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wie ist der aktuelle Stand? Meine Fragen: Wie sehen jetzt die Chancen auf ein bedingungsloses Grundkeinkommen aus und vor allen Dingen wann können wir damit rechnen, dass die Umstellung kommt und jeder von uns einen gewissen Betrag bekommt und wie hoch ist der Betrag für jeden Bürger?
Es wäre für uns alle eine Erleichterung und würde soviele Ängste nehmen, wirklich !!!
Können Sie mir diesbezüglich bitte Informationen und Antworten zukommen lassen? Danke im voraus.
Götz Werner gilt als Anhänger der Klassiker. Schiller, Goethe, damit lebt er. Auf Deutschlands größter Bloggerkonferenz, re.publica, am 16. April in Berlin fühlte er sich aber auch recht wohl. Vielleicht, weil in dieser Szene viele, wie einer aus dem Publikum es sagte: sich selbst erfunden haben. Das haben die Klassiker auch. Und darauf zielt auch das Grundeinkommen. Das ermöglicht es. Empfehlenswert, sich den Vortrag samt der parallel laufenden Kommentare auf YouTube noch mal anzuschauen. Ein Grundlagenwerk. Wo man meinen könnte, ein Gutmensch schwelge in einer Utopie, vollzieht er in der Klassik genügender dichter Sprache die Realitätsbestimmung weg von der Ideologie hin zu einer sachgemäßen Anschauung. Und damit hin zu einer Verständnisgrundlage, auf der sich eine durchtragende Logik entfaltet, die das Zukunftsschlottern, den Trotz der Kraftmeierei, den Reparaturbetrieb mit Daumenschrauben als Farce abfallen lässt. Ein Schock, dass es tatsächlich anders geht, nur anders. Und ich auch noch der bin, der es denken kann! Also, jeder einzelne der ist, der es denken kann. Kann ich wollen, was ich denke?
Erst mal was anderes denken. Zum Beispiel, nur als ein Beispiel, Aaron König, Medienunternehmer und im Vorstand der Piratenpartei. Dass man die Arbeit nicht für Geld leiste, meint Aaron König, dass Arbeit und Einkommen entkoppelt sei, das sei ja nun gerade in der Bloggerszene, der Open Source,- und Free Softwareszene längst Praxis. Wie `Eulen nach Athen tragen´ sei die Idee des Grundeinkommens vor diesen Leuten. Stimmt. Stimmt aber auch nicht. Denn ein privates Lebensarrangement ist etwas anderes als eine Einkommensänderung für jeden in der Gesellschaft. Das Grundeinkommen zu vertreten ist etwas Selbstloses. Und auch fürs bloggen muss man sein Einkommen irgendwoher beziehen, ein Einkommen, gekoppelt an eine Arbeit, die einem die Zeit zum Arbeiten nimmt. Die Idee des Grundeinkommens ist also auch bei den Bloggern nicht wie `Eulen nach Athen tragen´, sondern – ich weiß nicht: Adler nach Athen tragen? Jedenfalls etwas, womit die Eulen besser fliegen könnten.
