Kohle für alle?

Bedingungsloses Grundeinkommen: Pro und Kontra – Johannes Kaup im Gespräch mit Daniel Häni, Philip Kovce und Ulrich Schuh (aufgenommen am 24. November im ORF RadioKulturhaus). Gestaltung: Haimo Godler

Kohle für alle?

Sozialisten und Kapitalisten, Liberale und Konservative, Unternehmer/innen und Gewerkschafter/innen bekämpfen die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE). Aber in ihren Reihen finden sich ebenso jene, die sich dafür begeistern. Droht durch das BGE Faulheit und Verlust der sozialen Sicherheit? Oder könnte freiere Wahlmöglichkeit die Arbeitsmotivation insgesamt steigern und zudem das Missverhältnis zwischen Arbeitsdruck und Arbeitslosigkeit ausgleichen? Johannes Kaup hat Befürworter und Gegner des BGE an einen Tisch gebeten: Der Unternehmer Daniel Häni lancierte mit anderen die Schweizer Volksinitiative „Für ein bedingungsloses Grundeinkommen“. Häni ist Geschäftsführer des Basler Kultur- und Kaffeehauses „unternehmen mitte“. Philip Kovce studierte Business Economics, Philosophie, Kulturreflexion und kulturelle Praxis und gründete 2006 die „Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen“. Kovce ist u.a. freier Autor für „brand eins“, „Die Zeit“, „FAZ“ und die „Süddeutsche Zeitung“.

Von Daniel Häni und Philip Kovce stammt das Buch „Was fehlt, wenn alles da ist? Warum das bedingungslose Grundeinkommen die richtigen Fragen stellt“. Ulrich Schuh ist wissenschaftlicher Vorstand bei EcoAustria – Institut für Wirtschaftsforschung in Wien. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen, die Finanzierbarkeit des öffentlichen Pensionssystems, Arbeitsmarktanalysen, Lohnbildung und Inflation.
Bearbeitung: Haimo Godler

Daniel Häni und Philip Kovce, „Was fehlt, wenn alles da ist? Warum das bedingungslose Grundeinkommen die richtigen Fragen stellt“, Orell Füssli Verlag

Comments

  1. Ein teilweise gruseliges Gespräch:
    – Ulrich Schuh hat sich offenbar noch keine einzige Stunde mit dem BGE auseinandergesetzt (vermutlich auch nicht mit der Realität von bedarfsorientierten Sozialtransfersystemen) und folglich überhaupt keine Ahnung, worum es überhaupt geht.
    – Aber auch Philip Kovce präsentiert zum guten Teil die ganzen bizarren BGE-Begründungen: Maschinen machen die Arbeit überflüssig, die Arbeitsteilung macht das BGE nötig…die Müllabfuhr neu erfinden…
    – Daniel Häni wieder sehr missverständlich zur Finanzierung: Als ob mit BGE alle Individuen mit genau so viel Geld dastehen werden wie vorher und das BGE am Ende vielleicht gar eine reine Lohnsubvention sein wird.

    (Beim BGE geht es um echte Kooperation, also aus autonomer Entscheidung – aber im großen Maßstab. Arbeitsteilung gibt es schon länger als Ackerbau und Viehzucht (und kein Mensch kann auf Dauer alleine überleben). Welche Arbeit von Maschinen gemacht wird oder nicht ist eine völlig andere Diskussion.)

    Sonst nicht so schlecht, aber ich finde den Ansatz von Ina Praetorius doch wesentlich durchdachter und überzeugender:
    https://inabea.wordpress.com/2015/09/29/die-feministische-care-oekonomie-das-bedingungslose-grundeinkommen-und-postpatriarchale-religion-eine-noch-nicht-verwirklichte-allianz-fuer-das-gute-leben-aller

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