5 Fragen an Christian Müller und Daniel Straub

 

Im Februar 2012 erschien beim Limmat Verlag «Die Befreiung der Schweiz» von Daniel Straub und Christian Müller. Auf 120 Seiten verwandelt das Buch die Utopie Grundeinkommen in einen konkreten Zukunftsentwurf. Zwischen den Kapiteln gibt’s Gespräche mit Endo Anaconda, Ina Praetorius, Peter A. Fischer, Gudrun Sander, Rosmarie Zapfl, Klaus W. Wellershoff und Peter von Matt.

 

5 Fragen an die Autoren:

Ein so kleines Büchlein für eine so grosse Idee?

Die Idee ist ganz einfach und hätte sogar auf einem Bierdeckel Platz: Jeder Mensch, der fest in der Schweiz lebt, erhält jeden Monat bedingungslos 2500 Franken; oder anders gesagt: Alle Einkommen werden in der Höhe eines bescheidenen Existenzminimums bedingungslos gemacht.

Die Auseinandersetzung mit der Idee Grundeinkommen legt viele Fragen offen, darüber könnte man einige Bände schreiben. Es war unser Ziel, eine leicht lesbare Übersicht über die Debatte zu verfassen.

Ist das verkappter Sozialismus? Kapitalismusreform? Noch etwas anderes?

Das Grundeinkommen ist das Gegenteil einer zentralen Verwaltungswirtschaft: Die Verantwortung wird dezentral in die Hände der Bürgerinnen und Bürger gelegt. Dass das Grundeinkommen einerseits die Vorteile der Marktwirtschaft beibehält, gleichzeitig aber jedem Menschen ein Leben in Würde ermöglicht, ist das Faszinierende an der Idee.

Wer arbeitet dann noch?

Würden Sie noch arbeiten, wenn Sie ein Grundeinkommen auf sicher hätten? Wenn man einen Menschen quälen wollte, müsste man ihm ein halbes Jahr jede Tätigkeit verbieten. Viele Menschen träumen vom Nichtstun. Und vielen würde eine Auszeit von ein paar Monaten gut tun. Aber danach kommt die Lust, tätig zu sein.

Kann man das finanzieren?

Das Grundeinkommen ist nicht als zusätzliches Geld gedacht. Es ersetzt für die meisten Menschen einen Teil ihres heutigen Einkommens. Es braucht lediglich einen Finanzmechanismus, um den untersten Sockel der Einkommen bedingungslos zu machen.

Sie glauben, dass die Zeit reif dafür ist?

Das Thema polarisiert: Die einen denken, es sei eine verrückte Idee, die man nicht ernst nehmen muss. Erst wenn man sich auf das Thema Grundeinkommen einlässt, erkennt man, wie logisch und realistisch es ist. Der ETH-Professor Theo Wehner bringt es auf den Punkt: «Vollbeschäftigung ist utopischer als die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens.»

 

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Handlich, verständlich und mit guten Aussichten

 

 

 

Comments

  1. Guten Tag

    Ich hätte auch noch 5 Fragen an die Autoren des Buches:
    1. Woher nehmen Sie 140 Millionen CHF?
    2. Sie sind sich des abnehmenden Arbeitsanreizes bewusst?
    3. Wie schliessen Sie die Grenzen hermeneutisch ab in einem offenen Europa und einer globalisierten Welt?
    4. Was machen Sie gegen die inflationäre Wirkung in den Preisen, die ein BGE hat?
    5. Wie halten Sie Reiche und Unternehmen ab davon, auszuwandern, in ein Land, wo es kein BGE gibt?

  2. die Idee ist bestechend und erhellend, ich bin begeistert! Eine Frage habe ich zur Umsetzung: Wenn ich das Grundeinkommen vom Staat erhalte, muss dann mein Arbeitgeber den entsprechenden Teil meines Lohnes an den Staats zahlen, oder wie geht das?

    • … das die Lohnkosten subentionierende Grundeinkommen würden über eine Abgabe auf die Erwerbseinkommen (wie die AHV zum Beispiel) oder noch wahrscheinlicher als Grundeinkommens-Steuer auf die Preise transferiert. Beste Grüsse, Daniel Häni

  3. Die heutige Privat – und Finanzwirtschaft veruntreut den angeborenen Sinn zu schöpferischer Arbeit.
    Nahe am und mit Menschen zu gestalten wird uns schwer gemacht. Für nichts mehr ausser dem göttlichen Papiergeld zu arbeiten oder zuerst gute Eigenschaften in sich, und für die Menschen zu erschaffen, ist die Frage im jetzigen Paradigmenwechsel. Die sich nach der obligaten Schulzeit anschschliessende Ausbildung allein wegen des Geldes zu machen (Alibi-KV oder irgendwas Studieren bis man 28 jahre geworden), wandelt dem heutigen System zu extrem an. Wenige wollen die Gesellschaft mit ihrer Arbeit, noch wirklich befruchten. Besser gesgt sie kommen schon gar nicht dazu. Industriezeitalter, Technologieära und nun Digit-All! Diese anthroposophische und liberale Utopie zu denken um echte Selbstverantwortung und positive Entwicklung der Gesellschaft aus einem minimalen Grundeinkommen heraus zu gestalten, macht uns wieder kreativ – und reich. Stets wieder ehrliche Tätigkeiteiten, die im Finanzorbit entwertet werden da monetäre Zwangswachstums – Blasen entstehen, weil spekulieren einfacher als arbeiten. Die sogleich weit entfernt von uns platzen. Die Trümmer dann aber uns berühren oder verletzen. Was genau „muss“? Menschlich produktiv, und Sein mit Psychopharmaka…! Wir sind bei über 500 zu differenzierenden psychotischen Erkrankungen angelangt. Heute die natürliche Traurigkeit gleich Psychiater gleich Ich – und Job Verlust gleich Parallelgesellschaft gleich finanz. Minimum und aber leider wenig menschlich nahe Brücken zurück zurjetzigen Marktwirtschaft. Wo jeder das eigene Klo putzt, diesselben aber von Drecksarbeit sprechen wenn es sie es bei den Nächsten sehen. Wer genau macht diese ehrbare „Tat“. Schweizer sind sich zu schad. Fairsorgen wir uns selbst oder bezahlen wir uns das Leben. Ps: Ich denke auch, dass es die 10% „B“ – sozialen Menschen, welche sich wegen unterschiedlichen Gründen aus ihren „Millieu`s“ ausklinken jedem Politsystem anheim sind und uns deshalb auffallen weil wir es sein könnten. Erziehung, Umstände und Charakter aus einer bedingungslosen minimen Lebenschance heraus mit dem Grundeinkommen lässt es sich wieder mit Persönlichkeit und Gefühl „optimieren“. Mein Fazit ist: Lieber eine stets minime Chance zu überleben, als vielleicht eine Zweite erhalten zu „müssen“ .

  4. Ich verfolge die Debatte aufmerksam und bin begeistert.
    Die Zeit ist reif für Veränderungen. Das bedingungslose Grundeinkommen wäre ein wichtiger Schritt in Richtung sozialem Frieden. Es schlummert außerordentlich viel Potential und viele Ideen ungenutzt, weil Behörden mit ihren vielen Auflagen es einem schwer machen, diese umzusetzen. Ich hoffe sehr, dass schnell ein Umdenken erfolgt und die Umsetzung derIdee zeitnah erfolgt.

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