Dass sich für ein Grundeinkommen auf jeden Fall die Staatsquote erhöhe, die Steuer erhöhe, dass der Ausbau des Wohlfahrtstaates aber nicht zu mehr Gerechtigkeit führe, kritisiert Aaron König. Dass der Staat sich dafür noch mehr verschulden müsse, noch mehr Zinsen an die reichen Geldgeber zu zahlen seien, mehr Umverteilung also von unten nach oben, dass staatliche Transferzahlungen – das Grundeinkommen – nur die Armut verwalten, während Wohlstand nur aus marktwirtschaftlich sinnvollem Handeln entsteht, dass die höheren Steuern die Arbeit noch mehr belasten, mehr Arbeit unmöglich machen und die Abhängigkeit von staatlichen Leistungen nur größer wird. Sagt Aaron König. Argumente gegen das Grundeinkommen. Und was sagt Götz Werner? Dass die Steuern auf Arbeit ganz abgeschafft gehört. Hat er zwar in diesem Vortrag nicht gesagt, ausnahmsweise, sonst aber schon oft genug. Und was will er mit dem Grundeinkommen? Mehr sinnvolles Handeln ermöglichen, das auch mehr wirtschaftliche Dynamik entfaltet, was auch mehr Wohlstand bedeutet. Aber nicht nur den Wohlstand, der als Ersatz für sinnvolles Handeln erstrebt wird. Und das Verwalten der Armut? Das findet heute statt. Mit hohem finanziellen Aufwand für eben diese Verwaltung. Die den Menschen zumeist gar nicht gut tut. Auch denen nicht, die verwalten. Das Grundeinkommen verwaltet nicht. Es ist bedingungslos. Es schafft eine Mindesthöhe von Einkommen, die der Person zusteht. Es schafft dadurch insbesondere bei gering bezahlter Arbeit eine starke Verhandlungsbasis für den, der arbeitet. Denn der muss sich nicht verkaufen, um zu leben. Der kann verhandeln. Der hat mit dem Grundeinkommen letztlich mehr Geld in der Tasche als vorher. Weil das Grundeinkommen Marktbedingungen auf dem Arbeitsmarkt herstellt. Die Freiheit, nein zu sagen. Waffengleichheit. Und verschulden, dass der Staat sich verschulden müsse für ein Grundeinkommen? 30 bis 40 Milliarden Mehraufwand prognostiziert Werner für das Grundeinkommen, wenn es in seiner voller Höhe von vielleicht 1000 Euro die bestehenden Einkommen ersetzt. Erwerbseinkommen, Kindergeld, Renten, Hartz IV Sätze, Subventionen … vom Grundeinkommen in seiner Höhe ersetzt. Der Mehraufwand entsteht, wo Personen heute weniger haben als die Höhe des Grundeinkommens. Das Grundeinkommen verändert das Gesundheitswesen, die kulturelle Landschaft, insbesondere die Unternehmenskultur, Bildung, Schulen, Arbeitsvielfalt, Motivation. Was passiert, wenn mehr Zeit für Menschen da ist, mehr Raum für Zwischenmenschliches, bessere Chancen für Start-Ups, Innovation, wenn die Rationalisierung ihre Grenze am Lebendigen findet? Wenn das Grundeinkommen Monopole bricht? Wenn es mehr politische Aktivität zulässt? Wenn vieles direkt gemacht wird, statt in Bürokratie zu ersaufen? Dann fallen viele teure Pflaster weg und viele aufgetürmte Kosten. Dann verändern sich so viele Grundlagen einer Berechnung, dass die 30 bis 40 Milliarden nur noch sind, was sie sein sollen: der Hinweis, dass die Sache finanziell im Rahmen des Möglichen liegt. Kommt noch hinzu: Der Finanzierungsvorschlag ist die Ausgabensteuer. Steuer auf den Konsum ist unabhängig von demographischem Wandel und Erwerbslosigkeit. Sie ist die global faire Steuer und eine Steuer, die nicht davonlaufen kann. Ohnehin ist sie die kommende Steuer, die Mehrwertsteuer; und das Grundeinkommen ist ihr ausgezahlter Steuerfreibetrag. Wohlfahrtsstaat, Sozialstaat, diese Begrifflichkeit, den Leuten hier und da Geld zuzustecken, wird durch das Grundeinkommen abgelöst. Es ist ein zeitgemäßes wirtschaftliches Bürgerrecht bei einer zeitgemäßen Steuer.
Aber dass die Staatsquote sich erhöhe, sagt König, das sei für das Grundeinkommen auf jeden Fall der Fall, und das könne einer Gesellschaft nicht gut tun. Warum eigentlich nicht? Der Staat ist doch dafür da, uns was Gutes zu tun. Mehr Staat, mehr Gutes. Kommt darauf an, wer der Staat ist. "Wir sind der Staat", könnte man sagen. Etwas lapidar. Denn "wir", das sind dann auch all die, die ich nicht kenne und nicht kontrollieren kann, und die dann ja doch machen, was sie wollen. Und nicht das, was für mich gut ist. "Ich bin der Staat", wäre eigentlich besser. Die Staatsquote, das ist die Geldmenge, die wir aus dem als Gesellschaft gemeinsam erwirtschafteten verwenden, um die Aufgaben zu bezahlen, die wir als gemeinnützig ansehen und in Auftrag geben. Aufgaben, die wir als politische Gemeinschaft rechtlich bestimmen und gemeinschaftlich bezahlen. Staatliche Aufgaben. Staat, darunter kann man auch einen Beamtenapparat verstehen, beeinflussbare Politiker, Dirigismus und undurchsichtige Geldverwendung. In diesem Sinne schafft das Grundeinkommen weniger Staat. Es schmälert das Potential der Bevormundung und steigert die bürgerliche Freiheit. Jeder nach seiner Fasson. Die Staatsquote ist zwar viel höher durch den Transfer des Grundeinkommens, der Staatsapparat aber viel kleiner. Und die Weiterentwicklung der Demokratie, gerade die hat durch das Grundeinkommen eine bessere Basis.
