisches, frischer elan, neue liebe zum leben, positives denken….jeder burnoutkandidat bewegt sich durch diesen prozess.
    ich glaube, dieses argument kursiert so stark, weil fast jeder eine nicht offensichtlich wahrgenommene erschöpfung in sich trägt, besonders in der schweiz, wo sich doch sehr viele über „arbeit“, „tätigkeit“ definieren, und deshalb unbewusst jeder sich nach auszeit sehnt. es sich selbst gönnen und damit auch anderen ist eine ziemliche herausforderung. der erste schritt ist, es sich selbst einzugestehen, dass man es sich nicht gönnt. relaxt im liegestuhl zu liegen, während der nachbar schuftet oder zu einer zeit, wo andere arbeiten,ist peinlich. was könnten die denken von mir. schuld und scham sind gross geschrieben. diese gefühle sind aber zum teil auch generationsabhängig. in anderen ländern ist dieses argument nicht so relevant, da dort sehr viel freiere arbeitsformen gelebt werden, dort stehen roboter und armutsfrage eher im fordergrund. gut, dass überhaupt diskutiert wird. wenn wir dort angelangen in unserem denken, dass wir BGE auch geben würden, wenn es keine mängel gäbe, wenn die welt nur schön wäre, einfach, weil es jedem menschen endlich einfach nur gibt, nicht gleich wieder ans nehmen denkt, wenn wir es alle wollen, weil es spass macht, etwas den handlungsradius jedes einzelnen zu erweitern, weil es spass macht, gemeinsam neues zu experimentieren, wie es USA und UK und umliegende länder und m.bohmeyer mit team (www.mein-grundeinkommen.de) schon länger tun, dann wirds richtig spannend. 😉
    auch wennn wir nicht alle bewusstseinsmässig bereit sind, viele sind es doch und sam altman hat auch erwähnt:..“if ten percent would have new ideas on life and health, we all would benefit.“
    erst ein „ja“ zum BGE, aus persönlichen gründen und für das wohl der gesellschaft, wohl-stand für alle menschen;-)….wie es weitergeht und umgesetzt wird? weltweite ansätze zusammengenommen präsentieren auch der schweiz die lösung, vorausgesetzt, ihr schliesst euch an, es als zusätzliche säule zu nehmen, nicht ein im bereits gezahlten lohn enthaltenes BGE. die übrigen länder geben es zusätzlich zum schon bestehenden einkommen.
    jedesmal, wenn ich mit anderen darüber diskutiere, ist das ein knackpunkt, der unmut aufkommen lässt. aber darum geht es erstmal nicht. es geht darum, dass sich vielleicht als ansatz, sich mit BGE anzufreunden, jeder die frage stellt “ was wäre in meiner vergangenheit mit BGE anders verlaufen?“ die herausforderungen im leben werden bleiben, aber lernprozesse, fehler führen uns nicht mehr gleich an die schwelle der existenz und so mancher wird sich im kleinen rahmen erfolgreich selbständig machen können, was in der schweiz sehr schwierig ist, da die pflichtbeträge doch recht hoch sind ( meine eigenen erfahrungen 😉 ).
    und hier noch etwas zum geniessen und träumen und als impuls zum wochenende
    https://magis.to/47nQG0zc?l=vsm&o=i&c=e
    deutsch
    herzlichst
    corinna @Dakinisun

  2. ich habe gerade gelesen:“…sientistic and cultural breakthroughs were often made by people who don’t work or don’t have work for a while“,and „don’t allow people to fall“, „increase innovation“…sam altman
    ich habe mich gefragt, warum das argument, dass dann die meisten faul werden oder niedere arbeit liegen lassen, in der schweiz und auch in deutschland so verbreitet ist? wenn ich anderen nicht vertraue,wie steht es dann mit vertrauen in mich selbst? ich kann nur dinge in frage stellen, die ich an mir selbst erfahren habe, oder selbst jemand anderem zugefügt habe. jemand, der nie drei monate auszeit (selbstgegeben oder gezwungenermassen macht hier einen kleinen unterschied) hatte, kann nicht beurteilen, was es mit uns macht. ich persönlich weiss, dass 3 monate „nichts tun“ ( in „“)eine gewaltige welle an emotionen und innerem umbruch bewirkt, wenn es nicht durch aktivismus erstickt wird. erholung, frust, erleichterung, perspektivenwechsel und danach wird wieder etwas aktiviert, etwas schöpferisches, frischer elan, neue liebe zum leben, positives denken….jeder burnoutkandidat bewegt sich durch diesen prozess.
