Niemand arbeitet mehr für sich selbst

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Philip Kovce (Foto: Ralph Boes)

 

Deutschlandradio Kultur: Dass die Menschenwürde darin begründet liege, für sich selbst sorgen zu können, darin sieht Philip Kovce einen Fundamentalirrtum der Neoliberalen. Liberal hieße: Ermöglichen statt Erzwingen – zum Beispiel durch ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Niemand arbeitet mehr für sich selbst
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Ausschnitt:

„Der Neoliberale setzt darauf, dass es am besten kommt, wenn jeder an sich selber denkt und der Stärkere gewinnt. Das Spiel des Lebens wäre nicht mehr spannend, es hätte keinen Reiz mehr, wenn jeder bereits ein sicheres Einkommen hätte. Die Menschenwürde sei darin begründet, für sich selbst sorgen zu können.

Das ist er, der Fundamentalirrtum. Es ist zwar richtig, dass es um Eigenverantwortung und Autonomie geht. Doch der Neoliberale behandelt den Menschen als Feind und Objekt anstatt als Subjekt und Kapital. Denn er zwingt zur Arbeit.

Liberal heißt dagegen: Ermöglichen anstatt Erzwingen. Und liberal heißt: Nicht nur an sich denken, sondern das Ganze und die Wechselwirkungen im Blick haben, also auch die Freiheit des anderen. Ungeteilte Freiheit ist unfruchtbar wie Geld unter der Bettdecke.

Wer versteht, dass wir nicht mehr in der Selbstversorgung leben, wird dafür sorgen, dass es denjenigen, die für ihn arbeiten, gutgeht. Jemand, der etwas tun muss, was er nicht will, kann nicht in gleicher Weise produktiv sein und Verantwortung übernehmen wie einer, der aus freien Stücken handelt. Das Grundeinkommen befördert keine Faulheit, es beugt ihr vor.“

Comments

  1. Wenn der topf um menschlich zu sein irgendjemand nich voll genug ist dann schaut nach oben u nich nach unten!es sind geld, werte u waren da bis zum Überfluss!das geld muss unter die leute damit es wieder in den Kreislauf kommt! Im moment is das geld bei wenigen der rest kommt über die runden u wird krank u die sogenannte marktwirtschaft steht!soziale hab i mal weggelassen! Falls noch jemand an dem Wort hängt!gruss

  2. Mit dem Grundeinkommen braucht es keine IV, keine soziale Unterstützung usw. mehr, da hat es genug Geld um das Grundeinkommen zu bezahlen!!!

    • Ich vergass neben der IV und sozialer Unterstützung noch die AHV, Arbeitlosenversicherung, Bauernunterstützung usw. usw. zu erwähnen, die fallen alle dahin, weil es nur noch das Grundeinkommen gibt! Mehr braucht es ja auch nicht!!!

  3. Da sind ja wieder die arbeitsgeilen Geldsäcke die angst haben Ihre Sklaver zu verlieren!!!!! Ich will mich geistig weiterbilden und nicht für irgendjemand die Arbeit machen die mir nicht zusagt! Im Moment erwirtschaften auchg gerade mal 40% der 81 Millionen Einwohner der BRD GmbH das gesamte Einkommen der Gesellschafft. Es würde sogar billiger sein jedem 1500€ zu zahlen, als die Verwaltungskosten vom Arbeitsamt und Finanzamt!!!! Nur noch eine Steuer, die Mehrwertsteuer und dann gibbet auch keine Steuertricks mehr…jeder zahlt beim Aldi an der Kasse 😉

    • Besser Vermögenssteuer als Mehrwertsteuer. Wenn ich wenig habe und alles umsetzen muss um über die Runden zu kommen, dann Zahle ich auf alles Mehrwertsteuer. Eventuell sogar auf Geld das ich nicht habe. (Was mit dem BGE angegangen werden soll, aber das ist nur ein Teil.)
      Wenn ich viel habe und einiges behalte, dann zahle ich nur auf einen Teil Umsatzsteuer.
      Ergo: mehr Steuern (prozentual) bei weniger Einkommen.
      Vermögenssteuer macht das anders herum: der ärmere hätte dann weniger Steuern und der Reiche nur dann wenn er das Geld ausgibt, also in Umlauf bringt. Sobald er „zu viel“ hat, wird’s teuer. Das ist das einzige, was Geldansammlungen durch Zinseszins verhindern kann.
      (Silvio Gsell hatte da ne Idee zu.)

