Grundeinkommen komplett umsonst?

Das Onlineportal derarbeitsmarkt.ch rezensiert das neue Buch zum Grundeinkommen:

Grundeinkommen komplett umsonst?

 

«Das Buch liest sich flüssig, die Sätze sind verständlich formuliert. Der Inhalt ist in drei Hauptkapitel gegliedert. Kernthemen sind Arbeit, Macht und Freiheit. Das Werk beherbergt zudem eine Pro- und Contra-Analyse mehrerer Politiker, Journalisten, Philosophen und Ökonomen. Ergänzt wird es durch Grundlagen der eidgenössischen Volksinitiative «Für ein bedingungsloses Grundeinkommen». Fazit: Die Verfasser vermitteln selbst Laien gekonnt und schmackhaft die Grundprinzipien des bedingungslosen Grundeinkommens.»

grundeinkommen

Daniel Häni, Philip Kovce
Was fehlt, wenn alles da ist?
Warum das bedingungslose Grundeinkommen die richtigen Fragen stellt
Orell Füssli Verlag, Zürich, 2015
189 Seiten, Fr. 19.90
ISBN 978-3-280-05592-2

 

Comments

  1. Wenn das BGE an der Urne scheitern sollte, dann werden wir ein privatwirtschaftliches Grundeinkommen einführen. Die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren. Natürlich wäre ein staatliches BGE besser.
    Das private BGE braucht keine Volksabstimmung oder sonstige Bewilligungen und kann somit sofort umgesetzt werden. Deshalb erstaunen mich die fleissigen Wortgefechte der BGE-Gegner.

    • Ihr Ansatz interessiert mich. Was meinen Sie genau mit einem privatwirtschaftlichen Grundeinkommen?
      Private Firmen einigen sich darauf, es zu finanzieren? Was würde sie dazu bewegen?
      Ich kann es mir höchstens so vorstellen, dass durch zunehmende automatisierungsbedingte Arbeislosigkeit, den Firmen langsam die Kunden ausgehen werden und der Zyklus von Konsum und wirtschaftlicher Tätigkeit ins Stocken gerät. Dies würde die Firmen zwingen, einen einheitlichen Beitrag an alle Bürger zu zahlen, damit sie überhaupt weiterkonsumieren können. So zahlen zwar alle Firmen ihren Konsumenten gleich viel. Können jedoch einander immer noch Marktanteile wegschnappen und so an Reichtum gewinnen und die Wirtschaft geht weiter.
      Ausserhalb dieses Szenarios, sehe ich nicht ganz, warum die Privatwirtschaft ein Grundeinkommen finanzieren würde.

      • Das private Grundeinkommen ist selektiv und deshalb nur eine billige Notlösung, falls das staatliche BGE scheitern sollte. Dass heisst: am Anfang werden nur die Schwachen in den Genuss kommen: Obdachlose, Prostituierte, Langzeitarbeitslose, alleinerziehende Mütter, usw….

        Genau aus diesem Grund bevorzuge ich selbstverständlich ein staatliches BGE. Das private BGE wird anonym eingeführt, damit die Machtelite dieses Projekt nicht angreifen kann. Deshalb kann ich hier keine Details beschreiben. Ich freue mich jedoch, wenn Menschen aus dem Dreck rauskommen.

  2. wer wie sie gegen „anspruchshaltung“ wettert, demonstriert immerhin erfreulich deutlich, wie viel – oder vielmehr wenig – ihnen am individuum und der erfüllung der bedürfnisse der menschen liegt.

    zudem ist die unterstellung – denn um mehr als propagandistisches geschwafel handelt es sich hier nicht – von faulheit ein klassisches merkmal nahezu jeder gruppenbezogenen menschenfeindlichkeit.

  3. Musings on a topic:
    Das Grundeinkommen sei vollkommen umsonst wird gesagt – Richtig! Es gilt das bundesrätliche Wort von Bundesrat Burkhalter: „Ja, das wäre eine Revolution und ich weiss noch nicht genau was es bringt.“
    Was bringt das Grundeinkommen eigentlich ausser Neid, Hunger, Obdachlosigkeit und der Herausbildung einer Anspruchsgesellschaft? Wir sind nun einfach nicht alles Diogenesse, die in der Sonne ausserhalb ihrer Tonne liegen wollen und dazu auch noch Konsum erhalten wollen. Die meisten von uns sind ziemlich tatkräftige, arbeitsfreudige Kerlchen, welche arbeiten wollen, gleichzeitig jedoch nicht auch noch diese finanzieren wollen, welche nicht arbeiten wollen. Das Grundeinkommen würde diese Perspektive verschieben und, Zitat Ruedi Noser, zu einer „Verfaulung“ der Gesellschaft führen. Warum soll ich mich nicht einfach in Thailand am Strand auf die faule Haut legen, wenn das Geld aus der Schweiz am Monatsanfang regelmässig bereitgestellt wird? Der Traum für ein paar Auslandschweizer ginge in Erfüllung, leider jedoch zu Lasten deren, welche im Heimatland, mit höheren Lebenshaltungskosten, noch einer Arbeit nachgehen würden.

    Ich sage es mal so: Wenn sich die Schweizer wirklich auf das Experiment einlassen wollen, habe sie verdient, was auf sie zukommt. Eine solche Dummheit wird nicht ungerächt bleiben und schon bald würde so manch einer dieser „Träumer“ sich in die harte Realität versetzt sehen mit Hunger, mit Obdachlosigkeit, mit Verfall des öffentlichen Dienstes und der Infrastruktur. Das Grundeinkommen würde in einen Albtraum ausarten, eine Gesellschaft, in der die Anspruchshaltung derart ist, dass die U.N. diese Haltung befriedigen müsste, durch Abwerfen von Lebensmitteln. Die Winter würden wieder hart für viele Schweizer, die sich mit dem mit mehreren tausend Prozent inflationierten Geld nicht mal mehr einen Laib Brot kaufen könnten.

    Ich sehe schwarze Wolken auftauchen am Horizont, wenn uns weissgesagt wird, das Grundeinkommen könnte in den nächsten 30-50 Jahren (Schätzungen Straub) tatsächlich eingeführt werden.

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