Wenn Aaron König nun sagt, dass es ja nicht auf die Maschinenarbeit ankäme, sondern auf die Kreativität der Menschen, dann könnt er auch gleich das Wort "Grundeinkommen" dahinter schreiben. Er will aber Götz Werners Argument kontern, dass immer mehr Arbeit von Maschinen übernommen würde. Die Menschen, das will er sagen, seien nach wie vor das Wichtigste, ihr Einfallsreichtum, der ja zum Beispiel Maschinen schafft. Und es gäbe genug Arbeit, auch für die weniger Kreativen, in der Pflege zum Beispiel, im Umweltschutz. Nun, da hat Herr König sicher ganz spezielle Tätigkeiten in Pflege und Umweltschutz gemeint. Denn an sich muss man da kreativer sein, als wenn man bloß ein bisschen Technik weiterentwickelt. Die übrigens deshalb weiterentwickelt wird, um mehr Arbeitsplätze einzusparen. Arbeitsplätze für Menschen. Der Einfallsreichtum ist gefragt, weil er Arbeitskräfte spart. Und weil er Angebote kreiert für die Freizeit. Umweltschutz, Pflege und so vieles Weiteres findet nicht statt, nicht ausreichend, weil dafür keine Einkommen da sind. Und dass die Kreativität abnähme durch ein Grundeinkommen, der entscheidende Faktor im internationalen Wettbewerb? Wie kommt Herr König darauf? Weil eine Grundeinkommensgesellschaft keinen Leistungsdruck und keine Anreize mehr vorhält? Nachhaltige Kreativität kommt ohnehin nicht aus der Spanne zwischen Druck und Anreiz. Vielmehr aus Selbstverpflichtung, Einsicht, Freude an der Sache, Liebe zum anderen und auch aus Siegerlust und Selbstbestätigung. Das gibt es mit dem Grundeinkommen nicht mehr? Das wird vom Grundeinkommen unterstützt. Freigestellt. Für alle in größter Vielfalt in jeder Tätigkeit. Das Grundeinkommen verbietet auch niemandem, für kreative Leistungen fürstliche Honorare zu zahlen und hohes Ansehen zu versprechen. Als Anreiz zum Beispiel. Und der Leistungsdruck? Der kann mit oder ohne Grundeinkommen Folge einer eingegangenen Verpflichtung sein. Er wird mit dem Grundeinkommen aber auch da entdeckt, wo man bisher die Sachen schlüren ließ, wo man nicht von Arbeit sprach und etwas auch nicht als Arbeit bezahlen kann.
Ein Weg aus der Krise: bedingungsloses Grundeinkommen für alle! Dienstag, 27. April 2010, Hochschule Luzern, Inseliquai 12B
18.00h Film (Grundeinkommen - ein Kulturimpuls, 100min) 20.00h Podiumsdiskussion
Einführung: Dr. Walter Schmid, Rektor HSLU SA, Präsident SKOS
Gäste: Dr. Katja Gentinetta, Think Tank Avenir Suisse Prof. em. Dr. Peter Ulrich, Wirtschaftsethiker, Uni SG HSG Prof. Dr. Ueli Mäder, Professor für Soziologie an der Uni Basel Klaus J. Stöhlker, PR-Berater, Zürich
Gesprächsleitung: Pia Seiler, Journalistin, Luzern
Auf der angegebenen Website finden sie alle relevanten Informationen und Schutzvorkehrungen gegen das BGE-Virus. Sogar ein Premium-Schutz wird angeboten. Greifen Sie zu! Es hat nur solange es hat...
