«Die Initianten des Grundeinkommens inszenieren eine perfekte Kampagne»

Sonntagsblick:

«Bedingungsloses Einkommen für alle? Eine verrückte Idee beschert der Schweiz die kreativste Abstimmungskampagne seit langem.»

Grossmeister des Polit-Theaters

 

»Einhundertdreissigtausend Schweizer scheinen den Verstand verloren zu haben. So viele Stimmbürger haben die Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen unterschrieben. Diesen Menschen ist es zu verdanken, dass am  5. Juni eines der radikalsten Volksbegehren der Geschichte der direkten Demokratie an die Urne kommt. «Zu Beginn hiess es, die bringen noch nicht einmal die nötigen Unterschriften zusammen».

«Sie wollen Fragen stellen. Was tun wir denn, wenn zigtausend Jobs im Zuge der Digitalisierung wegsterben? Was fangen wir an mit unserer Zeit, wenn der Staat uns von den Mühen der Existenzsicherung bewahrt? Darüber wollen sie nachdenken. Und das möglichst laut und in aller Öffentlichkeit. Dabei erweist sich dieser Haufen Querdenker den etablierten Schweizer Politstrategen mindestens ebenbürtig. Die Parteien blicken neidisch auf die Breitenwirkung dieser Truppe, die der Schweiz die aufregendste Kampagne seit Menschengedenken beschert.»

«Derzeit basteln einige der Mitstreiter am grössten Plakat der Welt, 7500 Quadratmeter gross. Doch zuvor kapern die Initianten noch den traditionellen 1. Mai. Als Roboter verkleidet, will eine Gruppe in Zürich mitdemonstrieren. Als Symbol für die Veränderung der Arbeit im 21. Jahrhundert, in welchem immer mehr Stellen der Rationalisierung zum Opfer fallen. Ihr Auftritt ist ein Stich ins Herz der Linken. «Es braucht kein Recht auf Arbeit», so Häni, «sondern ein Recht auf Einkommen! Dafür treten wir am 1. Mai auf.»

Noch bis am 5. Juni nutzen die Aktivisten die Schweiz als Bühne, dann werden sie weiterziehen. Die Abstimmung in der Schweiz wird rückblickend bloss eine Etappe einer viel grösseren Kampagne gewesen sein. Kontakte nach Deutschland oder in die USA sind längst geknüpft. Dort wollen sie ihre Arbeit fortsetzen. Das grosse Theater geht weiter. Bis die ganze Welt den Verstand verliert.»

Comments

  1. Und keiner kommt ins Grübeln, dass eine Kampagne, die so dargestellt wird, als ob sie die Grossen und Reichen bekämpft, quasi eine Revolution anzettelt, scheinbar unendlich Geld für ihre Kampagne hat und auch sonst von den Mainstream-Medien unterstützt wird? Denselben Medien, die sonst Gruppierungen wie Montagswachen, TTIP Gegner und andere im besten Fall ignorieren, meistens jedoch schlecht reden oder diskriminieren?

    Ein BGE finde ich gut, definitiv. Aber wird uns hier ein BGE verkauft? Oder eher Sozialhilfe light um den Mittelstand auch noch an den Bettelstab zu bringen? Wo ist die Bedingung, dass jene, die vom Volk finanziert werden, also Politiker, Beamte, Staatsangestellte etc. auch auf BGE gestellt werden. Und zwar nur BGE, kein Zuverdienst. Schliesslich erwirtschaften sie ja kein Gewinn oder Volksvermögen. Sie verbrauchen es nur.

    Und was ist mit der Mehrwertsteuer? Die Steuer die Reichen Wurst ist und Armen die Wurst vom Brot klaut?

    Oder mit einem BGE, dass sich am durchschnittlichen Einkommen orientiert? Und was ist mit Unternehmern und Reichen, die das Volksvermögen abschöpfen ohne etwas fürs Volk zu tun? Wo kommen die ins Spiel? Wie werden die an der Umverteilung beteiligt?

