Internationaler Kongress zum Grundeinkommen in Korea

Enno Schmidt berichtet aus Seoul:

 

Der internationale Grundeinkommenskongress in Seoul am 19. Und 20. Juni war ein Auftakt für den großen BIEN Kongress im nächsten Sommer dort. Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens wird in Südkorea vor allem von Professorinnen und Professoren der Wirtschafts-, Sozial- und Politikwissenschaften getragen und von einzelnen Politikern, wie der Vorsitzenden der Grünen Partei und dem Bürgermeister der Millionenstadt Seongnam, der bei den nächsten Wahlen 2017 Präsidentschaftskandidat sein könnte.

Der Lebensstandart in Südkorea ist vergleichbar mit dem in Mitteleuropa. Doch während die ältere Generation von dem Aufschwung seit den 60er Jahren profitierte, fehlt es für die Jungend jetzt an Jobs. Und an Geld. Deshalb ist eine Jungend-Dividende im Gespräch, die den jungen Leuten eine freie finanzielle Basis gewähren soll, damit sie mehr Möglichkeiten haben, sich auszubilden und ihren eigenen Weg zu finden. Diese Jugend-Dividende könnte als ein Schritt hin zu einem bedingungslosen Grundeinkommen gestaltet werden. Der Generationenkonflikt wird in Südkorea offen angesprochen. Er bezieht sich auch auf tradierte Formen einerseits, auf Individualisierung und mehr Freiheiten andererseits. Deshalb spielt auch das Jugendnetzwerk der „Generation Grundeinkommen“ in Südkorea eine aktive Rolle. Zudem findet die Idee bei einigen Gewerkschaftlern und Arbeiterverbänden Anklang.

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Unter den Redner auf dem Kongress war auch ein Professor aus Peking, Cui Zhiyuan. Erstens, sagte er, sei China, nachdem es den Kommunismus verlassen hat, auf der Suche nach einem eigenen Weg, der nicht einfach nur den Kapitalismus übernimmt. Das bedingungslose Grundeinkommen ließe alle am Gemeinwohl teilhaben und am gesellschaftlichen Vermögen. Das würde dem Anspruch gerecht, ein soziales Land zu sein. Zweitens seien die Bedürftigkeitsnachweise für Arme für den Erhalt von Sozialhilfe unwürdig. Das bedingungslose Grundeinkommen sei viel menschlicher. Zwar sieht Prof. Cui Zhiyuan noch nicht, dass alle 1,3 Milliarden Chinesen ein bedingungsloses Grundeinkommen erhalten können, aber man könne mit einigen anfangen. Dass die Bevölkerung in der Schweiz über die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens abstimmt, ist für ihn ein Ansporn.

Aus Indien berichtete Sarath Davala von dem Pilotprojekt, dass in 8 Dörfern über 17 Monate ein bedingungsloses Grundeinkommen ausgezahlt wurde. Um einen Vergleich zu haben, wurden in 12 anderen Dörfern die Entwicklung und das Leben beobachtet, in denen kein Grundeinkommen ausgezahlt wurde. Das ausgezahlte Grundeinkommen betrug 5 Dollar im Monat für Erwachsene, für Kinder die Hälfte. Die Armutsgrenze liegt in Indien offiziell bei 15 Dollar im Monat. Der Grundeinkommensbetrag war also sehr gering. Dennoch war die Wirkung groß. Auch in Indien herrscht die Meinung vor, dass die Armen ihre Armut verdient haben, und dass sie nicht mit Geld umgehen können. Sonst wäre sie ja nicht arm. Man solle ihnen lieber Reis statt Geld geben. Doch, so Sarath Davala, gerade die, die sehr wenig haben, gehen sorgfältig mit Geld um. Ein Alkoholproblem hatten vor der Auszahlung eines Grundeinkommens einige in den Dörfern. Danach hatten sie keine Zeit mehr, sich zu betrinken. Denn das Grundeinkommen öffnete Möglichkeiten. Man kann was machen! Diese Erfahrung der Möglichkeiten, dass man sich nicht nur ungehört unter das Gegebene beugen muss, gehörte zu den wichtigsten Erfahrungen der Menschen durch das Projekt. Und dass es ein individuelles Einkommen gibt, ein Einkommen unmittelbar für mich. Und dass dieses Einkommen regelmäßig ist, nicht nur einmal, was planen lässt. Schulden wurden abgebaut, durch die viele vorher in einem Leibeigenschaftsverhältnis zu einem Arbeitgebern standen. Kinder wurden länger zur Schule geschickt, insbesondere Mädchen, die nun mit den Jungen gleich zogen. Viele kleinwirtschaftliche Aktivitäten entstanden. Familienmitglieder legten ihre Grundeinkommensbeträge zusammen, um etwas Neues anzufangen. Das Geld für die Grundeinkommen kam von der SEWA Bank, der Bank einer Assoziation selbständig arbeitender Frauen in Indien.