Sie arbeiten an der Erforschung und Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens in der Schweiz. Im Rahmen der Agentursarbeit • schreiben sie ein Buch u?ber das Grundeinkommen. • organisieren sie Kommunikationsmittel und nehmen an Veranstaltungen teil. • gründen sie zusammen mit Partnern eine Bewegung. • koordinieren sie mit Parteien, Verbänden und relevanten Persönlichkeiten. • bereiten sie zusammen mit Partnern eine Volksinitiative zur Einführung des Grundeinkommens in der Schweiz vor.
Seit einem Jahr arbeiten wir mit den beiden zusammen an den Vorbereitungen einer Volksinitiaive in der Schweiz. Wir gratulieren zur Gründung der Agentur und freuen uns auf eine weitere fruchtbare Zusammenarbeit. Daniel Häni und Enno Schmidt
Und da ist sie wieder, die Idee des Grundeinkommens: «Je mehr man aus eigenen Motiven heraus arbeitet, und nicht nur weil man das Geld zum Überleben braucht, umso besser ist es fu?r den Menschen selbst – und fu?r das Produkt.»
Ob die rund 40 Angestellten auch noch hier arbeiten wu?rden, wenn durch ein Grundeinkommen ihre Existenz gesichert wäre? Daniel Häni schmunzelt, «das wäre superspannend, wer weiterarbeiten wu?rde und wie sich die Arbeitsmotive verändern wu?rden».
Die Tresoranlage steht nun zum Verkauf, um das Haus zu entschulden und um ein Startkapital fu?r die geplante Volksinitiative zur Verfu?gung zu haben.
Ein schöner Beitrag in der ZEIT, in dem es zwar nicht ums Grundeinkommen geht, aber irgendwie doch. Es geht um das Verhältnis der Schweiz zu Deutschland und umgekehrt.
Basic Income Pilotprojekt in Namibia - Vortragsreise
Das Grundeinkommen-Pilotprojekt im Otjivero, ein kleines Dorf in Namibia, ins mittlerweile weltbekannt.
Herbert Jauch, Sprecher der Basic Income Grant Coalition Namibia, ist derzeit auf Europatournee und spricht u.a. am Dienstag 30. März um 18.00 im Hotel Kreuz in Bern und ein Tag später am 31. März um 14.00 im Pfarramt in Schaan im Fürstentum Lichtenstein.
Eric Patry legt an der Universität St. Gallen bei Prof. Peter Ulrich eine bemerkenswerte Doktorarbeit zum Grundeinkommen vor. Die umfangreiche Studie erscheint die Tage als Buch beim Haupt Verlag in Bern. Die Arbeit zeigt, das die Idee des Grundeinkommens nicht neu erfunden werden muss, sondern in der bürgerschaftlichen und republikanischen Tradition und Kultur der Schweiz mannigfaltig angelegt ist und daran angeknüpft werden kann.
Marcus und Bruna, zwei vorbildlich engagierte Zeitgenossen aus Brasilien, sind in den letzten Wochen über Bozen, Basel, Karlsruhe, Köln, Dresden, Berlin, Bremen und noch mehr Orten durch Europa gezogen und haben ihr Pilotprojekt ReCivitas vorgestellt. Jetzt sind sie wieder in Brasilien zur Fortführung des eindrücklichen Projekts.
20'000 auf der Facebook Seite Bedingungsloses Grundeinkommen
HURRA!!!
Innerhalb von nur 2 Monaten hat sich die Anzahl Fans auf der Facebook Seite Bedingungsloses Grundeinkommen verdoppelt. Am 20. Januar waren es 10'000. Am 14. März 20'000! Der Frühling kommt bald...
Nächstes Ziel ist bis im Herbst zur WOCHE DES GRUNDEINKOMMENS und zur öffentlichen AHÖRUNGUNG der GRUNDEINKOMMENS-PETITION im Deutschen Bundestag die Anzahl Fans zu vervielfachen. 50'000? 100'000? mehr? Und das ist ja erst der ANFANG!
Die Grundeinkommens-Frage gestellt und umgesetzt von Alice Grinda. Danke Alice!
Alice lebt und arbeitet in Berlin und macht tolle Clips und kreative Aktionen zum Grundeinkommen. Hier 2 Impressionen als wir sie in Berlin besucht haben:
"Im 20. Kapitel des Matthäusevangeliums wird die Geschichte von den Arbeitern im Weinberg erzählt. Eine Geschichte, die unser Gerechtigkeitsempfinden arg strapaziert. Da arbeiten Menschen in einem Weinberg - einige nur für eine Stunde, andere hingegen den ganzen Tag lang. Am Abend wird ihnen allen der gleiche Lohn ausbezahlt."
