Ralph Boes ist vollbeschäftigt

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Ralph Boes ist vollbeschäftig!

Seine Arbeit als Mitbegründer und Aktivist der Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen ist umfangreich und hat einen weiteren bemerkswerten Höhepunkt erreicht in der Aktion unter dem Titel: WIR SIND BOES

Kern der Aktion war ein 26-tägiges „Sanktions-Hungern“. Das ist ein neuer Begriff. Entgegen dem bekannten Hungerstreik, geht es hier um eine Demonstration der Konsequenzen eines Systems: Hartz IV. Da geht es ans Eingemacht, ans Wirkliche, ans Existenzielle. Ein Einzelner demonstriert an sich als Person, woruntert Millionen von Menschen im Wohlfahrtsland Deutschland leiden. Das schlägt Wellen. Durch die Einladung von Ralph Boes in die ARD-Sendung Menschen bei Maischberger: Wer arbeitet, ist der dumme? wurde dies Aktion eines Einzelnen zum öffentlichen Diskurs. Viele Tausend Kommentare wurden geschrieben. Mittlerweile gibt es eine umfangreiche Medienberichterstatung. Hier ein kleine Auswahl:

ZEIT „Hungern gegen Hartz IV“
TAZ „Schnorrer“-Bashing mit neuer Folge
Bild „Was tun die Behörden gegen Hartz-IV Schnorrer?“
Themen der Zeit „Die andauernde Sendung“
Der Freitag „Menschen und Mutanten bei Maischberger“
Neues Deutschland „Bild-Zeitung attackiert Ralph Boes“
Bild „Deutschlands frechster Hartz-IV Schnorrer“
Bild „Das ist Maischbergers Hartz-IV Schnösel“
Die Welt „Wenn Hartz-IV Empfänger im Winter Unkraut jäten“
Stuttgarter Zeitung „Lieber Hungern als Hartz-IV“
Freitag „Das Sanktionshungern des Ralph Boes“
Neues Deutschland „Das ist kein Hungerstreik“

Rückblick von Ralph Boes zur Maischberger-Sendung:
Ich hätte die 7 Sätze verlesen müssen

Und ein Kommentar zur Sendung von Enno Schmidt:

Ich denke gerade, was mir aufgefallen ist in der Sendung „Menschen bei Maischberger“ mit Ralph Boes. Ich fand alle bemüht und gut, weil sie alle authentisch gesagt haben, was sie als richtig erleben und wovon sie überzeugt sind. Zanken bringt nichts. Die Frage ist doch an alle und offen: wollen wir weiter gehen? Bisher ist Sozialhilfe eine wirtschaftliche Notaufnahme. Die offene Frage ist, ob wir neben das Marktgesetz das Menschenrecht stellen wollen, ob es ein politisches Recht geben soll, dass der Mensch nicht in seiner Existenz allein dem Markt unterliegt. Das ist heute nicht so. Die Grundrechte werden nicht so weit aus dem Menschen selbst abgeleitet, sondern aus Marktmechanik. Das nächste ist eine neue Frage. Soll es eine gesellschaftliche Existenzberechtigung für den Menschen geben, die auf dem Menschenrecht basiert? Und soll das Menschenrecht auf dem Menschen basieren? Die Würde des Menschen, Entfaltung der Persönlichkeit. Diese Klänge sind heute kein politisches Recht, sondern Trompeten der Marktwirtschaft. Die Sozialhilfe ist Marktsausfall-Nothilfe. Sie meint nicht den Bürger, nicht den Menschen, nicht den Souverän. Sie meint den Schadensfall. Also die Frage ist, ob wir neben dem Wirtschaftlichen auch etwas originär Politisches haben wollen. Ob es überhaupt Politik gibt. Oder nur Wirtschaft. Eine offene Frage an alle ist, ob wir so weit sind oder so weit gehen können, zur Würde des Menschen zu zählen, wie er über sich selbst befindet. Was er selbst würdig findet. Ob der Einzelne bestimmen darf – als politisches Recht – was mit ihm vereinbar ist und was nicht. Das ist eine offene Frage. Ob es den Einzelnen, die Individualität also gibt oder nicht. Bisher eher nicht. Bisher Mechaniken.

Ich will sagen, mir fiel auf, dass da eine Problematik besteht, die doch eine offene Frage an alle ist, dass wir von politischen Rechten sprechen, sie aber in der Wertung marktwirtschaftlich verstehen. Und offene Frage, ob ein Recht auf Leben und Unversehrtheit der Person schon beinhatet, dass die Person selbst sagen darf, was ihr Leben ist und was es versehrt. Als bürgerliches Recht. Nicht nur als privat marktwirtschaftliche Möglichkeit.

 

Comments

  1. ( Der Obdachlose )
    Der Obdachlose ist kein Verbrecher.
    Der Obdachlose will kein Verbrechen begehen.
    Der Obdachlose kann die tausenden Bedingungen in unserer Gesellschaft nicht mehr erfüllen.

    Der Verbrecher im Knast hat zurecht ein warmes Bett und regelmässige Mahlzeiten.
    Weshalb sollte der Obdachlose weniger Menschenwürde erhalten als ein Verbrecher ?

    Mit dem Grundeinkommen wird es kaum noch Verbrecher und keine Obdachlosen mehr geben. Mit etwas Menschlichkeit sollte man die Genialität des Grundeinkommens verstehen.
    Jetzt gibt es viel Schnee draussen. Die Obdachlosen werden es schwer haben. Das Grundeinkommen kann Leben retten.

  2. Die Bild gießt Öl ins Feuer, so gut sie eben kann. Da die Bild darin viel Erfahrung hat, ist sie gut darin. Dank ihr gibt es viele, die jetzt darüber reden, ob man faule Parasiten mit durchfüttern muss. Dabei geht es um etwas ganz anderes: Es geht um die Grund- und Menschenrechte! Dass damit auch ein bedingungsloses Grundeinkommen verknüpft ist, macht die Sache für viele leider schon zu kompliziert…

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