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Das Besondere für mich auf solchen Reisen ist, dass die Menschen überall die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens denken können. Die Kulturen sind unterschiedlich, die Lebensumstände sind unterschiedlich, und letztlich ist jeder Mensch eine Kultur für sich. Aber was das bedingungslose Grundeinkommens ausmacht können Menschen überall denken. An etwas Gleichem wird die Unterschiedlichkeit zur Freude.

Enno Schmidt

 

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Hier das Referat von Enno Schmidt am Kongress:
Volksinitiative zum Grundeinkommen in der Schweiz und Volksabstimmung

 

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Comments

  1. Um von dem großen Bogen der Befürchtung auf den Boden der Realität zurück zu kommen hilft es, zu schauen, in welchen Ländern ein bedingungslose Grundeinkommen diskutiert wird. Das sind die demokratischen und eher freiheitlichen Länder. Es hilft auch, sich den Gedanken des bedingungslosen Grundeinkommens in Ruhe anzuschauen. Das Radikale an ihm führt nicht in eine Ideologie, die sich als Dogmatik über eine Bevölkerung zieht, sondern es führt auf die eigene Verantwortung jedes Einzelnen und auf mein Zutrauen oder Misstrauen allen anderen gegenüber. Ein Einkommen zumindest in Höhe des Grund-Lebensbedarfs hat heute in der Schweiz jeder – mehr oder weniger. Das wird bedingungslos. Das kann man bemerken oder weitermachen wie vorher. Es zwingt niemand zu irgendetwas. Bedingungslos wird das Grundeinkommen für alle, aber was das für jemanden bedeutet, das liegt in seiner Hand. Es kann einem auch gar nichts bedeuten. Es muss sich nichts ändern. Kann aber. Nur beim Umdenken auf die Bedingungslosigkeit, da ist etwas zu tun. Das betrifft jeden. Das fängt jetzt beim Umgang mit der Idee des Grundeinkommens an. Schon da ist jeder selbst verantwortlich und kann erleben, wie er oder sie denkt. Nicht von machtgierigen Politikern kann dieser einfache Gedanke des bedingungslosen Grundeinkommens eingeführt werden, denn die verlieren dadurch an Macht, sondern wenn, dann
    ist es eine Mehrheit in der Bevölkerung, die den Weg gut heisst. Das Einkommen, das ohnehin jeder unabdingbar zum Leben braucht, das kann nicht an die markttaugliche Verwertbarkeit der Person gebunden sein, sondern das muss an das Leben gebunden sein, dass wir uns gegenseitig in Freiheit zusprechen. Die Vergleiche mit Diktaturen sind falsch. In der DDR bestand Arbeitspflicht für jeden. Das und anderes lähmte die Wirtschaft und führte zu absurden Arbeitsplätzen und uneffektiver Beschäftigung. Es bestand kein Begriff von Arbeit. Weil die sozialistischen Betonköpfe Arbeit und Einkommen nicht getrennt denken konnten. Das können die kapitalistischen Betonköpfe jetzt auch nicht. Und da ist genauso die Frage, wie lange das noch gut gehen kann. Die Bezahlung von Arbeit kann Anreiz sein, Wertschätzung, Leistungsbezogen und was auch immer. Die Lebensbasis aber ist ein soziales Recht. Das ist eine Weiterentwicklung anhand der globalen Arbeitsteilung und Produktivitätssteigerung durch optimierte Methoden und Maschinen in dem zivilisatorischen, liberalen, sozialen und kulturellen Entwicklungsstrom der Schweiz und anderer Länder. Das ist notwendig, um den gesteigerten Herausforderungen an Vielfältigkeit, Flexibilität, Eigeninitiative und Selbstverantwortung gerecht zu werden gegenüber komplexer werdenden Aufgaben für die Menschen. Alles standardisierbare übernehmen Programme und Maschinen. Ich weiss zu der Verwechslung des bedingungslosen Grundeinkommens mit Kommunismus oder Sozialismus nichts zu sagen, weil das so fern liegt. Ich weiss nicht, wie man darauf kommen kann. Das Stimmrecht für alle wird doch auch nicht als Gleichmacherei missverstanden oder mit Kommunismus gleichgesetzt. Es gibt eine Ebene der Gleichheit der Menschen als Mensch. Das ist der Bereich des Rechtes. Das ist nicht Kommunimus oder Diktatur, sondern der Boden der Freiheit im sozialen Miteinander. Den spricht das bedingungslose Grundeinkommen nun auch wirtschaftlich an. Und kratzt damit an dem Tabu einer nicht verstandenen, aber zur Oberhoheit über alles erhobenen Ideologie namens Wirtschaft. Dabei ist Wirtschaft doch selbst das Soziale. Nur der Anteil Kapitalismus darin ist es nicht. Wenn Kapitalismus heisst: weniger für andere und mehr für mich. Das ist nicht Wirtschaft. Beim Kapitalismus muss man auf die Proportionen achten, sonst wuchert er die Wirtschaft zu. Das bedingungslose Grundeinkommen bricht so manchen verkrusteten Selbstläufer in den unhinterfragten Anschauungen. Die behauptete Alternativlosigkeit zu dem immer enger und menschenfeindlicher werdenden Kapitalismus ist ein Dogma und Diktatur heute. Das bedingungslose Grundeinkommen ermächtigt uns zu mehr von dem, was uns wert ist. Wäre es so gefährlich, wenn