In den USA geht die Debatte zum Grundeinkommen nahtlos weiter

Das neue Buch zum Grundeinkommen von Andy Stern:

RAISING THE FLOOR

raisingthefloor

Nicht zufällig hat der ehemalige Präsident der grössten US-Gewerkschaft SEIU eine Woche nach der Schweizer Abstimmung ein Buch über das bedingungslose Grundeinkommen publiziert. Die Schweizer Debatte hat auch in den USA grosse Wellen geschlagen und das Thema auf die sozialpolitische Agenda gesetzt. Andrew Stern verleiht dem Vorschlag nun die nötige Seriosität und Tiefe. In „Raising the Floor – How a Universal Basic Income can Renew our Economy and Rebuild the American Dream“ skizziert Stern, warum ein Grundeinkommen in den USA unabdingbar ist und der nächste logische Schritt in Folge technologischen- und sozialen Wandels.

Stern’s Stimme hat im Amerikanischen Polit-Diskurs grosses Gewicht: Er gilt als einer der wichtigsten politischen Innovatoren der letzten Jahre. Zuerst landesweit bekannt geworden als Gewerkschafts-Präsident und zuletzt als enger Berater von Präsident Barack Obama. Er gilt als einer der wichtigsten Vorbereiter der Krankenkassen-Reform.
Die US-Medien haben ausführlich über das Buch und den Mann dahinter berichtet. Hier einige Beispiele:
Andy Stern an der Konferenz «Future of Work» am 4. Mai in Zürich

Comments

  1. Oh, da sind aber viele Irrtümer. Das BGE ist im Prinzip eine Art der negativen Einkommenst. wie von Milton Friedman entwickelt. Auch heute schon hat jeder Millionär und Dax Vorstand einen existenzsichernden Steuerfreibetrag von ca. 8600 EUR, den würde er beim BGE ebenfalls behalten, dieser Betrag vom nur zur Auszahlung für denjenigen der das möchte oder braucht. Dieses Prinzip gibt es bereits beim Kindergeld. Das Kindergeld kann sein Steuerfreibetrag oder ausgezahltes Kindergeld. Auch die Finanzierung ist schon oft besprochen – das Geld ist schon verdient. Unsere Volkswirtschaft verdient es, es ist ein Teil des BSP. Es kommt lediglich zur Auszahlung. Auch werden die Bezieher von ausschließlich BGE wahrscheinlich ungefähr gleich hoch sein wie derzeit auch, die wenigsten werden aufhören zu arbeiten um von BGE zu leben, allerdings ist das eine These. Das BGE ist eine sehr liberale Idee und entspricht einer radikalen Vereinfachung unseres Sozialstaates. Es ist eine Pauschalisierung ohne Kontrolle der Bedürftigkeit.

  2. Also dieser Markus Fenner ist ein ganz schöner Besserwisser. Und Besserwisser mag niemand so richtig. Oder was meint ihr?

  3. Guten Tag

    Ja, die Amerikaner. Wer denkt, dass der Sozialismus in den USA in diesem und im nächsten Jahrhundert eine Chance haben wird, kennt die Amis schlecht. Der Amerikanische Weg basiert auf einem konsequent liberalen System, das die Rolle des Staates klein schreibt und die Eigenverantwortung gross.

    Was in den USA diskutiert wurde und diskutiert wird ist die negative Einkommenssteuer, welche die BGE-Befürworter immer wieder mit einem BGE vermischen. Ich werde die Unterschiede erklären:

    Eine „grant“ durch negative Einkommenssteuer ist nicht bedinungslos. Er wird nur an einen klienen Teil der Bevölkerung ausbezahlt, welche weniger als einen bestimmten Betrag z.B. 300 Dollar verdient. Das BGE wird an den hintersten und letzten Bürger, ob Milliardär, ob Sozialparasit, ob zugewandertet Ausländer ausbezahlt

    Der „grant“ ist in seiner höhe viel tiefer als das BGE. Während das BGE ungefähr 1000 Dollar PPP beträgt, beträgt der „grant“ 200-400 Dollar PPP.

    Die Finanzierung des „grant“ ist im Gegensatz zum BGE gesichert, da es durch eine Einkommenssteuer leicht berechnet und bezahlt werden kann. Im Gegensatz dazu das BGE, wo niemand eine Ahnung hat, woher die enormen Beträge sollen kommen.

    Und vielleicht am wichtigsten: Der „minimal income grant“ ersetzt ALLE anderen Sozialleistungen des Landes. Man hat also direkt einen Anreiz noch arbieten zu gehen. Ganz anders das vorgeschlagene BGE, das ZUSÄtzlich die soft Leistungen der Ämter beibehalten wollen (etwa Beratungen des RAVs) und welches ZUSÄtzlich die Beträge, welche über das BGE herausgehen beibehalten wollen.

    Ich glaube ich bin für einen „minmal income grant“, obwohl sich dann die Frage stellt, wie die Behinderten zu Recht kommen, die nicht arbeiten können. In der Schweiz haben wir aber schon das ausgebauteste Sozialsystem der Welt, dieses noch zusätzlich auszubauen wäre fatal und würde uns in die Apokalypse stürzen. Die Hartzer und Sozialschmarotzer würden das Ruder übernehmen und die Faulheit würde zur staatlich sanktionierten Doktrin.
    Statt den die Sozialadministration abzubauen, wie das der „minimal income grant“ tut, will der BIG, die Sozialadministration aufblähen auf arabesken Höhen.

    Nein, ein BGE geht nicht. Es geht einfach nicht. Wir können nicht die Schwerkraft abschaffen und als reine „Energiewesen“ den ganzen Tag Liebe leben. Das ist unrealistisches Rudolf Steiner Gewäsch. Kommt mal wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, und wenn es meine Beiträge braucht um euch etwas Realismus einzuhauchen, then so be it!

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