    Und warum wird die Kampagne von Blick am Abend und anderen hofiert? Wer finanziert hier? Wer wirbt hier mittels der Kampagne. Und vor allem für was?

    Entschuldigt mein Misstrauen, aber die letzten 40 Jahre meines 56jährigen Lebens haben mich gelehrt, das naives Vertrauen nicht weiterhilft. Sondern vom Regen in die Traufe führt.

  2. Nun es ist ganz klar en der zeit etwas zu ändern. Ich bin seit 3 jahren in einer Ausbildung ich arbeite teilzeit verdiene 2200.- im durchschnitt und habe ein pensum von 110% stipendien erhalte ich auch und zwar 7000.- im jahr so weit verspätet( meistens am ende des Ausbildungsjahres) das während einem Ausbildungsjahr knapp 8500.- schulden aufnehmen muss.. Man sieht unser sozialsystem versagt in meinem Fall gewaltig trotz günstiger wohnung (WG) und keinen fehrien ausgang usw. Mir bleibt auch keine zeit dafür als stundenlöhner und dieses leben kotz mich an! Ich muss krank arbeiten da mein arbeitgeber meine ausfälle (wiederrechtlich) nich bezahlt und nun..? Einen rechtstreit beginnen um mein einziges einkommen zu gefährden..? Ich glaube es gibt zu viele menschen in meiner Lage! Zeit diesen missstand zu beseitigen!
    Ja zum bedingungslosen Grundeinkommen und zur chancengleichheit für jeden!

  3. Die sogenanten Politstrategen sind blind für die Zukunft! Ihr einziges Ansinnen ist, den Reichtum und Erfolg der Vergangenheit zu sichern. Das dabei das Volk auf der Strecke bleibt ist zweitrangig. Was morgen ist, wird auch erst morgen angeschaut. Das für die Bevölkerung die Jobs und somit die Existenzsicherung zusehends und unwiederruflich wegschmelzen, das möchte man lieber unter den Teppich kehren. Auf keinen Fall aber Thematisieren! Die Querdenker sind eben dadurch Querdenker, weil sie das Gestern mit dem Morgen verbinden können. Sie erkennen, wo der jetzt noch vorhandene Erfolg der schweizer Gesellschaft enden wird wenn nicht frühzeitig an die Zukunt gedacht wird. DESHALB „JA“ fürs GRUNDEINKOMMEN!!!

  4. Ich finde es notwendig. Da nicht jeder den Mut seine Aufgabe zu leben für die er sich berufen fühlt, viele alte Denkmuster von Eltern blockieren viele Menschen noch heute, du musst was machen einen richtigen Job usw. Ich stelle fest, dass viele Menschen sich bei der Berufswahl für einen Job entschieden haben, aber sie langfristig nicht glücklich damit sind. Ja klar umschulen das geht, aber unter welchen Bedingungen? Dazu kommt der zunehmende Druck etwas leisten zu müssen. Ich kenne einige sehr bewusste Menschen, die es schaffen sich von diesem Druck zu befreien und sich voll ins Vertrauen zu stürzen und den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Es gibt aber auch diejenige Menschen und das sind auch Menschen Mitte 5, die über über gewisses Potenzial und Talente verfügen, welche nicht diese Kraft haben den Schritt zu wagen. Das ist schade, denn ich beobachte, dass viele dann zwischen 50 und 60 krank werden. Ich bin überzeugt, dass gerade Menschen die eine bestimmte Aufgabe machen möchten, die sie in die Gesellschaft einbringen möchten, viel früher einbringen würden mit dem bedingungslosen Grundeinkommen. Dies wiederum würden eine positive Resonanz erzeugen. Schlussendlich zählt ja auch wie wir etwas tun und das wir es mit Freude tun. Vielleicht sollten sich Politiker in der Zukunft weniger mit dem Geld befassen, sondern mehr mit den Spiegelneuronen. Den der Verstand ist begrenzt und was wir heute brauchen sind kreative Lösungen in der Zeit der raschen Veränderungen soll der Geist beweglich sein!

