Gegen ein Grundeinkommen – Beat Kappeler

Für Beat Kappeler, ehemaliger Gewerkschaftssekretär, Wirtschaftsjournalist und Buchautor, ist die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens etwas ganz Abwegiges. In der NZZ am Sonntag z.B. schreibt er: „Wieder wird der bekannte Gratis-Lunch aufgewärmt, den es in der Ökonomie nicht geben kann – mit dem bedingungslosen Grundeinkommen.“ … „Das Grundeinkommen ist unüberlegt, unliberal, asozial.“

Eine weitere Kostprobe von Kappelers Abneigung können sie in folgendem Streitgespräch hören:
Bedingungsloses Grundeinkommen: Pro und Contra
Grundeinkommen für alle: Utopie oder Chance

Comments

  1. Sehr geehrter Herr Kappeler:
    Weshalb dürfen die Reichen seit hunderten von Jahren mit Hilfe des Zinses und Zinses-Zinses ihren Gratis-Lunch einkassieren, also Leute, die es gar nicht nötig hätten ?
    Haben Sie Herr Kappeler schon einmal daran gedacht, welche sozialen Vorteile die Gesellschaft hätte, wenn eine Prostituierte ihre Dreckarbeit lassen kann, wenn sie dafür ein bedingungsloses Grundeinkommen beziehen kann ?
    Hier ein kleines Beispiel:
    Die Bordell-Krankheiten wie Aids, Syphilis, Hepatitis und Filzläuse müssten ab sofort nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt werden. Ich bezahle lieber für ein bedingungsloses Grundeinkommen und spare bei der Krankenkasse.

  2. Jedes Produkt und jede Dienstleistung ist Zinsbelastet. Wenn ein Unternehmer Maschinen kauft, holt er sich bei der Bank einen Kredit. Nun muss er Zinsen für diesen Kredit bezahlen. In Wirklichkeit bezahlt nicht der Unternehmer diese Zinsen, sondern der Konsument, der bei ihm Produkte kauft.
    Die Zinsen erhalten dann die Reichen. Diese dürfen somit Geld verdienen, ohne dafür arbeiten zu müssen.
    Die Zinsbelastung ist von Produkt zu Produkt unteschiedlich. Bei manchen ist es 30% des Kaufpreises, bei manchen ist es 80% des Kaufpreises. Der Durchschnitt liegt bei etwa 50%. Dass heisst, wenn jemand vier Wochen arbeitet, dann arbeitet er zwei Wochen für einen Reichen, damit dieser reicher werden kann ohne dafür arbeiten zu müssen. Dass heisst, ohne Zins und Zinseszins müssten wir nur die hälfte arbeiten, um den gleichen Wohlstand geniessen zu können.
    Auch die Steuern sind zinsbelastet. Die Schulden der Staaten müssen durch Steuereinnahmen abgezinst werden. Auch hier kassieren die Reichen ohne dafür arbeiten zu müssen.
    Das Zinseszins-System ist ein exponentielles Pyramiden-Spiel. Laut Gesetz sind solche Pyramiden-Systeme verboten. Doch die Verlierer in unserer Gesellschaft haben keine Kraft, gegen diese Milliardäre zu kämpfen.
    Jedes exponentielle Wachstum vernichtet sich selbst. Für uns bedeutet dies nichts anderes als der 3. Weltkrieg. Wenn ich in meinem Körper ein Bakterium habe, welches sich exponentiell vermehrt, werde ich sterben. Mein einziger Trost: wenn ich sterbe krepieren auch die Bakterien.
    Man kann sich nur dann als Gewinner fühlen, wenn es Verlierer gibt. Dass heisst, der Gewinner geniesst es, wenn die Verlierer in unserer Gesellschaft kriechen müssen. Dies hat jedoch nichts mit Oekonomie zu tun, es geht hier um eine unglaubliche seelische Verarmung.
    Ich vermute, Herr Kappeler würde mit aller Kraft das kranke Zinseszins-System verteidigen, damit seine reichen Freunde weiterhin ohne Arbeit Geld verdienen können. Wenn jedoch die Verlierer in unserer Gesellschaft ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten, damit sie sich nicht mehr als Verlierer fühlen müssen, dann protestiert Herr Kappeler.
    In Deutschland besitzen 10% der Gesellschaft ein privates Vermögen von 3 Billionen Euro. Die Staatsverschuldung Deutschlands liegt bei 2 Billionen Euro. Man muss sich diese Perversion einmal vorstellen.
    Weshalb müssen sich Menschen wie Tiere verhalten ?
    Auch die UBS hat schon mehrmals gedroht, die Schweiz zu verlassen, wenn sie ihre Pyramiden-Spiele nicht mehr machen dürfen. Deshalb werde ich Herr Kappeler nicht vermissen, wenn er auswandern will. Ich empfehle Herrn Kappeler Neapel. Dort liegt viel Abfall auf der Strasse. Dann können Sie mal real erkennen, wieviel Abfall das neoliberale Dogma erzeugt.

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