SRF Club zum Grundeinkommen

Bedingungsloses Grundeinkommen – Utopie oder Chance?

«Ein Grundeinkommen für alle, egal ob man arbeitet oder nicht: für die Gegner ein «blauäugiger Sozial-Unsinn», ein Aufruf zu einer «Hängematten-Mentalität», für die Befürworter der Beginn einer visionären, neuen Arbeits- und Gesellschaftsordnung. Was stimmt?

Unsere Arbeitswelt verändert sich radikal. Immer öfter übernehmen Roboter unsere Arbeit. Immer weniger Menschen werden eine bezahlte Erwerbsarbeit haben, so die Prognosen vieler Wirtschaftsexperten. Trotzdem muss die Existenz gesichert sein. Das bedingungslose Grundeinkommen ist hierfür die Lösung, sagen die Befürworter. Und mit dem bedingungslosen Grundeinkommen würden auch die Hausarbeit, die Erziehung von Kindern oder die Betreuung von alten Menschen – heute häufig unbezahlte Freiwilligenarbeit – endlich gewürdigt.

Für die Gegner der Initiative ist das bedingungslose Grundeinkommen ein «Motivations-Killer». Es bestünde kein Anreiz mehr zum Arbeiten, kein Wille eine anspruchsvolle Ausbildung durchzustehen. Es sei eine Einladung zum Schmarotzertum und setze ein falsches Zeichen.

Über die Volksinitiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen wird am 5. Juni abgestimmt. Wie hoch der Betrag ist, steht nicht im Verfassungstext. Die Initianten schlagen 2500 Franken pro Monat für Erwachsene vor und 625 Franken pro Kind oder Jugendlicher. Gerechnet wird, dass man dafür 209 Milliarden Franken benötigt.

Wie steht es um unsere Arbeitsmoral? Welches sind die möglichen Folgen eines bedingungslosen Grundeinkommens? Im «Club» diskutieren unter der Leitung von Thomy Scherrer:

Christian Müller, Mitglied Komitee für ein bedingungsloses Grundeinkommen
Jürg Schläpfer, Psychologe
Franziska Schläpfer, Rapperin «Big Zis»
Monika Bütler, Professorin für Volkswirtschaftslehre Universität SG
Katja Gentinetta, Politik-Philosophin
Jeannette Behringer, Politologin, Ethikerin Reformierte Landeskirche Kt. Zürich»

Comments

  1. Guten Tag

    Mein Beitrag ist nur beschränkt zu dem Thema zum Club, sondern vor allem zu dem neuen Buch von Straub/Schmidt wo auch Christian Müller mitgearbeitet hat, der im Club auftritt.

    Endlich habe ich jetzt durch das Buch begriffen, dass die Initiaten den Konsum besteuern wollen und nicht die Arbeit. Das verschiebt jedoch nur die Grenzen der Versteh- und Nachvollziehbarkeit eines BGE. Es würde trotzdem 208 Milliarden CHF für die Schweiz kosten und nicht etwa nur 15 Milliarden CHF, wie die Initianten in ihrer Blauäugigkeit rechnen. Die Mehrwertsteuer müsste auf arabeske 60% oder noch mehr ansteigen. Wie da noch ins Ausland exportiert werden soll, bzw. wie der Schmuggel und der Schwarzhandel bekämpft werden soll, darüber schweigt sich „Grundeinkommen von A-Z“ aus.

    Ich weise sogar die Rechnungen des Bundesrates als unrealistisch zurück. Der Bundesrat liess sich verleiten die Falschrechnung der Initianten mitzuvollziehen: Der Grund ist, dass das was erwirtschaftet werden muss zuerst eingetrieben werden muss. Neben einem gigantischen Organisationsaufwand für die Steuereintreibung müssten auch die aufgeschlagene Mehrwertsteuer schon gestern eingeführt worden sein, für das BGE von heute zahlen zu können. Es können zudem die Kosten für die Organisation der Sozialwerke NICHT eingespart werden, da diese ja noch weiter bestehen bleiben. Es klafft eine gigantische Finanzierungslücke von 208 Milliarden CHF. Das IST eine Milchkind-Rechnung, da haben sie Recht, aber sie ist realistisch, um Gegensatz zu Ihren Spekulationen.

