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  1. Gleiche Augenhöhe schafft Frieden und der destruktive Energie-Verlust für Krieg und Kampf verschwindet.
    Der Snobist will jedoch nach unten schauen.

    Ein klares JA für das bedingungslose Grundeinkommen.
    ( Es gibt kein minderwertiges Leben. )

  2. lieber herr fenner,

    ihre anti-hegelianische polemik mag indiz sein, dass es ihnen vor allem darum zu tun ist, ein ahistorisches denken durchzusetzen, womöglich um durch den verweis auf ein angeblich ewiges wesen der natur die bestehenden machtverhältnisse zu rechtfertigen, wohingegen in den naturwissenschaften natur nicht, wie das in ihrem ich offenbar passiert, absolut gesetzt wird und das interesse oft grad auf verbesserung der wirklichkeit abzielt, während sie, herr fenner, einem naturalistischen fehlschluss erliegen und fälschlich aus dem – wohlgemerkt nur vermeintlichen – zustand der welt schliessen, dass die welt auch so eingerichtet zu sein habe.

    gegen argumente, die den versuch unternehmen, ungerechtigkeit vermittels der behauptung von sachzwängen zu rechtfertigen, und sich gern realistisch geben, was aber nur einem versuch der selbstimmunisierung gleichkommt, ist einzuwenden, dass moral und menschlichkeit höher zu gewichten sind als wirklichkeit, da diese ohnehin veränderlich ist und moral und menschlichkeit viel eher verdienen als sachzwänge bezeichnet zu werden.

    wozu wohl sehr gut passt, dass auch sie wie die meisten gegner eines grundeinkommens gefliessentlich jene argumente ignorieren, die auf die notwendigkeit eines grundeinkommens schliessen aufgrund einer kritik an der einrichtung der bestehenden sozialwerke, die durch die tatsache, dass das anrecht auf unterstützungsleistungen nachzuweisen ist, grundsätzlich in kauf nehmen, dass einem teil der auf unterstützung angewiesenen menschen dieser nachweis nicht gelingt und angst und prekarität auf diese weise zum normalzustand machen, was glücklicherweise vielen menschen als unhaltbarer zustand erscheint, schliesslich wird leid vor allem subjektiv erfahren und ist entsprechend nicht in allen fällen objektiv vermittelbar. der verweis auf die wirklichkeit, die nun einmal hart sei, oder das von ihnen entwickelte – aber auch vom bundesrat selbst suggerierte – untergangsszenario dienen neben der vermittels des konstrukts sozialmissbrauch betriebenen dämonisierung wirtschaftlich benachteiligter bevölkerungsschichten nur dazu, dieses menschenopfer zu legitimieren, wobei diese versuche bei ihnen noch zugespitzt werden durch die ahistorische verteufelung des menschengeschlechts ingesamt.

    kausalität wird durch ein grundeinkommen ebenfalls keineswegs in frage gestellt, wie sie das vermittels einer mehrdeutigen verwendung des begriff „bedingtheit“ unterstellen. auch hier handelt es sich um einen weiteren fehlschluss ihrerseits. aristotelische syllogistiker dürften sich, zumindest wenn sie der ansicht des philosophen, dass musse – nicht not – der ursprung aller innovationen sei, für ein grundeinkommen einsetzen.

  3. Guten Tag

    Ich habe nichts gegen die Veranstaltung an sich, aber erlauben Sie mir eine Bemerkung bezüglich des Titels des Treffens „Grundikomme bi de Lüt“.

    „Grundikomme bi de Lüt“: Auf der ersten Blick scheint der Titel logisch und anregend. Auf den zweiten Blickt tritt dann aber die Ernüchterung ein. Der Titel suggeriert, dass das Grundeinkommen fest in der Bevölkerung der Schweiz (oder der Bevölkerung in Deutschland) verankert ist. Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein. Das Grundeinkommen wird nur von einer extremistischen Gruppe vertreten, die hier den Leistungsstaat entmanteln will. Alle anderen sind dagegen. Diese kleine, extrem laute, Gruppe kann vielleicht noch ein paar Menschen blenden bis zur Abstimmung des Souveräns. Das heisst aber nicht, dass alle Menschen dafür sind, die sich von der Versprechung verleiten lassen dann nicht mehr arbeiten zu müssen.