Menschen nicht um ihr materielles Überleben fürchetn müssen, müssten wir große Sorge um den Bestand und das Vorankommen der Schweiz haben. Zumindest jeder achte in der Schweiz lebt in einem Millionärshaushalt. Vieles, was als grosse eigene Leistung deklariert wird, hat im Hintergrund eine finanzielle Absicherung und wäre ohne die nicht einmal denkbar gewesen. Dass Menschen nicht ums Überleben fürchetn müssen heisst, dass sie mehr auf die Beine stellen können. Dass Menschen um ihr materielles Überleben fürchten müssen ist ein halsstarriger Anachronismus in der heutigen Situation und eine Leistungsverweigerung dem wirtschaflichen Fortschritt gegenüber. Gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen zu sein ist unproduktiv. Da verweigert man sich dem eigenen Hinschauen auf die Gegebenheiten heute und hält an einer gleichmacherischen disziplinarischen Überlebenshaltung fest, in der jeder einer Erwerbsarbeit nachgehen muss und niemand ausscheren darf, in der die Masse Mensch auch nur durch Existenzbedrohung zum Schaffen zu treiben ist. Wäre es so, wäre nichts von dem, was die Schweiz heute ausmacht. Nicht gedungene Arbeit ist Produktivität. Wem das bedingungslose Grundeinkommen als Fahrschein zur Freizeit erscheint, dem mangelt es an Sensibiltät für die vielen Aufgaben und Arbeiten, die andstehen, die nur nicht vom Bezahlsystem erfasst werden. Viel mehr wird in der Begleitung von Menschen notwendig und im therapeutischen. Nicht als Reparaturmassnahme, sondern als herausfordernde Entwicklung in Dingen, die eben nicht mit dem Schraubendreher zu machen sind. Viel mehr wird zum Erhalt des Lebens auf dem Planeten notwenig. Auch viel mehr an seelischer Leistung und Bewusstseinsleistung, die noch als nebensächlich unterschätzt oder als skills systematisiert und damit sterilisiert werden. Es ist Borniert und zukunftslos zu meinen, was wir wissen sei alles, was es gibt und was noch kommt. Es kommen ganz andere Sachen, die das Wissen jetzt übersteigen. Das ist immer auch schmerzhaft gegenüber den Gewohnheiten. Das war immer so. Wie gegen das bedingungslose Grundeinkommen jetzt wurde einst gegen das Frauenstimmrecht gewettert und gegen die Abschaffung der Leibeigenschaft, gegen eine AHV und gegen Menschenrechte. Nicht die Diskussion um ein bedingungsloses Grundeinkommen und seine allmähliche Einführung gefährden den Wohlstand und den Wirtschaftsstandort Schweiz, sondern die Stillstandideologie und Angst, nichts mehr auf die Reihe zu bekommen, wenn nicht alles bleibt, wie es ist. Es bleibt nicht, wie es ist. Das bedingungslose Grundeinkommen ist die beste Basis für all die anstehenden Veränderungen. Es ist gerade nicht eine Ideologie, sondern eine Ermöglichung. Es ist kein Versprechen und keine Lösung, sondern legt die Geschicke mehr in die Hände der Menschen. Weniger in die der Ideologien, Systeme und Weltherrschaftsinteressen. Bezahlen nimmt Verantwortung ab. Das bedingungslose Grundeinkommen nimmt die Verantwortung nicht ab. Es wirft sogar jeden mehr auf sich selbst zurück. – Und dann kommen alle aus dem Ausland, um hier ein bedingungsloses Grundeinkommen zu beziehen? Das kann nur sagen, wer nie von außen kam. Ein Aufenthalt in der Schweiz ist an einen geltenden Arbeitsvertrag gebunden. Selbständige müssen Aufträge in der Schweiz nachweisen und unterschreiben, dass sie das Land sofort verlassen, sollten sie sozialfällig werden. So ist das heute. Niemand kann in die Schweiz ziehen, weil er hier Sozialleistungen beziehen will. Es wollen viele in die Schweiz, weil hier die Einkommen relativ hoch sind. Das ist wohl nicht mehr so, wenn ein Teil des Einkommens, das Grundeinkommen, bedingungslos wäre und nicht an einen Arbeitsplatz gebunden ist. Wenn der Grundeinkommensanteil also in den Arbeitseinkommen nicht mehr enthalten ist. Der Anreiz, in die Schweiz zu kommen, wäre geringer. Ohne Aufenthaltsbewilligung, die an Bedingungen geknüpft ist, kann man kein Grundeinkommen erhalten. Bei allem, was an Kritik gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen vorgebracht wird, hilft es, einmal ein bisschen weiter zu denken. Dann sieht die Sache schnell ganz anders aus. Es ist die Frage, ob wir Lösungen wollen oder uns gefallen in Gründen, warum nichts geht als was vielleicht mal war. Wobei das Grundeinkommen nicht mal weit in die Zukunft geht, sondern vorallem fragt: was ist denn jetzt? Jetzt ist es anders als in Vorstellungen von Gestern. Eine Ideologie will eine Idee über alles ziehen. Das geschieht heute zum Beispiel mit dem, was sich Ökonomie nennt. Das bedingungslose Grundeinkommen will die Idee jedes Einzelnen mehr ermöglichen. Daneben gibt es auch noch andere Einkommen. Das Gleiche ist die Gleichheit der Menschen vor dem Recht und das, was ein Menschenrecht ist. Ist das so gefährlich? Sogar in der liberalen demokratischen Schweiz?

