Was fehlt, wenn alles da ist?

Vorankündigung

Die Schweiz ist das erste Land, welches über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens abstimmt. Die Grenze zwischen Befürwortern und Gegnern verläuft quer durch die bekannten Lager: Kapitalisten und Sozialisten, Liberale und Konservative, Unternehmer und Gewerkschafter begeistern sich für den Vorschlag – und bekämpfen ihn. Er schafft neue Allianzen und lässt alte auseinanderbrechen. Der Grund dafür: Das bedingungslose Grundeinkommen stellt die richtigen Fragen. Daniel Häni und Philip Kovce formulieren sie in ihrem Essay, der am 22. September 2015 bei Orell Füssli als Buch und E-Book erscheint.

grundeinkommen

Was fehlt, wenn alles da ist?
Warum das bedingungslose Grundeinkommen die richtigen Fragen stellt
Orell Füssli, Zürich 2015, 192 Seiten,
19,90 EUR/CHF.

Buchvernissage
21. September 2015, 19:30 Uhr, unternehmen mitte, Basel

Lesereise
Die beiden Autoren lesen und performen u.a. in: Zürich, Hamburg, Berlin, Hannover, Frankfurt, Göttingen, Kassel, Witten, Bochum, Rotterdam, Alfter, Freiburg, Wien, Graz.

Leseprobe
PDF 11 Seiten

Pressetext
PDF 1 Seite

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Orell Füssli, Zürich

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Comments

  1. Im Buch : Was fehlt, wenn alles da ist, steht das Beispiel Schweizer Erwerbseinkommen von 7500 Fr. monatlich setzt sich folgendermassen zusammen: 2500 Fr. Grundeinkommen, 5000 Fr. Erwerbseinkommen.
    Wie sieht es aus, wenn jemand wie ich Teilzeit arbeitet und bei 50% 2000 Fr. monatlich netto verdient? Ich freue mich auf eine Antwort.

    • Dann würden sie das Grundeinkommen haben von 2500.- und wahrscheinlich für ihre Erwerbsarbeit noch etwas dazuverdienen. Wieviel, wird Verhandlungssache sein. Die Verhandlung führen sie dann mit mehr gleicher Augenhöhe, da sie existenziell bereits bedingungslos abgesichert sind.

  2. Guten Tag

    Ich habe eine Frage an Daniel Häni und Philip Kovce:
    Wenn alles so bedingungslos ist, und der Mensch von Grund auf gut ist und für andere tätig werden will, warum kostet dann die elektronische Version des Buches etwas, in der Höhe von 15 CHF? Zumindest gehe ich davon aus, dass Häni und Kovce extra die Mühe auf sich nehmen ein Wasserzeichen oder einen DRM-Kopierschutz in ihr „Produkt“ einzubauen, damit man es nicht gratis auf Torrent-Diensten anbieten und kopieren kann. Das harte CopyRight der Leseprobe scheint darauf hinzuweisen.

    Daneben demonstriert Georg Hasler, dass es auch anders gehen kann, mit seiner „Blütenstaubwirtschaft“. Ob man das Buch nun gut findet oder nicht: zumindest ist es jedem verfügbar, und nicht nur erstehbar durch die Oeris und Piffarettis dieser Welt. Ich kann seine Ideen sozusagen gratis verreissen, während, wenn ich das Buch von Häni und Kovce rezensieren will, dazu 20 „Stei“ ausgeben muss.

    Dies scheint mir ein grundlegender Widerspruch von Häni und Kovce zu sein, dass sie das Wasser der Bedingungslosigkeit und der freiwilligen Arbeit propagieren, und den Wein des privaten Gewinns, den sie mit dem Interesse einiger naiver Hippies generieren, trinken.

    Nebenbei gesagt, muss ich zugegeben, dass ich das Buch sicher kaufen und lesen werde, da es mir nicht möglich ist, so ein Buch NICHT zu lesen. Wenn das Buch gut ist, ich meine so richtig gut, dann hat es die Möglichkeit die „Phänomenologie“ von Hegel als das abstruseste, obskurantistischste und naiv-idealistischste Buch der Weltgeschichte abzulösen. Wenn zwei „Geister“ wie Häni und Kovce aufeinander treffen und einander gegenseitig zu immer realitätsfremderen und unverständlicheren Sätzen und Formulierungen beflügeln, muss einfach etwas Gutes dabei herauskommen,

    • ihr argument ist wie gewohnt fehlschlüssig (und ad hoc), sie vermengen zwei ganz verschiedene anliegen (bge und open access) und phantasieren den unterstellten widerspruch nur.

      für fehlschlüsse ist sich zwar auch hegel nicht zu schad, schliesst aber immerhin immer auch eine dialektik an. wer lieber in ewigen wahrheiten und kalendersprüchen als historisch denkt muss hegel wohl tatsächlich wie sie verabscheuen.

