Generation Grundeinkommen – Pola Elena Rapatt

pola_webFoto: Hans-Jörg Walter

 

Die Kirche zu jedem einzelnen Menschen hin umziehen

Interview mit Pola Elena Rapatt, Mitbegründerin der Generation Grundeinkommen

 

g.ch: Pola, wie kam es zur Generation Grundeinkommen?

Pola Elena Rapatt: Vier Monate nach der Lancierung der Initiative kamen uns fast die Tränen: wo sind all die Menschen, die sich seit vielen Jahren Gedanken über das bedingungslose Grundeinkommen machen und sich die Einführung herbei wünschen? In unserer Vorstellung hätte es von Unterschriften nur so regnen sollen. Da entstand die Generation Grundeinkommen. Das sind die, die das Grundeinkommen einführen.

Wie kommt man vom Wünschen zum Einführen?

Tun! Und nicht meinen das machen „die anderen“.

Was sind deine Erfahrungen beim Unterschriften sammeln?

Der schönste Momente ist, wenn jemand jauchzend auf dich zukommt, weil er sich gewünscht hat jemanden zu treffen, bei dem er unterschreiben kann. Eine ganz andere Freude ist es einen Gegner zu treffen, der trotzdem unterschreibt, weil er die Diskussion wichtig findet. Dann finde ich die Intention der Initiative verstanden.
Interessant ist, wie die meisten Menschen bei dem Wort „bedingungslos“ zurückschrecken. Ein Grundeinkommen bedingungslos zu machen, zieht einem schon im Moment des blossen Gedankens den Boden unter den Füssen weg. Formuliere ich es anders und sage:“Existenzminimum das für alle zugänglich ist“, unterschreibt fast jeder.

Du versuchst also die Leute beim sammeln von der Idee zu überzeugen?

Nein. Ich kann auch die Gegner zutiefst verstehen und respektieren. Nicht überzeugen, anstossen.

Was sind in deinen Augen die besten Gegenargumente?

Wenn ein alter Mann mir sagt, dass er 40 Jahre 42 Stunden in der Woche gearbeitet hat, er es geschafft hat seine Familie zu ernähren und mit grossem Stolz vor mir steht. Dann kann ich nur den Hut zücken. Aber auch da gilt das Gegenargument für eine vergangene Zeit.

Aber hast du auch Zweifel an der Idee des Grundeinkommens?

Ich habe keine Zweifel. Was nicht heisst, dass ich einem Menschen der Zweifel hat nicht mit Verständnis begegne.

Was gibt dir diese zweifelslose Sicherheit?

Es gibt ja viele Details oder Nebenschauplätze und einen Kern. Ich sage es in einem Bild: Die Kirche zu jedem einzelnen Menschen hin umziehen. Oder anders gesagt, jeder Mensch auf dem Weg zu seinem Weg. Dass dies das Interessanteste überhaupt ist, daran habe ich keinen Zweifel. Ist ja heute schon so, davon handelt jede Liebe, Beziehung, Trennung, der Job, die Krankheit, Konflikte, Versöhnungen…

Was ist der nächste Schritt der Generation Grundeinkommen? Die Unterschriftensammlung steht bei 115’000.

Mehr Unterschriften sammeln als vom Initiativkomitee veranschlagt und 1000 Menschen zum Tag der Einreichung am 4. Oktober am Berner Bundeshaus einladen!

 

www.generation-grundeinkommen.ch

 

 

 

 

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