    • Sehr geehrter Herr Schmidt

      Vielen Dank für Ihre reflektierte Antwort. Ich glaube Ihnen, dass sie glauben, dass mit einem bedingungslosen Grundeinkommen alles ganz anders wird: der Mensch, die Wirtschaft, die Natur, das stelle ich nicht in Frage.
      Mein Ansatz baut darauf, dass wir nicht nur Spinnereien in die Welt setzen um sich dabei gut zu fühlen, wenn wir diese durchdenken, sondern, dass wenn wir solche Sachen sagen besonders naive Leute die Idee haben könnten wir reden über die Realität und die reelle kommende Zukunft.

      Dies ist wie ich in vielen Posts schon gezeigt habe unmöglich zu bewerkstelligen. Ein Grundeinkommen ist einfach nicht von dieser Welt. Es gibt vielleicht Parallele Universen, von denen Physiker reden, wo die Verhältnisse anders sind und ein BGE funktionieren kann. Selbst aber auf anderen Planeten in Unserem Universum wird es sehr schwierig werden, wenn nicht unmöglich sein ein BGE zu implementieren. Der zweite Hauptsatz der Thermodynamik funktioniert auch auf dem Planeten Kepler-438b sowie in der Andromeda-Galaxie. Man kann nicht einfach „freie Energie“ herstellen. Das ist das physikalische Argument: das bilogische lautet, dass überall in der Galaxie und dem Universum die darwinischen Gesetze der Evolution Bestand haben. Konkurrenz und Fressen und Gefressen werden ist etwa 99% der Evolution. Es gibt ganz kleine Nischen, wo eine Symbiose die egoistischen Gene maximiert, aber auch dort gibt es keinen Altruismus und die Blume gibt ihren Blütenstaub einfach „bedingungslos“ an die Biene ab.

      Soweit die Naturwissenschaften. In den Sozialwissenschaften und der Psychologie wissen wir auch einiges über den Menschen. So wissen wir etwa, dass der überwiegend grosse Teil der Menschen, wenn er die Wahl zwischen 5 Dollar und 10 Dollar hat, die 10 Dollar nehmen wird. Wir wissen auch, dass wenn jemand beim Bewerbungsgespräch vor die Wahl gestellt wird bei gleichem Fixgehalt entweder 42 Stunden zu arbeiten oder nur 40, der überwiegend hohe Teil der Menschen die 40 Stunde Variante bevorzugen wird. („Überwiegend gross“ heisst in diesem Zusammenhang immer über dem Signifikanzniveau von 95%).
      Zusammengefasst: „Mehr ist also besser als weniger“ und Arbeit ist ein „Leid“, oder ein „bad“ wie die Ökonomen sagen: „weniger ist besser als mehr“.
      Wir wissen zudem aus der Psychologie, dass der Mensch nicht von Natur aus gut ist und nur durch die bösen Politiker und Wirtschaftsführer schlecht gemacht wird. Das zur Mikroökonomie und Psychologie.

      In der Makroökonomie gilt, dass es keinen Gratis-Lunch gibt, das heisst jeden Franken, der verteilt wird muss vorher durch Arbeitseinsatz der Natur abgeronnen werden. Die Natur produziert nicht einfach Güter und Dienstleistungen um uns Menschen dienlich zu sein. Alle Wärme- und Nahrungskalorien müssen hergestellt, geerntet, veredelt und verteilt werden. Gott macht das nicht für uns.