  4. Aus diesen zwei Kommentaren, das ist zumindest für mich offenkundig, spricht begrenztes Beewusstsein.
    Etwas, was nicht aus dem üblichen Rahmen hinausreicht (wobei die Möglichkeit jedem zur Verfügung steht).
    Ich will damit nicht sagne, dass Sie, Torsten oder sie Herr Jochen, begrenzt sind, allein, die haben sich nicht erlaubt, das Potential, darüber hinauszugehen, anzuzapfen.
    Innerhalb des Rahmes werden die Möbel wie in einem Wohnraum in jedwede nur mögliche Posititon gebracht und es sieht (fast) so aus, als sei es etwas Neues, etwas, was so zuvor noch nicht gedacht wurde bzw. ausgesprochen.
    Letztlich ist es nichts als kalter Kaffee.
    Denn es ist ja immer im selben trostlosen und laaaangweiligen Raum.
    Der begrenzhte Verstand hat`s schwer.
    Aber es gibt eine Instanz, die fliegt darüber hinaus,
    die erkennt, dass Realität nicht in Stein gemeißelt ist, dass Realität kollektives agreement ist:
    Strukturen, die im Kopf (selten auch mal woanders) begonnen haben;
    und so, wie sie entstanden sind und mehr
    oder weniger gedient haben (mögen), so können
    sie auch aufgeweicht, entlassen und durch Brandneues, w i r k l i c h Aufregendes, Reales
    mit Weitblick und Herzensintelligenz ersetzt werden.

    Das kann jeder – wenn er/sie möchte –
    für sich selbst entdecken.

    Es ist eine absolute Notwendigkeit in dieser Zeit,
    aus dem Rahmen herauszutreten und zu erkennen,dass das nicht realitätsfern ist,
    sondern erst eine neue Wirklichkeit erschaffen kann.

    Alles ist möglich. Das ist es wirklich.

    Lieben Gruß.

  5. Das Problem ist ja nicht , dass sich irgendwelche Leute irgendwas unsinniges wie das bedingungslose Grundeinkommen ausdenken. Das Problem ist, dass es immer Leute gibt, die das geil finden und diesen Unsinn verbreiten….

    • Was noch schlimmer ist als der Unsinn dürfte wohl die Gehirnwäsche sein. Dazu ein kleines Beispiel:

      Es gibt Kapitalisten, von Links bis Rechts, die behaupten, dass der Mensch Arbeiten müsse, um Leben zu dürfen. Wenn der Mensch tatsächlich von seiner Arbeit leben könnte, dann könnten wir auf den Mond fliegen, um dort fleissig zu Arbeiten. Ich kenne sogar Primarschüler, die genau wissen, dass dies nicht möglich ist, weil wir eben von der Natur leben.
      Genau aus diesem Grund gibt es Menschen, die beispielsweise in einem Atomkraftwerk arbeiten und sich NICHT daran stören, wenn sie täglich unsere Natur vergiften, weil diese Menschen tatsächlich glauben, sie könnten von der Arbeit leben. Einen weiteren Vorteil, welche die Kapitalisten geniessen, wenn die Menschen glauben, sie könnten von ihrer Arbeit Leben, ist, dass diese Menschen nicht auf die Idee kommen, das Eigentum zu kritisieren. Die Natur gehört den Eigentümer. Der einfache Mensch kann sich nicht mehr in der Natur bedienen. Ausserdem ist die unsinnige und stupide Idee, dass ein Mensch arbeiten müsse, um Leben zu dürfen, der grösste Wachstumstreiber in der Wirtschaft. Und genau dieses Wachstum zerstört unseren wahrhaften Ernährer: die Natur.
      Die Natur ist der einzige Ernährer, den ich kenne. Schade für unsere Kapitalisten, so gerne und wichtigtuend möchten sie selektieren und sich als unsere Ernährer aufspielen. Ein klares JA für das Grundeinkommen. Mit dem Grundeinkommen bekommt der Bürger wieder ein Stück Natur.

