Interview mit Enno Schmidt

enno

Anlässlich einer Veranstaltung mit 250 Besuchern in Offenburg hat die Mittelbadische Presse mit Enno Schmidt gesprochen:

Ja zum bedingungslosen Grundeinkommen

 

Ausschnitt:

Steht dieser Idee der Egoismus der Menschen entgegen? Die denken halt doch erst an ihr eigenes Hemd.
Schmidt: Die denken schon an sich, das ist richtig. Aber das ist ja nicht alles. Man muss genauer hinschauen. Der Egoismus wird auch gezüchtet. In der Schule geht es schon los, dass man andere nicht abschreiben lässt. Die wenigsten Menschen sind mit diesen Eogismen glücklich. Sie sind eher enttäuscht, dass die Welt ihnen so vorgemacht wird, als gäbe es nur das. Egoismus will auch Anerkennung finden. Und die Wertschätzung gibt es viel mehr im Miteinander als im Gegeneinander. Das Bild, dass jeder nur an sich denkt und den anderen betrügen will, wird uns aufgepresst.

Und wenn dieses Bild, dass der Mensch ein Tier ist, der Realität entspricht?
Schmidt: Ja, dann können wir es auch lassen. Dann wird mit Gewalt geherrscht und wer das Alphatier ist, der hat gewonnen. Dann gibt es keine Moral. Das ist die Inkonsequenz, dass wir uns ein Geschwätz über den Menschen leisten, dass er doch eigentlich ein Tier sei oder nur egoistisch. Aber in der Seele, in der Liebe, im Leben, mit den Kindern und den Menschen um einen herum ist alles anders. Wir haben nicht den Mut, das nach außen zu bringen, was uns als Mensch tatsächlich wichtig ist!

Also mit dem Grundeinkommen wollen Sie Staat, Gesellschaft, Mensch und Arbeit weiterentwickeln?
Schmidt: Genau. Der Mensch wird herausgefordert mehr zu tun, als sich von fremden Vorgaben und anderen tragen zu lassen.

 

 

Comments

  1. liebe Optimisten, wenn ihr ein Grundeinkommen durchsetzen wollt, dann nur ohne Geld – also in Waren…

    Wenn ihr jedem einen Lohn ( Gehalt wie auch immer…) für irgendwelche Dinge oder Tätigkeiten geben wollt, muss dieses Geld von irgend jemandem erwirtschaftet werden. 40 Millionen Arbeitnehmer können nicht das Gehalt für über 80 Millionen Menschen erwirtschaften – zum wiederholten mal:

    1000€ / Monat x 12 Monate x 80Mill. Bürger = 960Milliarden Euro jährlich, da ist noch keine Straße gebaut, keine Schule, NICHTS… also kommt noch mal ein gesamter Bundeshaushalt hinzu mit 290 Mrd. € / wer will den das erwirtschaften, und wie und auf wessen Kosten – Afrika ? Träumen ist schön – veröffentliche einer die Formel wie es geht…

    • Liebe Pessimisten, Euer Gemüt kann erhellt werden, denn 40 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland erwirtschaften schon das Einkommen für 80 Millionen Einwohner. Denn sonst hätte Deutschland nicht 80 Millionen sondern nur 40 Millionen Einwohner. Nur Tote brauchen kein Einkommen. Ohne Einkommen kann man sich nichts kaufen. Und da sich heute niemand mehr selbst versorgen kann, muss sich jeder einen beträchtlichen Teil dessen kaufen können, was er oder sie zum Leben braucht.
      Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist derweil kein Gehalt, kein Sold, kein Lohn, keine Bezahlung. Das ist das Neue.

      Nun die Formel: Für das bedingungslose Grundeinkommen müssen nicht mehr Brötchen gebacken werden.

      Zweite Formel: Geld steht in Relation zu käuflichen Gütern. Die kaufkräftige sich im Umlauf befindende Geldmenge muss etwa gleich sein der Menge käuflicher Güter. Wo käufliche Güter entstehen, entsteht auch das Geld, mit dem sie gekauft werden können. Sonst könnten sie ja nicht gekauft werden. Alles, wonach Bedarf besteht, und was produziert werden kann, kann auch finanziert werden. Das Geld ist dafür da, dass gekauft werden kann, was hergestellt wird. Das Geld ist dafür da, dass die Güter vom Markt verschwinden. Und die Güter sind dazu da, dass das Geld vom Markt verschwindet. Das Geld erwirtschaften in Deutschland auch nicht nur 40 Millionen Arbeitnehmer, sondern noch zusätzlich 40 Milliarden Maschinen. Ungefähr.

      Dritte Formel: Pessimismus ist, wenn man nicht sieht, was läuft.