      Wenn jetzt auf der Einnahmeseite nichts mehr rein kommt, dann kann auf der Ausgabeseite auch nichts rausgehen. Es ist nicht so, dass wir für Jahrzehte hinaus Lebensmittel gelagert hätten in riesigen Hallen und man jetzt nur noch warten kann um sich denen zu bedienen. Auch Öl und Wasser speichern wir nicht zur Genüge um davon ohne Arbeit lange zehren zu können.

      Bleibt noch das Griechenland-Argument: Sollen es uns die Anderen schicken!
      Welche Anderen? Und werden die so posteilig bereit sein von ihrem hart erarbeiteten Geld uns abzugeben, damit wir nicht arbeiten müssen? Man sieht ja jetzt, wie Ihre Kanzlerin Merkel die Griechen abschmettert, so dass ich skeptisch bin, dass sie den Schweizern helfen werden.

      Sie sehen: Die Wissenschaften sprechen gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen. Wir könnten es zwar mal versuchen, dann würden aber die realistischen Stränge einsetzen, die ich beschrieben habe und das Utopia würde zum Distopia. Man kann die Natur und den Menschen nicht einfach so überlisten, das geht vielleicht mal über kurze Zeit oder mit hoher Gewaltanwendung, doch immer holt uns die Realität ein und der Montag Morgen beginnt wieder, obwohl sich das viele, gerade faulere Menschen, nicht wünschen.

      Bleibt noch die Frage, ob es möglich ist zumindest für ein paar Menschen ein Grundeinkommen einzurichten, die dann nicht mehr arbeiten müssen.
      Klar ist das möglich. In diesem Fall brauche ich aber ein ethisches Argument um davon abzuraten. Wir haben lange gebraucht um Könige und Kaiser abzuschaffen, die Aristokratie zu beseitigen. Jetzt wieder anzufangen und manche Menschen bedningungslos zu alimentieren, während der Pöbel hart dafür arbeiten muss scheint mit ungerecht. Was realistischerweise passieren wird wäre eine zweite französische Revolution wo die Faulenzer die Konsequenzen ihres Nichtstuns erfahren müssten.

      Man kann es drehen und wenden wie man will: In diesem Universum geht das Grundeinkommen nicht. Wer Zeit verplempern will und sich phantstische Szenarien in anderen Universen ausmalen will, kann dies tun. Ich jedoch habe besseres zu tun und beschäftige mich lieber mit der Realität und diese, unsere Welt besser zu machen.

      • …es zeigt einmal mehr wo Kollege Fenner sitzt. Galileo („…und sie dreht sich doch“) wurde von solchen Betonköpfen wie er verurteilt.
        Albert Einstein bemerkte, dass man mit der Denkweise von gestern nicht die Probleme von heute und morgen lösen wird.
        Sie mögen sich selbst als gebildet und weissagend wahrnehmen, den genannten Naturwissenschaftlern messe ich mehr Kompetenz zu.

        • Darwin ist Asbach, das ist wie die Erde ist eine Scheibe, mein Lieber 😉

          Ich weiß jetzt nicht, was ein BGE, was sich auf unsere Gesellschaftsform bezeiht, die weder auf anderen Planeten vorkommt, noch in anderen Dimensionen (die übrigends KEINE Parallelwelten sind, das ist was ganz anderes (schonmal Einstein oder die String Theorie gelesen??), mit anderen Dimensionen oder Physik zu tun hätte. Man sollte nicht über solche Themen reden, wenn man davon keine Ahnung hat, das fällt sofort auf, kleiner Tipp 😉

          Freie Energie kann man nutzen, nicht „herstellen“- aber sie ist real und existent und verwertbar, auch für uns schon ….

          Man sieht: Wer das Paradigma der alten Zeit und „Naturwissenschaft“ in diesem Sinne, nicht überwunden hat, versteht nicht worum es geht und was die Möglichkeiten sind (denn darum geht es ja, und das wäre ein Widerspruch in sich, weil das Außerhalb des linearen, kleingeistigen , eindimensionalen Denkens liegt (also, das Universum ist so viel größer als dieser Kleingeistige Quatsch, den Sie da verbraten… sorry…) Fressen und gefressen werden ist nicht mehr Stand der Evolution und Rückschrittig.(führt nämlich dazu, daß ein System in seinem kleinen Cycle bleibt und nicht expandiert (wie aber das Universum es tut…) (Und davon reden wir gerade, im Übrigen)

          Wenn die Biene nicht bedingungslos für uns somit Nahrung produzieren würde, hätten wir noch ganz andere Probleme (wie man in China an den per Hand zu bestäubenden Teeblüten sieht).