  6. Wenn jemand, ohne eine Leistung zu erbringen, einen Gegenwert (Geld) erhält, so bedeutet dies zwangsläufig, dass ein anderer diese Leistung erbringen muss und sie ihm dann (unter Zwang) enteignet wird. Ich nenne so etwas Raub.
    Gegen ein BGE wäre nichts zu sagen, wenn die Beteiligten dies auf freiwilliger Basis machen.

    • Zinsen sind dann ja auch Zwang und Raub? Das BGE ist ein gleiches Recht für alle. Wer neidisch auf die BGE-ler ist darf ja gerne auch ganz unten auf dem BGE-Niveau leben. Dazu gezwungen wird er aber nicht.

    • Leute die so argumentieren, sympathisieren mit den libertären Ansichten eines „freien Marktes“. Das Problem ist hier aber, dass der Markt nicht wirklich(!) frei ist, solange die Menschen gezwungen werden an ihm teilzunehmen.

      Die Libertären sehen diesen Zwang als unüberwindbar an und ignorieren ihn somit in ihrem kritischen Denken.

    • Eigentum ist der einzige Diebstahl, den ich kenne. Als es noch kein Eigentum gab, konnten sich die Menschen im Einkaufszentrum der Natur bedienen, ohne vorher die Füsse des Mammons zu schlecken. Und man nannte dies nicht Arbeiten, sondern Leben. Die fremdbestimmte Arbeit ist erst mit dem Eigentum entstanden. Jetzt gehört die Natur den Eigentümer und die feinen Herren dürfen jetzt über Leben und Tod entscheiden und sich wie Gott fühlen.
      Ohne Grundeinkommen kann Eigentum niemals gerecht sein. Ich bin selber ein Eigentümer und ich unterstütze das BGE, damit das Eigentum von allen Menschen getragen und respektiert wird. Die Menschen sollten es deshalb unterlassen, mit den sozialdarwinistischen Muskeln zu spielen. Wir wollen schliesslich kreativ Arbeiten und nicht Kämpfen, wie die Menschenaffen in der Steinzeit.

      Das BGE hätte man schon lange einführen müssen. Man hätte Kriege verhindern können. Bei fast allen Kriegen geht es um Eigentum und Fremdbestimmung.

    • Herr Werner Jochem
      Im Monopoly-Kapitalismus ist es völlig normal, ohne Leistung Geld zu kriegen. Nur die kleinen Lohn-Sklaven dürfen hier nicht mitspielen. Unsere Bänker würden sehr schnell verhungern, wenn sie nur jenes Geld als Kredit ausleihen dürften, welches sie zuerst durch Arbeit selber verdienen mussten. Kredite entstehen aus der Geldschöpfung, dass heisst aus dem Nichts. Für dieses Nichtstun darf die Bank den gesamten Kredit mit Zinsen zurückverlangen. Und falls dieses Monopoly-Spiel einmal scheitern sollte, kommt der Steuerzahler und rettet die Bänker.
      Beim Grundeinkommen ist alles besser geregelt, weil jeder Bürger es bekommt und somit niemand benachteiligt wird. Auch Herr Jochem bekommt ein BGE. Weshalb sollten wir jeden Tag Existenz-Kampf spielen ? Die Menschheit hat den Existenz-Kampf schon längst überwunden. Oder sollen wir noch mehr Güter in den Abfall werfen ?
      Auch der Geldsammler braucht Sauerstoff und Nahrung. Geld können wir nicht fressen. Wenn Sie tatsächlich für jeden Menschen einen Arbeitsplatz wollen, dann arbeiten wir hauptsächlich für die Müllhalde. Auf der Müllhalde wachsen jedoch keine Kartoffeln und auch die Kühe fühlen sich dort nicht wohl.

    • Ist doch jetzt auch schon so. Aber den Räuber nennt man Investor, das versklavte Opfer „Steuerzahler“ und den Sklaventreiber „Staat“.
      Der Staat steht genau so in der Kreide, so sehr, dass wir auch wenn wir selbst keine Schulden haben für seine Schulden aufkommen müssen. Steuern aktuell gleichen ziemlich dem Schutzgeld. Versuch mal deine Steuern nicht zu zahlen …
      (Hab drüber nachgedacht, rein aus Protest. Aber Frau und Kinder könnte der Verlauf irritieren, also lass ich’s lieber.)

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