Anschliessend stehen Daniel Straub und Christian Müller von der Agentur mit Grundeinkommen für allfällige Fragen und für eine Diskussion zur Verfügung.
Ist das Wachstumsmodell, auf dem unsere wirtschaftliche Ordnung basiert, noch das Modell der Zukunft? Was sind die gesellschaftlichen und ökologischen Auswirkungen von Wirtschaftswachstum? Gibt es dazu Alternativen? Sind provokante Ideen wie ein bedingungsloses Grundeinkommen oder negative Steuern bloss realitätsfremde Utopien oder überfällige Massnahmen zur Lösung drängender sozialer Probleme wie Arbeitslosigkeit und ungerechte Güterverteilung?
Prof. Dr. Theo Wehner ist seit 1997 ordentlicher Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der ETH Zürich und beschäftigt sich seit einigen Jahren auch mit Motivationspsychologie in der freigemeinnützigen Tätigkeit.
Er sagt zum Beispiel: "Vollbeschäftigung ist – wenn man einmal von sittenwidrigen Verträgen und Dumpinglöhnen absieht – die utopischere Vorstellung als jene des bedingungslosen Grundeinkommens."
oder: "So wie wir mit dem Eintritt in die Gesellschaft die Bürgerrechte bedingungslos bekommen, so kann man sich durchaus vorstellen, dass ein Grundeinkommen, bedingungslos und über der Armutsgrenze liegend, jedem Bürger und jeder Bürgerin gewährt wird."
oder: "Bei aller Reserve gegenüber der Anthropologie lässt sich zusätzlich sagen: «Auf das Tun-Können kommt es gerade des Geistes wegen an», so dass wir nicht von einem Menschenbild ausgehen sollten, welches die Verweigerung von Tätigsein unterstellt, sondern genau vom Gegenteil."
Raffael Jacomella gewinnt mit der Idee des Grundeinkommens den Wettbewerb: Was Zürich braucht
Am Samstag 13. Februar trafen wir uns im Restaurant "Imagine" im Zürcher Haupbahnhof mit der Kantonsrätin Andrea Sprecher und dem Stadtrat und Sozialvorsteher Martin Waser. Das Grundeinkommen ist keine Sozialpolitische Massnahme und sprengt den Rahmen der politischen Tagesgeschäfte. Deshalb waren wir uns schnell einig mit dem Vorschlag der SP in Zürich im Frühling eine Diskussionsveranstaltung z.b. im "Kaufleuten" und/oder verbunden mit einer Filmvorführung ev. in einem Kino in Aussicht zu nehmen.
Einen Bericht über das Treffen lesen sie hier auf der Seite der SP-Zürich: Grundeinkommen für alle
In der aktuellen Ausgabe der Zeit (11. Februar 2010) findet das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes in einem Artikel von Heinrich Wefing Platz auf der Titelseite. Der bemerkenswerte Artikel zeigt: der Zeitgeist steuert mit grossen Schritten in Richtung Grundeinkommen, anders formuliert: in Richtung "Etablierung des Grundrechts auf menschenwürdige Existenz".
"Zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik hat das Verfassungsgericht verbindlich definiert, wie viel ein Mensch zum Leben braucht. Nicht in Cent und Euro, aber im Prinzip. Und es hat sich in seinem Urteil zu den Hartz-IV-Reformen die Frage vorgelegt, was das heißt: zum Leben. Genügt es, wenn niemand verhungert oder im Winter erfriert? Reicht es, wenn die Gemeinschaft all denen, die nicht für sich selbst sorgen können, Nahrung, Kleidung und eine warme Wohnung finanziert?
Nein, haben die Richter gesagt und dafür nichts Geringeres als das kostbarste Gut aktiviert, das die Verfassung kennt: die Menschenwürde. Zum Minimum gehöre im Sozialstaat des Grundgesetzes auch die Teilhabe an Bildung, dekretiert Karlsruhe. Der Zugang zu Kultur. Und wenigstens eine Chance auf politisches Engagement.