    Das Nicht-Arbeiten-Müssen der Gesellschaft trägt vielleicht ein Monat, vielleicht zwei Monate. Danach bricht das System in sich ein, und schlimme Folgen werden die Konsequenz der ursprünglichen Einführung sein. Wer vorrausschauen kann, wird sich sagen: „OK, zwei Monate kann ich das System ausnutzen, danach wird es zu einem „failed state“ Szenario kommen, und ich setze mich ins Ausland ab.“ Zwei Grundeinkommen, oder 5000 CHF kann ich also mitnehmen, dann hört der Spass auf, und ich muss wieder viel mehr arbeiten als vorher, das heisst wieder in der Landwirtschaft oder der verarbeitenden Industrie, da der Dienstleistungssektor und die modernen Sektoren am schnellsten zusammenbrechen werden. Wenn ich die Zukunft extrem schwach abdiskontieren tue, ist es vielleicht sogar rational heute 2500 CHF zu haben, auch wenn ich ein zwei Monaten starke Verluste einfahren werde. Diese Menschen kann ich nicht überzeugen.

    Alle anderen, die realistische individuelle Diskontierungssätze haben, werden es sich aus rationaler Hinsicht sehr gut überlegen, ob sie das Geld heute, den Verlusten nachher vorziehen.

    Wie gezeigt wurde, sind BGE Befürworter entweder geblendete Bevölkerungsschichten, die sich irrational von einer Gewinnabsicht leiten lassen, oder, wie die Leiter der Initiative, fehlgeleitete Hegelianer, die nicht an ein naturalistisches Weltbild glauben wollen und sich den Naturwissenschaften wiedersetzen. Die Letzteren kann ich auch nicht mit rationalen Argumente überzeugen. Sie streiten ab, das „A“, gleich „A“ ist, oder das eine Aussage entweder richtig oder falsch sein muss, aber nicht beides zugleich. Logische und wissenschaftliche Argumente ziehen bei denen nicht. Man könnte grad so gut zu Ihnen sagen: „Nik flat glorny quando flu“ und das Resultat wäre das gleiche.

    Zum Rest der Bevölkerung, die aber weder irrational ist, noch psychologische Abweichungen vom Mittelwert von mehr als zwei Standardabweichungen hat, sage ich: Lasst Euch nicht blenden, von der Rhetorik der Grundeinkommensbefürworter. Es gibt keinen Gratis-Lunch, wie das im Laufe der Geschichte immer und immer wieder gezeigt wurde. Ebenso wenig gibt es ein plationisch-bedingungsloses Grundeinkommen. Alles in der Wirtschaft ist an Bedinungen geknüpft, wir sind nicht in Utopia oder im Schlaraffenland.

    Es wird sich zeigen an der Volksabstimmung, ob das Grundeinkommen wirklich in der Bevölkerung verankert ist, wie die Befürworter das propagieren, oder ob es eine Meinung einer Randgruppe der Bevölkerung ist, die noch nicht gelernt hat erwachsen zu werden und die Realität als solche anzuerkennen.

    • Lieber Markus

      Ich möchte Ihnen Mut und Zuversicht zusprechen. Doch, doch – warum sollten wir uns nicht auf das hinbewegen, was Sie Utopia nennen? Utopia ist die Zukunft, in der das Disfunktionale unserer heutigen Welt so nicht mehr stattfindet. Und zwar egal, ob wir uns nun in den USA, in der Schweiz, im Iran, in Israel, Russland, China oder in Australien aufhalten. Wer möchte nicht in eine Welt hineingeboren werden, die keinen Krieg, keine sinnlose Unterdrückung und behördliche Willkür mehr kennt.

