Was bewegt Daniel Häni – Portrait in der ZEIT

daniel_haeni_ZEITBereit für einen Apfelschuss. Foto Andri Pol

 

Philip Kovce portraitiert Daniel Häni für die ZEIT:

Er bertreibt das grösste Kaffeehaus der Schweiz und wirbt für ein Grundeinkommen ohne Arbeit

 

Ausschnitt:

Das Grundeinkommen ist für Häni keine Utopie, sondern die logische Folge seiner eigenen Lebenserfahrung. „Ich brauche ein Einkommen, um arbeiten zu können. Wenn ich meine, ich arbeite, um ein Einkommen zu erzielen, habe ich innerlich schon gekündigt.“ Dann schleiche sich Faulheit ein. Nicht als anthropologische Konstante, sondern als Trotzreaktion. Das Grundeinkommen sei so gesehen eine Initiative gegen Faulheit.

Finanziert werden soll es seiner Meinung nach durch eine Konsumsteuer: „In einer arbeitsteiligen Wirtschaft ist die Leistung der falsche Ort der Besteuerung“, meint Häni. Nicht die Arbeit, der Verbrauch müsse steuerlich belastet werden, glaubt er.

Manchmal sieht es so aus, als säße Häni zwischen den Stühlen. Den Linken gilt er als Liberaler, dessen unternehmerische Aktionen seinen Draht zur Bourgeoisie offenbaren. Vielen Bürgerlichen gilt er als Rebell, der utopischen Ideen anhängt. Richtig ist, dass der Vater zweier Töchter nicht gerne auf ausgetretenen Wegen geht. Nicht nur, dass sein Kaffeehaus ohne einen Konsumzwang auskommt. Er und zwei Co-Geschäftsführer arbeiten auch ohne Budgets, und die rund 50 Mitarbeiter bestimmen über ihre Bezahlung und ihre Arbeitszeiten mit. Das sei nur möglich, wenn man nicht über alles und jedes kraftraubend diskutiere, sagt Häni, sondern demjenigen die Verantwortung zuspreche, der die Initiative ergreife. „Initiativkompetenz“ nennt er dieses Prinzip. „Das Motiv der Arbeit soll in der Arbeit selber liegen“, sagt er. Es sei unproduktiv, wenn man nur tue, was der Chef sage, und ansonsten auf den Feierabend warte.


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Comments

  1. Das klingt schon gut “ aber „??????
    Redet man nun monatelang darüber und wenn man dann keine Lust mehr hat darüber zu debattieren begräbt man es ? 🙁

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