    ich glaube, dieses argument kursiert so stark, weil fast jeder eine nicht offensichtlich wahrgenommene erschöpfung in sich trägt, besonders in der schweiz, wo sich doch sehr viele über „arbeit“, „tätigkeit“ definieren, und deshalb unbewusst jeder sich nach auszeit sehnt. es sich selbst gönnen und damit auch anderen ist eine ziemliche herausforderung. der erste schritt ist, es sich selbst einzugestehen, dass man es sich nicht gönnt. relaxt im liegestuhl zu liegen, während der nachbar schuftet oder zu einer zeit, wo andere arbeiten,ist peinlich. was könnten die denken von mir. schuld und scham sind gross geschrieben. diese gefühle sind aber zum teil auch generationsabhängig. in anderen ländern ist dieses argument nicht so relevant, da dort sehr viel freiere arbeitsformen gelebt werden, dort stehen roboter und armutsfrage eher im fordergrund. gut, dass überhaupt diskutiert wird. wenn wir dort angelangen in unserem denken, dass wir BGE auch geben würden, wenn es keine mängel gäbe, wenn die welt nur schön wäre, einfach, weil es jedem menschen endlich einfach nur gibt, nicht gleich wieder ans nehmen denkt, wenn wir es alle wollen, weil es spass macht, etwas den handlungsradius jedes einzelnen zu erweitern, weil es spass macht, gemeinsam neues zu experimentieren, wie es USA und UK und umliegende länder und m.bohmeyer mit team (www.mein-grundeinkommen.de) schon länger tun, dann wirds richtig spannend. 😉
    auch wennn wir nicht alle bewusstseinsmässig bereit sind, viele sind es doch und sam altman hat auch erwähnt:..“if ten percent would have new ideas on life and health, we all would benefit.“
    erst ein „ja“ zum BGE, aus persönlichen gründen und für das wohl der gesellschaft, wohl-stand für alle menschen;-)….wie es weitergeht und umgesetzt wird? weltweite ansätze zusammengenommen präsentieren auch der schweiz die lösung, vorausgesetzt, ihr schliesst euch an, es als zusätzliche säule zu nehmen, nicht ein im bereits gezahlten lohn enthaltenes BGE. die übrigen länder geben es zusätzlich zum schon bestehenden einkommen.
    jedesmal, wenn ich mit anderen darüber diskutiere, ist das ein knackpunkt, der unmut aufkommen lässt. aber darum geht es erstmal nicht. es geht darum, dass sich vielleicht als ansatz, sich mit BGE anzufreunden, jeder die frage stellt “ was wäre in meiner vergangenheit mit BGE anders verlaufen?“ die herausforderungen im leben werden bleiben, aber lernprozesse, fehler führen uns nicht mehr gleich an die schwelle der existenz und so mancher wird sich im kleinen rahmen erfolgreich selbständig machen können, was in der schweiz sehr schwierig ist, da die pflichtbeträge doch recht hoch sind ( meine eigenen erfahrungen 😉 ).
    und hier noch etwas zum geniessen und träumen und als impuls zum wochenende
    https://magis.to/47nQG0zc?l=vsm&o=i&c=e
    deutsch
    herzlichst
    corinna @Dakinisun

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