          Wir wissen, daß viele Menschen sogar ehrenamtlich sich engagieren- wenn Sie nämlich die kreative Kraft des Wunsches sich damit zu entfalten verspüren- Ihr Beispiel beweist nur, daß die Arbeit zu viel, anstrengend und erniedrigend ist, um die es in der Frage ging, weil sklavenähnliche Erwerbsarbeit, und zudem, daß der Lohnausgleich dafür nicht angemessen ist, wenn man zu wenig hat. Jemand widerum der Millionär ist, hat es nicht nötig- wenn dieser das will hat er GIER (eine der Sünden..).
          Es gibt nichts dagegen zu sagen, daß mehr besser ist als weniger- der wesentliche Punkt ist, daß wir Fülle für alle haben und es nicht o.k. noch notwendig ist, Menschen in Armut zu halten und erniedrigung, weil einige Wenige dies wollen (aus GIER Gründen, weil diese widerum meinen, sie hätten sonst nicht genug, was nicht der Fall ist. Nur aber weil es in gehobenen Positionen bevorzugt Psychopaten gibt, weil das ein Teil der Psychologie eines unterdrückerischen Systems ist, heißt das noch nicht, daß die Mehrheit der Menschen so ist.. im Gegenteil, man weiß, daß der Mensch an sich im Grunde seines Wesens GUT ist (es sei denn eben, er hat so einige psychologische Probleme, wie das obige und einfach seine eigene Arbeit nicht gemacht, auch HIER geht es um WEITERENTWICKLUNG, die die an sich arbeiten und von dem Zeug erlöst werden und die die immer im alten, schlechten und angeblich „guten“ rumeiern und sich suhlen und dann noch meinen es müsste immer so sein (Beschränktsein des Bewußtseins gepaart mit psychischem Leiden).

          Auch das ist falsch- die Natur IST bedingungslos- in der Tat produziert SIE für uns die Nahrung- oder meinen Sie es ist Ihr Verdienst, wenn diese wächst? oder von der Sonne genährt wird- das hat mit Arbeit nichts zu tun.Sie können dabei zuschauen, wie das für Sie gemacht wird. Selbst wenn es keine industrielle Massenproduktion gäbe hätten wir so noch Nahrung (und wenn man im Wald Pilze und Beeren sammeln geht).(Wenn Sie das nun als Arbeit ansehen, sind Sie schon einen Schritt weiter als zuvor, wo Sie nur Erwerbsarbeit, d.h. Arbeit für Firmen und andere als solche ansahen 😉 ) Ändert dennoch nichts daran, daß alles was wir WIRKLICH brauchen, um zu (über-) leben, uns von Gott und der Natur gegeben wird (nicht von irgendwelchen Produktionen oder Erwerbsarbeit(enden)) (wobei ich die Natur des Menschen als Mittler für emotionale gute Energie nicht ausschließe- aber hier kann sich eben jeder selbst entscheiden, ob er zerstören, geben oder erschaffen und so geben will. (Denn alles was wir erschaffen, kommt allen zugute).

          Auch Ihre Ansichten zur Makoökonomie sind falsch- real existieren diese Franken gar nicht, geschweige denn müssen sie durch Arbeit irgendjemandem abgerungen werden, das ist doch der Betrug.

          Griechenland… das Reizthema. Also wollen wir mal festhalten, daß eben genau dort dieses Spielchen mit dem nicht realen existierenden Geld bis zum Exess getrieben wird- es geht hier nämlich nicht darum, daß Griechenland nichts hat, keine blühenden Landschaften oder irgendetwas anderes reales, was in der physischen Welt existiert, oder ein rückständiges Entwicklungsland ohne Resourcen oder gar Bildungsstand wäre- es geht hier allein um die die daran verdienen , daß sie einen Haufen Zinsen für NICHTS kassieren, nämlich Kredite, die nur als Buchgeld existieren- und so beutet man eben Leute aus- und am meisten verdienen daran die Deutschen, Superreichen, Riesenfirmen, Rüstungsexporteure, die die jetzt Staateigentum oder Inseln aufkaufen , etc. Und im übrigen entspricht Merkel nicht der Meinung des Hauptteils der Bevölkerung- in Deutschland gibt es keine Volksinitiativen oder gar den Volksentscheid auf Bundesebene- und das wird seit Jahrzehnten aus eben diesen Gründen auch tunlichst verhindert.