      Vierte Formel: Das Grundeinkommen ersetzt die mit Bedingungen belegten Bezahlungen und Transferleistungen in seiner Höhe. Nicht als Verordnung, sondern im Marktgeschehen. Und Staatlicherseits. Der Bundeshaushalt schwindet um die Höhe der Grundeinkommen der Menschen, die von ihm bezahlt werden. Das sind mehr Menschen, als nur die Staatsbediensteten. Ob ein Grundeinkommen in Deutschland 1000 € beträgt und ob Kinder und Jugendliche das gleiche bekommen, ist nicht gesagt.

      Fünfte Formel: Wer nicht zur See fahren will, braucht auch kein Schiff. Und muss sich nicht überlegen, ob er das finanzieren kann. Wer nicht umbauen will, muss sich nicht überlegen, ob er das denn bezahlen kann. Noch einfacher gesagt: was man nicht will, kann man auch nicht finanzieren. Die Form folgt der Funktion.
      Und das Geld folgt gerne der Idee. Wenn es eine ist.

      Nur der Klarheit wegen möchte ich noch darauf hinweisen, dass die 40 Millionen Deutschen, die offenbar keiner Erwerbsarbeit nachgehen, den anderen 40 Millionen ermöglichen, dass sie das tun. Erstens menschlich, familiär, fürsorgend, sinnstiftend. Zweitens wirtschaftlich, abnehmend, kaufend. Drittens werden die 40 Millionen, die nicht erwerbstätig arbeiten in der wirtschaflichen Produktion dort auch nicht gebraucht, und von 40 Millionen, die dort mehr oder weniger tätig sind, können demnächst 10 Millionen und später 20 Millionen ruhig zuhause bleiben, und die Versorgung mit allem klappt dennoch und noch besser als heute.
      Die Frage, vor der wir stehen, ist so oder so: was ist menschliche Tätigkeit? Was ist Arbeit in Zukunft? Und jetzt? Was wird zur Arbeit? Woran fehlt es heute?

      Träumen, dass nichts geht als was besteht, Träumen, es ginge weiter wie bisher – ist selbstgemacht.

  2. Die wichtigste Gemeinsamkeit von Mensch und Tier ist, dass beide Lebensformen von der Natur getragen werden. Ohne Natur kein Leben. Deshalb gibt es auf dem Mond keine Lebewesen. Die Tiere benötigen jedoch keine Kreditkarten oder Arbeitsplätze, sie holen sich einfach die Geschenke der Natur. Ausserdem haben die Tiere noch einen weiteren Vorteil, zusätzlich zur Natur werden die Tiere von ihren Instinkten getragen. Deshalb müssen Tiere nicht in die Schule gehen.
    Diese Instinkte haben jedoch auch einen Nachteil:
    Weil die Tiere von ihren Instinkten getragen werden, ist ihr Handeln NICHT ergebnisoffen. Dass heisst: bevor ein Tier geboren wird, ist schon klar, wie sich dieses Tier verhalten wird. Dies hat den grossen Nachteil, dass die Tiere immer in ihrer materiellen Welt gefangen bleiben.
    Das Handeln der Menschen ist jedoch ERGEBNIS-OFFEN. Dass heisst: Der Mensch kann ein hässlicher Diktator werden oder ein frommer Mönch. Der Mensch könnte also ohne Probleme seine materielle Gefangenschaft überwinden. Die Sozial-Darwinisten werden dies jedoch mit aller Kraft verhindern, weil Menschen in einer materiellen Gefangenschaft wie Tiere zur leichten Beute werden und somit ausgebeutet werden können.

    Die Frage also, ob der Mensch ein Tier ist oder nicht, lässt sich klar und deutlich beantworten:
    Der Mensch KANN ein Tier sein, MUSS jedoch nicht. Deshalb werden wir das Grundeinkommen ohne Probleme realisieren können, wenn wir das dumme Geschwätz der Sozial-Darwinisten ignorieren. Ausserdem möchte ich klar festhalten, dass Darwin niemals behauptet hat, er könne seine Theorien auf die Menschen übertragen. Seine Theorien galten nur für die Tierwelt. Die Spielverderber waren die Sozial-Darwinisten und die Faschisten.

    Die Herausforderung des Menschseins:
    Der Mensch weiss, dass er sterblich ist. Eine Belastung, welche die Tiere nicht kennen. Ausserdem wird das menschliche Individuum nicht von seinen Instinkten getragen. Deshalb muss das Individuum von der sozialen Intelligenz einer Gesellschaft getragen werden können. Ansonsten hätten die Menschen schlechtere Karten als die Tiere und die Spezies Mensch müsste aussterben. Mit dem Grundeinkommen können wir das hässliche Gedankengut der Faschisten und der Sozial-Darwinisten definitiv begraben und somit die materielle Gefangenschaft überwinden, damit der konstruktive und kooperative Geist uns in eine bessere Zukunft führen kann. Wir wollen schliesslich ARBEITEN und nicht KÄMPFEN.
    – Das Tier ist ein Tier und bleibt ein Tier.
    – Der Mensch KANN ein Tier sein, MUSS jedoch nicht.

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