      Ein disfunktionales System – und unser „Leistungsstaat“ gehört dazu – produziert, toleriert und fördert: Krieg, Flüchtlingsströme, Hunger, Verarmung einkkommensschwacher Menschen, Pseudo-Wissenschaft, Vettern-Wirtschaft, Verschmutzung, Überproduktion, Gentechnologie, Tierversuche, Lüge, Propagana, Desinformation, Bürgerbevormundung, Lebensmittelvernichtung, Pensionskassengelder von Kirchen als Kapitalanlage in der Rüstungsindustrie, Leerläufe, Fleischberge, Lohndumping, Tierfabriken, frisierte Buchhaltungen, Intransparenz, behördliche Schikanen, Justiz-Irrtümer, Vertuschungspolitik, Schweigepflicht. Die Liste liesse sich noch fröhlich ergänzen.

      Es ist Ihre Freiheit, so etwas als „Leistungsstaat“ zu bezeichnen. Es ist meine Freiheit, von einer ziemlich verkommenen Gesellschaft zu sprechen, die sich fähnchenschwingend in eine Scheinwelt von Friede, Freude, Eierkuchen hüllt. Dabei brauche ich die guten Seiten dieses Staates nicht zu verkennen. Eine intelligente Gesellschaft aber schafft das Gute, ohne dass dabei Nachteiliges irgendwelcher Art entsteht. So stelle ich mir die Schweiz der Zukunft vor.

      Das Grundeinkommen ist ausgezeichneter Ansatz in einem Systemumbau. Es hat auch in unserem Land viele echte Pioniere, visionäre und kritikfähige Denker, die nicht besessen sind von ihrem eigenen Lösungsansatz, sondern auch zuhören und geistig wendig die Bedürfnisse anderer in ihre Überlegungen integrieren können. Solche Menschen schaffen es aber interessanterweise höchst selten auf die Wahllisten prominenter Parteien. Dabei würden gerade solche Menschen dringendst als geistige Führer einer Gesellschaft gebraucht. Und unsere Medien – von Fernsehen, Radio bis hin zur Tagespresse – verstehen die Pressefreiheit interessanterweise so, dass sie solchen Menschen die Öffentlichkeit komplett verweigern oder sie dann gezielt marginalisieren. Und so pflanzt sich Schildbürger-Intelligenz munter fort, bis eines Tages dieses einst schöne Land vor einem grossen Scherbenhaufen steht – alles immer unter Berufung auf unsere Demokratie. Diese Entwicklung ist nicht gewollt von finsteren Mächten, sie ist die natürliche Konsequenz aus Inkompetenz.

      Gut also, wird über das Grundeinkommen diskutiert. Am besten nehmen Sie an den angesagten Veranstaltungen teil. Dort lernen Sie Menschen kennen, die sich eine bessere Zukunft für alle wünschen und auch bereit sind, sich dafür zu engagieren. Äussern auch Sie Ihre Bedenken. Kommen Sie mit den Menschen vor Ort ins Gespräch. Am PC sitzend und in Foren herumtollend – mir geht es ebenso – tendiert man oft dazu, Dampf abzulassen oder sich Frust von der Seele zu schreiben. Alles beginnt mit dem Dialog. Und mit der Begegnung von Mensch zu Mensch. Das Grossartigste ist immer, wenn Menschen mit unterschiedlichen Positionen und vielleicht noch generationsübergreifend miteinander ins Gespräch kommen – und merken, dass die erste Verständigungsebene der gegenseitige Respekt ist.

      Machen Sie sich nicht daraus, wenn die Initianten des Grundeinkommens selbstbewusst und werbewirksam auftreten. Sie müssten sich sonst konsequenterweise auch jeden Tag grün und blau ärgern über die propagandistische und höchst manipulative Berichterstattung von Fernsenen, Radio und Presse, die mit ihrer
      Art der politischen Berichterstattung mindestens zwei Generationen von Menschen eine schwere Gehirnwäsche verpasst haben – ohne dass die arglosen, gutgläubigen Menschen sich dies bewusst sind.

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