BGE-Initianten im goldenen Tesla

Daniel Häni und Enno Schmidt sind die Initianten des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE). Sie sagen, es gehe dabei um nichts weniger als die grösste Frage der Welt. Ein Gespräch in ihrem goldenen Tesla über ihren goldenen Tesla, Arbeit und faule, verträumte Romantiker.

«Das Grundeinkommen ist eine Initiative gegen Faulheit»

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Worum geht es beim BGE denn wirklich?
Enno Schmidt: Die Initiative stellt zwei Fragen. Erstens: Was würdest du machen, wenn dein Einkommen gesichert wäre? Und zweitens: Bist du bereit, deinen Mitmenschen zuzutrauen, von Auflagen und Bedingungen frei zu sein, was die Existenzgrundlage angeht? Daraus ergibt sich die Hauptfrage: Was ist deine Motivation zur Arbeit? Ist deine Arbeit wirklich das, was du tun willst? Arbeit ist Leben. Gehört dir deine Arbeit? Gehört sie jemand anderem?

Das tönt reichlich abgehoben …
Schmidt: Nun, durch das Bedingungslose Grundeinkommen könnten Menschen mehr das arbeiten, was sie wirklich wollen. Dadurch müssten sie mehr Eigenverantwortung übernehmen und das kann die Leistung steigern. Muss man hingegen eine Arbeit machen, die man nicht  aus sich heraus will, was heute oft der Fall ist, fühlt man sich weniger verantwortlich und ist dementsprechend weniger produktiv. Im Kern geht es um die Verantwortlichkeit der Menschen.

Häni: Wir stehen vor den Toren der 4. industriellen Revolution. Der Tesla ist ein Symbol dafür. Alles, was wir berechnen können, das muss nicht mehr vom Menschen gemacht werden. In welche Richtung müssen wir die Menschen also ausbilden? Im Bereich des Unberechenbaren. Die Menschen sind dort gefragt, wo sie sich von den Maschinen unterscheiden. Sie werden das tun, was die Maschinen nicht können. Darauf sollten wir jetzt reagieren und nicht erst, wenn wir müssen.

Das sieht man doch auch so …
Häni: Ja, aber jetzt können wir noch zusammen debattieren, in was für einer Gesellschaft wir in Zukunft leben wollen. Das Bedingungslose Grundeinkommen könnte ein Schlüssel sein, die Gesellschaft als Ganzes zu stärken. Aber dafür müssen wir etwas tun. Bedingungsloses Grundeinkommen heisst: Traue den anderen mehr zu und zeige, was du selber gut kannst. Das ist anstrengender als einfach auf seinen alten Meinungen vor sich hinzutreten und seine Arbeit zu machen, wie es einem gesagt wird.

Spricht man mit Ihnen über das Bedingungslose Grundeinkommen, reden Sie von Zukunft, von Systemwechsel, von den ganz grossen Fragen. Verstehen die Schweizer das? Ist Ihre Initiative nicht etwas elitär?
Schmidt: Erstens: Unterschätzen sie das Stimmvolk nicht. Und zweitens: Man darf auch mal etwas wagen, das die Menschen herausfordert. Auf die Frage, ob wir elitär seien, sage ich: Elitär ist auch herausfordernd, jeder Mensch ist elitär. Lasst uns mal mehr Wertschätzung füreinander haben. Direkte Demokratie ist auch elitär. Sie traut nämlich jedem zu, selber zu urteilen. Die Schweiz fährt gut damit, die Menschen elitär zu behandeln.

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Comments

  1. in Salzburg and wels/upperaustria (summer 2016) we are willing to do the same. eventually we need your support in autumn 2016… i’ll write again

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