  3. Guten Tag

    Es ist eben gerade NICHT alles vorhanden. Wenn wir alles bereits hätten, wären die Ökonomen arbeitslos, denn das Fach bräuchte es nicht mehr. Da aber alles verzweifelt kanpp ist, braucht es eine Wissenschaft der Knappheit, und das ist die Ökonomie. Das lernt man in der ersten Stunde des Wirtschaftsstudiums.

    So: diese Menschen, die behaupten, dass alles da sei, sind vielleicht mit wenig zufrieden. Vielleicht wurde ihnen auch alles in die Wiege gelegt und sie nahmen es alles an, von Gönnern wie Beatrice Oeri und anderen Reichen. Auf jeden Fall zeigen sie eine Realitätsverkehrtheit, die man sonst nur bei Philosophen findet (einer der beiden Autoren ist selbsternannter „Philosoph“). Es steckt eine Anforderungshaltung dahinter, nämlich „es ist alles da FÜR MICH“), das heisst ICH muss mich nicht mehr von der Stelle bewegen, ICH soll Geld erhalten, ICH soll nicht mehr arbeiten müssen.

    Diesen egozentrischen Auswüchsen einer regelrechten „Wohlstandsverwahrlosung“ entgegenzutreten erachte ich als die Pflicht eines jeden ökonomisch geschulten Kopfes. Es ist ja nicht so, dass wir jemandem etwas wegnehmen, was er sonst a priori hätte. Alles muss zuerst erwirtschaftet werden und durch meine Arbeit generiere ich ein Einkommen. Eigentlich simpel.

    • wie üblich ignoriert fenner auch in diesem beitrag, wie massiv ungleich die angeblich knappen* güter verteilt sind – wohl da nur so überhaupt ein egozentrismusvorwurf eingebildet werden kann** – wer sich für ein bge einsetzt, fordert nicht: „ICH soll Geld erhalten“, sondern viel eher: „ich soll AUCH geld erhalten“.

      die forderung nach einem bedingungslosen grundeinkommen ist die nach einer gerechteren verteilung der vorhandenen güter.

      * argumenttechnisch dient die behauptete knappheit der vorhandenen gütern dazu, moralische forderungen mittels angeblicher sachzwänge auszuhebeln, was jedoch, da die penetrante machbarkeitsrhetorik moralische argumente, auf die selber nirgends eingegangen wird, komplette ersetzt, einem naturalistischen fehlschluss gleichkommt.
      unumsetzbarkeit gefährdet eine moralische forderung keineswegs, da moral z.b. auch als regulatives ideal taugt und natur wie wirklichkeit sinnvoll be- und angeklagt werden können.

      ** der übrigens auch an sich hochgradig problematisch – bis bösartig menschenfeindlich – ist, da die bedürfnisse der gesellschaft insgesamt denen der individuen vorgeordnet werden, indem zb die vorstellung eines abstrakten gemeinwohls verwendet wird, den die gesellschaft ausmachenden individuen konkrete verzichtleistungen abzuverlangen, und zwar hier die auf ein unbedingtes recht auf existenz für alle, da eine nachweispflicht von unterstützungsbedürftigkeit grundsätzlich impliziert, dass der nachweis auch misslingen kann, was im speziellen ganz besonders die lage von menschen prekarisiert, die aufgrund nicht objektiv nachweisbarer gründe auf unterstützung angewiesen sind.

  4. … stellt die richtigen Fragen, wenn es in MENSCHENWÜRDIGER HÖHE erfolgt. Dann und nur dann. Sonst wird es schlimmer als vorher, weil sich wieder Bürokratendeppen finden, die sich über andere aufwerfen, sie gängeln, bevormunden, verwalten, ersticken und trotzdem behaupten, na, jetzt habt ihr doch euer Grundeinkommen, was gibts denn jetzt noch zu meckern. In Deutschland wird das garantiert versucht werden, denn das ist leider die deutsche Seele. Alle, die nicht nchgedacht haben, schreien, 1000 Euro ist doch toll. Das sind aber genau die, die jetzt schon über ein akzeptables Einkommen verfügen und die Menschen vergessen, die das nicht haben, und hinauskrähen „1000 Euro ist doch toll“ Sie meinen aber 1000 €uro MEHR ist toll. Das sind ebenfalls Volldeppen. 🙁 🙁 🙁 Einge haben 1000 Euro und können davon nicht im Geringsten leben und viele haben weniger als 1000 Euro, viele haben mit 3-4 Jobs vielleicht 1000 Euro oder auch nicht, denen allen würde es das Leben nicht verbessern. Daher müsste man grundsätzlich dazu sagen „bedingungsloses Grundeinkommen in menschenwürdiger Höhe“.

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