Kurz, das Verfassungsgericht sieht auch im Bedürftigen den Citoyen. Keinen Almosenempfänger, sondern einen Teilhaber der Gemeinschaft, die er mitgestaltet. Das ist die fraglos wichtigste Erkenntnis des Urteils vom vergangenen Dienstag: Die Menschenwürde des Hartz-IV-Empfängers ist die Würde eines Bürgers."
Statement von Götz Werner zum Richterspruch betreffend Hartz-IV-Gesetz
Das wichtigste Sozialurteil darf nicht in Suppenküchen münden.
"Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zu den Regelleistungen nach Hartz-IV sollte von der Politik ernst genommen werden. Sie tut es aber nicht, wie erste Reaktionen zeigen: Statt über eine angemessene Kindergrundsicherung nachzudenken, fällt Arbeitsministerin von der Leyen nichts besseres ein als Suppenküchen, Schulspeisung und Nachhilfeunterricht, von Verwaltungen organisiert und von Bürgern finanziert. Es geht den Richtern um würdiges Leben, nicht um Arbeitsbeschaffung für eine Verwaltung, die schon bei der Festsetzung der Bemessungsgrenzen gezeigt hat, dass sie völlig überfordert ist.
Gerade vor solchen Ideen von Verwaltung und Politik müssen die Bürger geschützt werden. Die Richter stellen klar, dass jedem Bürger ein Mindestmaß an Teilhabe am gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Leben gewährleistet werden muss. Suppenküchen und andere Sachleistungen auf Antrag öffnen neue Tore für Willkür und Fehleinschätzungen und verletzen das Recht auf ein Leben in Würde.
Dies gilt insbesondere für die 1,7 Millionen Kinder und Jugendlichen, die der Hilfe durch die Bürgergemeinschaft bedürfen. Ihre physische Existenz und nachhaltige Entwicklung durch Bildung und Zuneigung müssen durch die rasche Einführung eines Kindergrundeinkommens gesichert werden, so wie dies die Experten des Deutschen Kinderschutzbundes seit langem fordern. Das Geld gehört in die Hände der Eltern und nicht in die von Bürokraten.
In einem zweiten Schritt ist es notwendig, ein Grundeinkommen einzuführen, dass jedem Bürger ohne administrative Verrenkungen zukommt. Weder willkürliche Regelsätze für arbeitslose Menschen noch ebenso willkürliche Steuerfreibeträge für Menschen in Arbeit sind eine passende Antwort auf die heutige richterliche Entscheidung, sondern diese an Bedingungen gebundenen und von parteipolitischen Konstellationen abhängigen Grundsicherungen der Bürger müssen durch ein bedingungsloses Grundeinkommen abgelöst werden. Ich zweifle an der Aufrichtigkeit von Politikern, die Gängel- und Kontrollsysteme einführen wollen, um den Richterspruch umzusetzen. Dies ist weder sozial noch christlich, sondern soll lediglich der Zivilgesellschaft die individuellen Rechte zugunsten der politischen Entscheider entziehen."
Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Interfakultatives Institut für Entrepreneurship Universität Karlsruhe (TH) Prof. Götz W. Werner
„Monatelang feilte das Management von General Motors (GM) an dem Sanierungsplan für seine angeschlagene Tochter Opel“ (spiegel online, 9. Feb. 2010).
Nun sollen in Deutschland 3900 Stellen im Rahmen einer Restrukturieung gestrichen werden. Zusätzlich erbittet der angeschlagene Konzern 1.3 Milliarden Staatshilfe.
Wir schlagen vor: Liebe Regierung, investiere in Menschen. Grundeinkommen für Opelaner!
1.3 Milliarden, das sind 18 JAHRE monatlich 1500 Euro Grundeinkommen für 3900 Menschen!
Wer nachrechnen möchte:
1.300.000.000,- durch 3900 Menschen ergibt 333.333,- Euro pro Person.
Teilt man nun diesen Betrag durch 1500,- € ergibt sich die Anzahl der Monate, die man ein Grundeinkommen a 1500,- Euro auszahlen könnte (222).
222 Monate geteilt durch 12 ergibt mehr als 18 Jahre Grundeinkommen a 1500 € für 3900 Menschen.
Warum bedingungslos und nicht bedingt, das ist immer wieder eine Frage die auftaucht, wenn über das Grundeinkommen gesprochen wird. Müsse man ein Grundeinkommen nicht an irgendeine soziale Leistung für die Gesellschaft binden, an einen Sozialdienst?