          Die „Wissenschaften“ sprechen sicherlich NICHT gegen ein BGE, die alteingesessenen die sich wissentschaftlich nennen und doch nur verkrustet Strukturen schützen, natürlich wie eh und je (unter den Talaren, der Staub von 1000 Jahren… ) herrschaftsgedünkel von Leuten, die schon Galileo um die Ecke gebracht haben- also der RÜCKSCHRITT und das Festhalten an alten Machtstrukturen über andere schlechthin. DAS ist des 21. Jahrhunderts UNWÜRDIG. Wir sind weiter und freie aufgeschlossene Menschen und wir sind , tatsächlich, damit in der Zukunft, denn das wird sie sein. In größen Dimensionen denken, als dieser piefige Kleingeist, der sich da versucht zu verbreiten.

          Wer sagt, daß wir die Aristokratie abgeschafft haben? Und gerade darauf zielt doch ein BGE, daß eben NICHT einige Arbeiten wie der „Pöbel“ um einige wenige (nämlich die Firmenbosse und Reichen, die Finanzbosse und die Mächtigen) in ihrer unermeßlichen Verschwendungssucht und Gier zu finanzieren.

          Realistischer Weise kommt eine Revolution, wenn wir so weitermachen wie bisher und auch in Europa die Ärmen immer Ärmer werden und die Lebensumstände menschenunwürdig und mit unserer Demokratie und unserem Grundverständnis unvereinbar sind- wie sich auch in Griechenland zeigt, wo es zum ersten Mal eine REGIERUNG gewagt hat, sich zu widersetzen, daß es SO NUN NICHT geht und es ihrer und der Menschen ihres Volkes UNWÜRDIG ist. (leider sitzt Merkel und Co am längeren Hebel- aber wie lange noch… nicht mehr lange, wenn es SO weitergeht. Die Leute sind SO dumm nun nicht.)

          In IHREM „Universum“ geht das BGE sicher so nicht- denn das wovon Sie reden, ist kein Universum, das nämlich unbegrenzte Möglichkeiten hat und alle anderen einschließt, und die reale existierende Welt hier ist, sondern das ist Ihre kleingeistige Psyche, die hier leider nicht ganz mitkommt. Erweitern Sie erstmal Ihr Bewußtsein auf eine universelle Ebene, dann können Sie auch mit-(oder über das Universum) reden 😉

          Fazit: Sie sollten lieber nicht über Dinge reden, von denen Sie keine Ahnung haben 😉

  2. Guten Tag

    Das Enno Schmidt diesen Vortrag und dieses Netzwerken in Südkorea betreibt anstatt in dem kommunistischen Norden von Korea grenzt an ein Wunder. Der Süden sollte spätestens seit Ende des Krieges genug haben von illusionären Versprechungen, der Zentralität der Macht und der Überwachung der Bürger.

    Utopien sind immer wieder sehr gefährlich für die Gesellschaften gewesen, sei es die Sowjetunion oder sei es das heutige China. Mit Verblaub glaube ich, dass das Grundeinkommen in China weniger eine Chance hat als in Mitteleuropa, aber wer weiss, zu was sich die Chinesen wieder hinreissen lassen. Wenn sich ein Land abschaffen will, soll es dies tun, da sage ich nicht viel, so lange ich nicht selbst in diesem Land wohne oder extensiv mit ihm Handel treibe. Die Leute sollen selbst für sich entscheiden was richtig ist, und wenn Nordkorea richtig findet ein BGE + Arbeitszwang zu haben, dann sei das so. Zumindest findet mit der 2. Komponente (dem Arbeitszwang) in Nordkorea noch so etwas wie eine Produktivwirtschaft statt. Hätten sie nur das Grundeinkommen, wäre die Regierung schon lange von den Bürgern überworfen worden und Nordkorea heute liberal kapitalistisch.

    Ein Tigerstaat wie Südkora mit Riesenkonzernen wie Samsung muss es sich sehr gut überlegen, all diese Wohlfahrtserrungenschaften abzuschaffen und auf das Niveau des Nordens abzuflachen.

    Wir kennen das Grundeinkommen sehr gut aus der Geschichte: Hitler, Stalin, Paul Pot, Mao, Ceausescu, Honecker: alle versuchten eine utopische Gesellschaft mit fast 100% Grundeinkommen einzuführen. Es war nicht genau bedingungslos das Grundeinkommen, aber das gibt es a) gar nicht und b) mussten viele Beamte noch produktive Arbeit für Ihr Geld als Gegenleistung leisten, damit die Wirtschaft nicht in sich zusammenbrach. Das BGE ist wahrscheinlich dem System der ehemaligen DDR am nächsten, und wir wissen heute, wie katastrophal dies mit all diesen Stasi-Spitzeln, Mauerschützen und fehlende Verfügbarkeit von Grundnahrungsmitteln, wie Bananen, war.

