Warum die neue Arbeitswelt ein bedingungsloses Grundeinkommen braucht

Artikel in der Süddeutschen Zeitung:

«Uber fahren, Kleinstvermieter werden, digitale Mini-Aufträge erledigen: Immer mehr Selbständige leben eher von einzelnen Gigs als dauerhaften Jobs. Aber steuern wir damit in eine prekäre Zukunft?»

Von Johannes Kuhn, San Francisco

Warum die neue Arbeitswelt ein bedingungsloses Grundeinkommen braucht

 

Ausschnitte aus dem Beitrag:

«Die neuen Arbeitsformen werden wachsen. Ihnen hängt kein Stigma an, liegt in ihnen doch auch das Versprechen einer nie gekannten Selbstbestimmtheit, die deckungsgleich mit der nationalen Idee der „Free Enterprise“ und des Entrepreneurship ist, also der Unternehmensgründung.
Hier liegen die Kernideen der Post-Arbeitsgesellschaft und Post-Wachstumsgesellschaft, die jedoch beide einen Haken haben: Sie funktionieren nur unter der Voraussetzung, dass die materielle Sicherheit vom Staat geschaffen wird, in Form eines bedingungslosen Grundeinkommens, das über das pure Minimum hinausgeht. Ein Gedanke, dem für viele bisher noch etwas Frivoles anhaftet.
Die Vereinigten Staaten und Deutschland befinden sich in der gleichen Situation: Das Wesen der Arbeit löst sich auf und damit auch ihre Bedeutung. Das was Arbeit war, geht in eine nächste Stufe über. Wie diese aussehen wird, hängt nicht nur an politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Faktoren. Die nächsten Kapitel der Geschichte werden vor allem in Computercode geschrieben. Dass die USA uns hier überlegen sind, sollte Deutschland nervös machen. Im 21. Jahrhundert gilt: Wenn eine Gesellschaft ihre Zukunft in den eigenen Händen behalten möchte, muss sie diese programmieren können.»

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