Bei einer Vorführung des Grundeinkommen-Filmes in Thun gab Enno Schmidt eine bemerkenswert einfache und logische Antwort.
In der Fremdversorgung ist die Arbeit selbst immer ein Beitrag für andere, eine soziale Leistung die man für die Gesellschaft erbringt. Fremdversorgung bedeutet, dass man nicht für sich selbst auf dem Feld die Kartoffeln pflanzt sondern für viele. Und Fremdversorgung bedeutet auch, dass derjenige der die Maschinen baut mit denen die Kartoffeln geerntet werden ebenso davon isst, wie z.B. der Verkäufer an der Supermarkt-Kasse.
Jede Arbeit ist immer Arbeit für andere. Oder ist Pizza backen und verkaufen etwa asozial?
Und apropos verpflichtender Sozialdienst: möchten Sie im Alter von einem Fahrzeugmechaniker gepflegt werden, der eigentlich lieber an einem Auto rumschraubt.
Hier ein Artikel des Thuner Tagblatt zur Veranstaltung am 28. Januar 2010 in der evangelisch-reformierten Kirche in Thun. Vor der Veranstaltung wurde im Schnee gekrönt.
Götz Werner weilt gerade in Österreich. Hier einige Ausschnitte von einem Interview im Standard:
STANDARD: Sie gelten als Vordenker der Ethik in der Wirtschaft. Und Sie sind Milliardär. Ethik und Profit - wie passt das zusammen?
Werner: Das eine hat mit dem anderen wenig zu tun. Entscheidend ist, was macht man mit dem Vermögen? Mein Geld liegt im Unternehmen. DM konnte stark wachsen, weil ich das Kapital im Unternehmen gelassen habe. Ich besitze keine Aktien, Immobilien oder Ferienwohnungen in den Alpen.
...
STANDARD: Sie treten für ein bedingungsloses Grundeinkommen von 1500 Euro ein. Wenn Einkommen von Arbeit entkoppelt ist: Wer will dann noch für 900 Euro Windeln, Zahnpasta und Müsli verkaufen?
Werner: Wir sind darauf angewiesen, dass andere etwas für uns tun. Und dafür muss man eben attraktive Arbeitsplätze stiften. Die Arbeit wird derzeit nicht genügend bezahlt. Es ist im Übrigen eine Frage des Menschenbildes: Weckt das Grundeinkommen mehr Initiative oder unterbindet es diese? Dazu gibt es viele Untersuchungen.
...
STANDARD: DM ist trotz Krise kräftig gewachsen. Die Umsatzrendite ist aber mit unter zwei Prozent geringer als bei anderen Handelsketten. Was, wenn das Geld ausgeht?
Werner: Unsere Rendite ist ausreichend. Die Erträge müssen so sein, dass sich mit ihnen die Zukunft bewältigen lässt. Mehr braucht es nicht. Man beteiligt sich nicht an Unternehmen wegen der Dividende, sondern damit es diese Firmen gibt. Und das ist Dividende genug. Geht es nur um sie, könnte man das Geld gleich aufessen. Es ist wie beim Atmen: Entnehme ich zu viel Gewinn, wird mir schwindlig.
Seit Oktober 2008 findet in Quantiga Velho in Brasilien ein erstaunliches Projekt statt. Die kleine Nichtregierungsorganisation ReCivitas zahlt seit 16 Monaten monatlich ein Grundeinkommen aus. Zwei Koordinatoren des Projektes, die 28 jährige Bruna Augusto Pereira und der 33 jährige Marcus Vinicius Brancaglione dos Santos sind derzeit auf Europa-Reise und berichten von den Erfolgen ihrer Arbeit.
Seit dem 22. Januar sind Bruna und Marcus in Basel. Aus zahlreichen Gesprächen ist nun ein erster Bericht über das Projekt in Quantiga Velho in deutscher Sprache entstanden.
Von Benjamin Hohlmann (Text) und Stefan Pangritz (Foto)
Bruna und Marcus sind noch bis zum 12. März in Europa. Sie sind daran interessiert an verschiedenen Orten von ihren Erfahrungen zu berichten. Schreiben sie den beiden.