    WIe anderes sieht die rationale Sicht von Karl Popper und anderen aus: Es gibt keine Propheten, welche auf einen Schlag die Welt in ein besseres Paradies führen. Wenn jemand euch das verspricht, ist höchste Vorsicht geboten. Der Kapitalismus mag Schwächen aufweisen, er ist jedoch das beste System, das es bis heute jemals gegeben hat. Der Kapitalismus ist das schlechteste System, ausser allen anderen!
    Sozialismus führt immer zu Gewalt, Unterdrückung, Kontrolle und eine Art Distopia à la „1984“. Um die gewaltige Steuerlast einzutreiben werden riesige Verwaltungsapparäte aufgestellt werden müssen. Dann muss ein riesiges Polizeiaufgebot sowohl im Internet, als auch vor Ort in den Kommunen selbst kontrollieren, dass alle Transaktionen mit 60% Mehrwertsteuer erfolgen. Der Staat muss dazu zu einem totalitären Schnüffelstaat werden, da schon beim Kauf eines Autos sowohl der Händler, als auch der Kunde einen Anreiz haben, die Steuer zu umgehen und danach die Bücher so zu fälschen, als ob keine Transaktion stattgefunden hat. Polizisten müssten auf Jahrmärkten und Baurenmärkten in den Städten patroullieren und jede Transaktion einzeln kontrollieren. Zudem braucht es eine riesige Aufblähung des Schweizer Nachrichtendienstes, sowie die Einrichtung eine Internetpolizei, die die Transaktionen im Internet überwacht.
    Auch die Grenzbeamten nehmen extrem zu: Für die Kontrolle des Schmuggels. Auch online muss nun überprüft werden, ob man günstige Ware in China bestellen darf und einfach so einführen darf. Es werden wieder Schutzzölle eingeführt werden müssen.

    Meanwhile wie sieht es mit der Migration aus: Wir haben ja die bilateralen Abkommen und müssen Menschen aus der EU aufnehmen. Alle Sozialhilfebezüger, aus Deutschland und anderswo, die sich so über die Bedinungen in ihrem eigenen Land aufregen, werden einwandern. Hier können die Ralph Boes’e nun ihren Hobbies nachgehen, ohne vom Staat in die Verantwortung genommen zu werden. Das werden viele sein. Wenn das BGE-System zusammenbricht, bleiben die nicht etwa hier und fangen jetzt an zu arbeiten und die Schweiz wiederaufzubauen: Sie sind Doppelbürger und gehen wieder zurück, wo es zwar nicht so schön ist, aber auch nicht so schlecht.
    Alle Reichen und wer irgendetwas auf sich hält wird jedoch auswandern, so schnell er kann. Man sieht ja jetzt, wie die Menschen noch die letzten Euro von den greichischen Banken retten wollen, bevor sie für immer verloren sind. Griechische Zustände wären noch ziemlich mild im Vergleich zu was mit einem BGE droht. Ich wundere mich ob der IWF der Schweiz noch weiter Kredite geben wird, wenn Daniel Häni (Alexis Tsipras) Bundespräsident ist und Enno Schmidt (Yanis Varoufakis) Finanzminister. Die können dann schon pokern, dass man uns Schweizer nicht verhungern lassen wird, doch sicher ist dies nicht.

    Lassen wir uns also schon von ganz am Anfang an nicht auf diese sozialistische, dekadente und abgrundtiefgefährliche Idee ein und machen wir vermehrt so weiter, wie AvenirSuisse und EconomieSuisse und der Bundesrat das so vorsehen.

    • Nur Jemand wie sie schafft es, dass BGE mit Diktatoren in Verbindung zu setzen und dass mit dem Mittel der Hetze. Wir sehen im Moment dass in der westlichen Welt weite Bevölkerungskreise am verarmen sind dieser Trend wird sich verschärfenn. Das BGE kann hier Abhilfe schaffen und unsere Wirtschaft weiterentwickeln.

    • Ich bin zu müde, mir weiter Ihre Ausschweifungen in voller Länge anzutun. Nur ein Wort noch:

      Sie verwechseln das Wort Utopie, mit reaktionären, auf psychischer Manipulation aufgebauten von Machtbesessenen , fehlgeleiteten, menschenfeindlichen Diktaturen, die abgeschafft gehören.
      Ihr vergeblicher NLP Versuch dies nun mit dem Bogen zu den von Ihresgleichen als Feindbild gesehenen „verhassten“ „radikalen Strömungen“ zu schlagen, ist nett, aber vergeblich. (Waren Sie mal auf einer Polizeischule oder ähnlicher Gehirnwäscheeinrichtung für Feindbilderschaffung?? 😉 )

  3. Alleine damit sind sie in Asien bereits einen Schritt weiter in der Zukunft als „good old Europe“! Herzlichen Glückwunsch, vielleicht kommen wir ja auch in nächster Zeit im 3. Jahrtausend an, die Schweiz ist ein erster Hoffnungsschimmer am Ende der Dunkelheit im Euronen-Tunnel!

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