    Realitisch ist auch, dass ganze Teile der Bevölkerung die Arbeit niederlegen werden mit einem BGE, denn wer arbeitet denn schon für die ersten 2500 CHF gratis? Dies müsste so sein, da die Steuern nicht einfach auf den Konsum gelegt werden können, da die ganze Tradition der Schweiz darauf beruht, dass besser Verdienende mehr Steuern zahlen als tiefer Verdienende. Die Sozialwerke werden so hauptsächlich von den Reichen finanziert, welche sie jetzt mit ihrer Initiative bestrafen wollen. Die Reichen würden bestraft, das sie trotz BGE noch weiterarbeiten werden und daher „den Restlohn“, wie Roger Köppel ihn nennt, nach der Annahme der Initiative stellen werden.

    Ich weiss jetzt, dass sie in aller Ernstheit denken, dass meine Zahlen nicht stimmen und dass auf magische Weise 208 Milliarden CHF einfach aus dem Nichts erschaffen werden. Die 2500 CHF kommen obendrauf, anders geht es gar nicht. Sie „wachsen“ nicht einfach in die bisherigen Einkommen, was Unsinn ist und das sollte auch der Bundesrat anerkennen.

    Sie lassen zudem offen, wie in ihrem Idealsystem der Wirtschaft, die Fundamentalgleichung der Volkswirtschaft:
    M*V=P*Q sich verhalten wird.
    Nach ihrer Vorstellung „geht die Mehrwertsteuer in die Preise“ (eine Formulierung, welche ich noch von keinem Ökonomen gehört habe und eine Annahme, die unrealistisch ist). Nun steigen die Preise und das allgemeine Preisniveau P. Ceteris Paribus: was soll sich da auf der linken Seite erhöhen? Entweder M oder V. Da V relativ konstant ist in Nicht-Inflationszeiten, wird M, die allgemeine Geldmenge sich erhöhen. Jordan wird mehr Geld drucken müssen um die Auswirkungen des BGEs abzufedern. Durch die erhöhte Geldmenge steigt die Inflation und geisselt die Menschen. Es ist schlicht nicht möglich ein höheres Preisniveau anzustreben, ohne Q, den Güterberg zu verkleinern, oder M zu erhöhen. Vielleicht steigt durch ihre prognostizierte Technologisierung auch V an.

    Auf jeden Fall gibt es keinen Gratis-Lunch. Die Menschen müssen arbeiten, ob sie nun wollen oder nicht. Eine Siesta-Politik, wie es Ihnen vorschwebt wäre Gift, Gift für die Schweiz.

    Ich sage es nocheinmal und nocheinmal:
    Das BGE geht nicht. Es geht einfach nicht. Wer denkt, dass es geht, soll bitte nach Nordkorea auswandern und sehen, dass er kein Rückkehrbillet kauft. Das sind die grundlegenden Basics der Volkswirtschaft, die auch ein Ökonom (Christian Müller) kennen sollte.

    • ist mir neu, dass Nordkorea ein Bedingungsloses Grundeinkommen hat.
      Und was die „Basics“ anbelangt, ganz sicher kein Fenner, sondern ein realistisches positives Menschenbild.

    • @Markus Fenner

      Sorry Fenner, Dein dummes Geschwavel hier nervt wirklich langsam dermassen, dass es bereits ein „cosmic pain“ verursacht! Das Traurige dabei ist, dass Du Dir dabei auch noch einbildest gescheit zu sein! Du verkörperst aber das klassische Beispiel einer im eigenen „eingebilderten“ (total fremdgesteuerten) dunklen Verstand gefangenen SEELE (SELBST). Das Schlimmste dabei ist, dass Du Dir dann noch einbildest, es seien Deine eigenen Gedanken die Du so überheblich rausplapperst!
      Mann Fenner, wach endlich auf, wiedererkenne Dich Selbst und komm raus aus Deiner dunklen Höhle in die Freiheit des göttlichen Lichts!
      Viel Zeit hast Du aber nicht mehr, denn wir stehen kurz vor dem grössten Erreignis unserer Zeit, das Ende dieses dunklen Zeitalters und den kosmischen Wiedereintritt ins galaktische Licht!
      Du glaubst das sei verrückt?
      (Glauben heisst nicht Wissen)
      The choice is yours!

  2. Wenn man die Argumente beider Seiten der SRF Club-Sendung hört: Warum erlässt man das bed. Grundeinkommen nicht nur für Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung? Dann wären doch alle Argumente der Befürworter und auch der Gegner erfüllt?

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