  5. Das Bedingungslose Grundeinkommen ist der Paradigmenwechsel, den wir brauchen. Das aktuelle Wirtschaftssystem hat unseren Globus an den Rand des Abgrunds gebracht und muss dringend durch ein neues System ersetzt werden. Ich erkenne das im Bedingungslosen Grundeinkommen und den damit einhergehenden Änderungen im Steuerrecht, in der Gesellschaft und im Wirtschaften.

    • Ansolut einverstanden, Herr Lobis. Man braucht nur den Denkrahmen verlassen, den man vom aktuellen Wirtschaftssystem gewohnt ist und schon bietet das BGE nur Möglichkeiten.

  6. Guter Artikel des Blicks. Dass das Grundeinkommen Diebstahl am Volksvermögen ist, stimmt aber immer noch genau gleich.

    Die Initianten sind Meister im Marketing und in der Werbung, doch sie haben keine Ahnung von Volkswirtschaft.

    Ich hoffe, dass sich nicht genügend Blöde finden das Plakat zu finanzieren. Was man mit diesem Geld alles Sinnvolles anstellen könnte im Globalen Süden. Ich zumindest spende lieber der Helvetas, als dass ich mein hart erwirtschaftetes Geld den Initianten des BGEs in den Rachen werfen würde.

    Dass die Initianten den Verstand verloren haben glaube ich so, wie es der Blick mir sagt. Den Verstand verlieren ist definiert als unrealistisches Denken zu pfelgen und auf magische und esoterische Gedanken hereinzufallen, wie Wiedergeburt, Gedankenübertragung oder bedinungsloses Einkommen. Ich spreche den Initianten einfach die epistemologsischen Grundlagen ihres Glaubens ab: Es ist ein durch die Erfahrung wiederlegter Glaube und sollte zu den unrealistischen Thesen des Zusammenlebens gelegt werden.

    • Markus Fenner, wenn jemand Diebstahl am Volksvermögen begeht, dann sind es diejenigen die immer reicher werden. Oder was glauben Sie, woher die Multimilliardäre das Geld scheffeln? Und wenn jemand den Verstand verloren hat, dann sind es diejenigen, die auf ihren alten Ideen sitzen bleiben und dabei meinen, es würde sich etwas ändern. Wie sagt eine alte Weisheit: „Der Prophet gilt nichts im eigenen Land“. Wahrscheinlich müsste die Idee von der EU kommen, um diese gut zu finden.

    • jaja der ewiggestrige Fenner wird auch immer kleinlauter. Während in der Breite unserer Gesellschaft und der Wirtschaft der erste Ablehnungsreflex langsam der Tiefe des Themas weicht, hält er die Fahne im Stile eines echten Traditionalisten bis zuletzt hoch. Respekt immerhin für seinen Starrsinn.

    • Lieber Herr Fenner, lese ich richtig: „Diebstahl am Volksvermögen…“ ? – Sie sind offenbar blind und verleugnen die Tatsache, dass 3% der CH-Bevölkerung (also rund 200’000 Personen) gleich viel Steuerbares Vermögen (!) ausweisen, wie die „restlichen“ 97% (rund 8’000’000 Personen)…
      Wer stiehlt hier wem das Vermögen? Sie scheinen zu den 3% zu gehören. Und zum Thema Glauben: Ich stelle fest (wenn ich das BGE in meinem Bekanntenkreis anspreche), dass die CH-Bevölkerung leider noch nicht bereit ist für ein BGE – und ich denke der Hauptgrund ist – Angst! Ein BGE braucht viel Mut und eine hohe soziale Verantwortung. In einem Land mit einem Vermögensverhältnis wie in einem Drittwelt-Staat haben wir uns Lichtjahre von gegenseitiger Verantwortung anno 1291 weg entfernt.

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